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Gerhard Tiegel - der radelnde Hobbyfilmer aus Bad Düben

Gerhard Tiegel - der radelnde Hobbyfilmer aus Bad Düben

Schon beim Anblick von unzähligen Fernbedienungen, mehreren Videorekordern, Schnittgerät, Bildschirmen und Videokameras wird Otto Normalverbraucher schwindelig.

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Schätzungsweise 800 Videofilme hat Gerhard Tiegel bereits gemacht. Sie alle stehen nummeriert und nach Themen sortiert in einem Regal.

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. Nicht so Gerhard Tiegel. Der Rentner weiß genau, wo etwas hingehört und wie es funktioniert. Immerhin hat der Dübener gerade sein 94. Lebensjahr beendet und fühlt sich prächtig. Dass er so ist, wie er ist, hat er seinem sportlichen Hobby zu verdanken. Tausende Radkilometer fuhr der Rentner bereits. Allein in diesem Jahr werden es über 14 000 Kilometer. "Es fehlen läppische 200. Die mache ich in vier Tagen", sagt er locker.

Das Radfahren ist das eine. Seit den 1970er-Jahren hat er sich der Filmerei verschrieben. Diese Leidenschaft entstand, als sich einer seine Söhne eine Kamera wünschte. Als der Filius mit der Technik hantierte, wuchs auch in Tiegel die Begeisterung. Er begann mit einer alten Filmkamera, selbst Aufnahmen zu machen: "Mein erster Film handelte vom Leben in Söllichau. Den habe ich im Kulturhaus gezeigt". Seit dem filmt er alles, was ihm vor die Linse kommt. Feste, Feiern und runde Jubiläum. Darunter einen Streifen mit dem Titel "Edelpelz", der von der Nerzfarm zwischen Söllichau und Bad Düben handelt. Es folgen Auftragswerke wie eine preisgekrönte Dokumentation über die LPG Söllichau. Mittlerweile lässt er es ruhiger angehen und nimmt auf, wo immer etwas Neues entsteht, etwas Besonderes stattfindet. Mittlerweile sind über 500 Kassetten Filmmaterial über Stadt, Land und Feste zusammengekommen. Daraus hat er rund 800 Kurz- filme produziert. Alles selbst gedreht, geschnitten und vertont.

Tiegel führt akribisch Buch. Allein in diesem Jahr sind 20 neue Streifen dazugekommen. Von Ausflügen und Tagesfahrten, genauso wie vom Landesturnfest in Bad Düben und dem Kettensägewettbewerb in Tornau. "Alles muss kurz gehalten werden. Meine Filme sind maximal 20 Minuten lang. Alles andere wird langweilig", weiß der Kenner.

Der Tagesablauf ist klar strukturiert. Er ist Frühaufsteher. Oft schon bei Sonnenaufgang sitzt er auf seinem Fahrrad und strampelt durch die Region. Mindestens 50 Kilometer kommen täglich so zusammen. Seit dem Tod seiner Frau lebt er allein. Er liebt das gesellige Beisammensein, verreist gern und genießt die Natur. Früher arbeitete er im staatlichen Forstbetrieb und als Hausmeister. Er hat zwei Söhne, wobei einer früh verstorben ist, fünf Enkel, vier Ur- und vier Ururenkel.

Immer, wenn er auf Achse geht, ist die Kamera samt Stativ dabei. Für Aufnahmen, die er am Wegesrand beobachtet. Seine Technik ist auf dem aktuellen Stand. "Ich bin gerade dabei, mir einen Laptop zuzulegen. Bisher habe ich meine Filme immer per Videorekorder geschnitten. Bald soll das am Computer geschehen", erzählte Tiegel.

Einige seiner Werke hat er bei Wettbewerben der Eilenburger Amateurfilm- gemeinschaft eingereicht. Mit Erfolg. "Herr Tiegel ist uns lange bekannt. Er hat sehenswerte Filme gebracht und meist einen Preis als ältester Teilnehmer bekommen", so Vorstandsmitglied Peter Paschke. Bis Jahresende soll ein neuer Streifen dazukommen, ein Weihnachtsfilm. "Ich werde den Weihnachtsmarkt besuchen und anschließend einiges zusammenstellen", so der Rentner. Viel Zeit hat der 94-Jährige nicht. "Ich plane Reisen. Da muss ich vergleichen, buchen und anzahlen. Schließlich sollen aus den Touren wieder einige Filme werden."

Sein Wunsch ist es, mindestens 100 Jahre alt zu werden, dann immer noch samt Videokamera auf Rad-Tour zu gehen:"Ja, das würde ich mir wünschen".

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.11.2014
Steffen Brost

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