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Bad Düben Geschenke, Gäste, Geburtstag! Dübener Kurrende feiert ihren 40.
Region Bad Düben Geschenke, Gäste, Geburtstag! Dübener Kurrende feiert ihren 40.
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09:08 11.06.2018
Fast wie in alten Zeiten: Kurrende-Gründer Lothar Jakob dirigiert den Chor aus aktiven und ehemaligen Kurrendanern. Foto: Juliane Majer
Bad Düben

Kantorin Elisabeth Neumann hat offenbar nicht nur ein gutes Händchen für junge Sänger und Auswahl an Noten für die Konzerte. Neuerdings überzeugt sie auch noch mit prophetischen Gaben. „Wir singen an der Obermühle, es regnet nicht“, legte die Dübener Chorleiterin beizeiten fest. Und als es am Sonnabend dann doch zur Halbzeit des Jubiläumskonzertes im Bad Dübener Mühlengrund bedrohlich grummelte, beruhigte sie die Festgäste mit dem überzeugenden Satz: „Gott hält seine schützende Hand über die Kurrende.“

Gründungs-Kantor erntete 1978 mitleidiges Lächeln

Wie wahr. Nicht nur die dunkle Wand aus Blitz und Donner machte respektvoll einen Bogen um Bad Düben. Auch alle anderen Stürme hat der Chor im Laufe der Jahre schadlos überstanden. Und da gab es einige: Schon der Anfang im Gründungsjahr 1978 war alles andere als ein Selbstläufer. In der verschlafenen Kleinstadt Bad Düben erntete der junge Kantor Lothar Jakob bestenfalls mitleidiges Lächeln, als er mit der Idee zur Gründung eines Kinder- und Jugendchores hausieren ging.

Feste feiern und feste feiern – beides kann die Dübener Kurrende. Hier gibt’s die besten Bilder aus dem Festkonzert. Fotos: Juliane Majer

Die ersten Chorfahrten waren ein Abenteuer der besonderen Art: Die kleinen Sänger reisten mit den Zügen der Deutschen Reichsbahn – und kamen irgendwann sogar an. Die erste Chorgeneration erinnert sich an Konzerte in Dorfkirchen im Jerichower Land oder im Harz, an die ersten Übernachtungen in zumeist lustigen Privatquartieren. Und abends wanderte der Kantor die Gasthöfe ab, ob nicht doch ein paar junge Kurrendaner den Zapfenstreich bei der Dorfdisco überzogen.

Es folgten Ende der 1980er Jahre turbulente Zeiten zwischen deutscher Wiedervereinigung, unsicherer Chor-Finanzierung und Kurrende-Vereinsgründung. Und schließlich der Chorleiterwechsel im Sommer 2016 von Lothar Jakob zu Elisabeth Neumann. „Ein Hoch auf uns“ – zurecht feierte der Chor sich selbst am Sonnabend, in weltmeisterlicher Gesangsform mit dem WM-Song von 2014.

Ehemalige Sänger machten wieder mit

Den großen historischen Rückblick gab es beim Feskonzert an der Obermühle dennoch nicht – das war auch so gewollt. Kurrende-Vereinschef Ralf Hönemann nahm ein Wort des Altkantors Jakob auf: „Wir wollen nicht so sehr zurück-, sondern lieber nach vorn blicken.“ Und so fuhr der Chor alles auf, was zu einer ordentlichen Party gehört: Nette Gäste, viel Gesang, tolle Überraschungen und natürlich Geschenke.

Das größte davon machte der Vereinsvorstand den ehemaligen Kurrendanern: Sie durften wieder mitsingen. Etwa 30 kamen dann tatsächlich zur ersten und einzigen großen Gesamtchorprobe am Freitagabend. Dass einige ins Schwitzen kamen, lag dann nicht nur an den tropischen Temperaturen des Proberaums: Einige der Stücke hatten es in sich. Das wusste auch Lothar Jakob, der extra fürs Festkonzert noch einmal mit seinen Ehemaligen üben durfte. Dafür war er in der Probe erstaunlich gnädig gestimmt. Dennoch überwog bei manchem der Zweifel: „Ich muss mir das noch mal beim Kochen zuhause auf Youtube anhören“, meinte beispielsweise Sopranistin Susanne Hickmann. Auch auf die Gefahr hin, dass die Nudeln dabei überkochten: Es hat offenbar gewirkt. Denn am Sonnabend ging es live auf der Bühne dann plötzlich wie von selbst. Klassiker wie „Alta trinita“ oder das „Heideröslein“ ernteten warmen Beifall des Publikums.

Posaunenchor feiert im November seinen 70. Geburtstag

Ein besonderer Geburtstagsgast hatte sich musikalisch ebenfalls in Schale geworfen. Der Dübener Posaunenchor, der „Zwillingsbruder“ der Kurrende, gratulierte mit viel Swing und Schwung – und lud schon mal zu seinem Jubiläum ein: Die Blechbläser feiern am 10. November diesen Jahres bereits ihren 70. Geburtstag.

Feste feiern und feste feiern: Beides kann die musikalische Großfamilie, die längst mehr als nur ein Kulturbotschafter der Kurstadt ist. Damit aber auch künftig in der quicklebendigen Gemeinschaft Musike drin ist, braucht es viele helfende Hände: Von den Sponsoren bis zu ehrenamtlichen Freunden des Chors.

Vereinschef Hönemann dankte allen und ist guter Hoffnung, dass von der Kurrende auch in den nächsten Jahren viel zu hören sein wird. Und versprach: „Wir werden auch weiter möglichst viele Orte für unsere Auftritte aufsuchen. Die Kurrende ist schließlich ein Wanderchor.“ Einer, der seine Freude an der Musik zu den Menschen bringen will. Oder, wie es im gemeinsamen Schlusslied von Aktiven und Ehemaligen so berührend hieß: „Erquicke mich mit Deinem Licht.“

Von Olaf Majer

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