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Geplanter Verkauf von Schloss Schnaditz: FDP sieht Tafelsilber flöten gehen

Geplanter Verkauf von Schloss Schnaditz: FDP sieht Tafelsilber flöten gehen

Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) will den Schloss-Verkauf weiter vorantreiben und hat jetzt Rückendeckung vom Hauptausschuss bekommen. Auf einer Sitzung in den vergangenen Tagen haben sich die Abgeordneten verständigt, "in ernsthafte Verkaufsgespräche einzusteigen", teilte Münster auf Anfrage mit.

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Blick auf Schloss Schnaditz mit dem 29 Meter hohen Wehrturm. Investoren interessieren sich für das Objekt.

Quelle: Nico Fliegner

Schnaditz. Die örtliche FDP hält dagegen nichts von den Plänen.

Es ist das Gesprächsthema schlechthin, nachdem die LVZ vor einer Woche die Kaufabsichten einer Investoren-Gruppe, die an Schloss Schnaditz interessiert ist, öffentlich machte. Die Schloss-Schnaditz-Group, das sind fünf Personen mit amerikanischen Verflechtungen um den Unternehmer Hans Ramp, will für das denkmalgeschützte Objekt 128 000 Euro auf den Tisch legen, es sanieren und zunächst ein amerikanisches Restaurant eröffnen.

Wie Bürgermeisterin Münster sagte, habe sie darüber mit den Mitgliedern des Hauptausschusses, dem zweitwichtigsten Gremium nach dem Stadtrat, beraten. Tenor: Die Mitglieder haben sich offen gegenüber dem Angebot gezeigt, die Stadtverwaltung soll jetzt in Verkaufsgespräche einsteigen. "Uns ist wichtig, dass die Finanzierung abgesichert ist und die Investoren ein Nutzungskonzept vorlegen." Sie müssten auch darlegen, wie sie das Schloss sanieren wollen. Münster geht davon aus, dass mindestens zehn Millionen Euro dafür notwendig sind. Am 22. April soll es ein Gespräch zwischen ihr, Vertretern der Stadtratsfraktionen und der Investoren geben. Ausgang: offen.

Ginge es allerdings allein nach der FDP in Bad Düben, dann würde der Immobilien-Deal gar nicht erst weiter verfolgt. "Die FDP wird sich gegen den Verkauf des Schlosses stellen", teilte Stadtrat Eckehard Tualsewski mit, spricht von einem "Ausverkauf von städtischem Tafelsilber". Schon einmal, nämlich 2008, habe die Kommune das Ansinnen gehabt, das Schloss zu veräußern. "Rathaus und Stadtrat wollten dieses einzigartige kulturhistorische Kleinod, das sogar seinen Platz in der Weltliteratur gefunden hat, zu einem regelrechten Billigpreis verramschen" - laut Tulaszewski für 100 000 Euro. Ähnliches befürchtet die FDP jetzt - und noch mehr. Denn die Kommune habe von der Denkmalschutzbehörde des damaligen Regierungspräsidiums Leipzig von 1991 bis zum Jahr 2006 für die Pflege des Kulturdenkmals Zuwendungen in Höhe von 651 000 Euro gewährt bekommen. "Der Stadtrat sollte nicht vergessen, dass die damaligen Zuwendungen an klare Auflagen gebunden waren. Wird dies wieder übersehen, könnte es zu einer ähnlich hohen Regressforderung kommen, wie sie für das ehemalige Gymnasium bereits auf dem Tisch liegt", warnt der Altbürgermeister, ohne aber die Auflagen zu benennen. "Deshalb sagt die FDP zu diesem Zick-Zack-Deal um das Schloss, der für die Stadt mit dem unersetzlichen Verlust eines historisch einmaligen Kulturgutes verbunden wäre, ein klares Nein."

Münster widerspricht dem: Zwar habe es Zuwendungen gegeben, die seien aber nicht mit einer Zweckbindung versehen gewesen. "Wir werden hier nicht leichtfertig handeln, sondern die ganze Sache genau prüfen", kündigte die Stadtchefin an.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.03.2014

Von Nico Fliegner

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