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Bad Düben Gesprächskreis, Spiele und mehr: Authausen hat eine Kinderkirche
Region Bad Düben Gesprächskreis, Spiele und mehr: Authausen hat eine Kinderkirche
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06:00 07.06.2017
Anja Herrmann betreut die Kinderkirche in Authausen und trifft sich alle 14 Tage mit zehn bis zwölf Kindern im Pfarrhaus Quelle: Wolfgang Sens LVZ
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Authausen

Das Plakat in Authausen ist immer noch unübersehbar: „Lasst unseren Pfarrer im Dorf“ prangt da seit Wochen gleich am Dorfeingang. Da das Ganze noch immer in der Schwebe ist, wird es wohl auch noch eine Weile hängen bleiben. Anja Herrmann, die in Pressel aufwuchs und jetzt in Kossa wohnt, steht voll hinter dieser Aussage. „Obwohl ich ja selbst Geschichts- und Religionslehrerin an der Oberschule bin, hatte ich zu der vorherigen Kirchgemeinde keinen großen Bezug.“ Erst mit Andreas Ohle wurde das anders. Sie sei beeindruckt, wie er es schaffe, das kirchliche mit dem weltliche Leben zu verbinden und verweist dabei beispielsweise auf einen Gottesdienst zum Feuerwehrfest in Kossa.

Ehrenamt wurde vorstellbar

Für die 29-Jährige, die selbst früher die Gemeinschaft in der Christenlehre genoss, konnte sich jedenfalls vorstellen, sich nun ehrenamtlich in der Kirche zu engagieren. Vor knapp drei Jahren übernahm sie die Kinderkirche im Kirchspiel Authausen. Meist um die zehn bis zwölf Kinder im Grundschulalter, egal ob getauft oder nicht, treffen sich mit ihr alle zwei Wochen Freitagnachmittag im Pfarrhaus Authausen. Der Ablauf ist gleich und doch immer anders. Nach einem kleinen Spiel zum Runter- und Ankommen gibt es den Gesprächskreis. „Sie sollen sich da alles von der Seele reden können“, so Anja Herrmann. Egal, ob das Haustier gestorben ist, die Heirat im Dorf oder der letzte Urlaub - die Bandbereite ist groß. Auch als bekannt wurde, dass der Pfarrer, der regelmäßig beim Kinderkreis vorbeischaut, eventuell gehen muss, habe das die Kinder sehr beschäftigt.

Die Kirche im Alltag

Doch mitunter stellt sie auch alles um. „Auf dem Weg zur Steinerkeide sahen wir einmal einen kleinen, aus dem Nest gefallenen Spatzen. Den wollten die Kinder natürlich retten, doch er ist schon in der Transportkiste gestorben. Jetzt einfach zum vorbereiten Programm überzugehen, das wäre natürlich nicht möglich gewesen. Stattdessen ging es an diesem Tag dann um das Ritual der Beerdigung. Die im Christentum verankerte Wertevermittlung ist Anja Herrmann wichtig. Es gehe aber auch darum, gemeinsam zu entdecken, wie viel Kirche im Alltag steckt. So haben ja fast alle Feste einen religiösen Ursprung. Dass am Männertag eigentlich Christi Himmelfahrt gefeiert wird und dass es am 31. Oktober nicht nur um Halloween geht, das sollen die Kinder schon wissen, meint die junge Frau. Die Kinderkirche ist ihr ans Herz gewachsen. Auch deshalb will Anja Herrmann, die kurz vor der Geburt ihres ersten Kindes steht, die Kinderkirche dann nach der ohnehin üblichen Sommerpause im Spätherbst weiter führen. Und sie hofft mit ihren Schützlingen darauf, dass sie dabei auch künftig Pfarrer Andreas Ohle samt dessen Hund und Hühnern mit einem Hallo ganz oft mit ihren Kindern in der Runde willkommen heißen kann.

Von Ilka Fischer

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