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Bad Düben Gewerbeverein befürchtet Verödung durch B6n
Region Bad Düben Gewerbeverein befürchtet Verödung durch B6n
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22:00 28.05.2010
Blick auf die Stadt Bad Düben. Quelle: Kathrin Kabelitz
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Bad Düben

Den Bundestagsabgeordneten Manfred Kolbe (CDU) hat mittlerweile ein entsprechendes Schreiben des Vereins erreicht, das dieser Zeitung vorliegt.

Zur geplanten B6 neu haben sich in den vergangenen Wochen mehrere Interessengruppen aus Stadt und Umland zu Wort gemeldet: Der Verein Dübener Heide und die Bündnisgrünen lehnen die offenbar nah an Bad Dübnen vorbeigehende Trassenführung ab, befürchten eine Zerschneidung der Naturparkregion. Die Bürgerinitiative für eine lebenswerte Kurstadt erhofft sich mit der Straße wiederum eine Entlastung des innerstädtischen Verkehrs. Und die Kommunalpolitiker befinden sich laut Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) in der Meinungsfindung, wollen im Juni in einer Stadtratssitzung das Thema behandeln.

Jetzt schaltet sich der Bad Dübener Gewerbeverein in die Debatte ein und macht Forderungen gegenüber der Politik auf. Man müsse sich entscheiden, welches Profil Bad Düben perspektivisch haben will. Soll die Kommune Kurstadt sein und Touristen anlocken, die Ruhe und eine Kleinstadt mit kaum leer stehenden Geschäften schätzen, oder soll mehr Verkehr direkt an Bad Düben vorbeigeleitet werden?

„Wir halten die vorgestellte Trassenführung als nicht förderlich für unsere Kurstadt“, schrieb die Vorsitzende des Gewerbevereins, Annett Mazanec, dem Bundestagsabgeordneten Kolbe. Denn damit würde das innerstädtische Verkehrsproblem keineswegs gelöst. Eine Streckenführung müsse „so gestaltet werden, dass die Stadt weiterhin ohne große Umwege erreichbar ist“, so die Vereinsvorsitzende weiter. Bad Düben verliere zunehmend an Einwohnern. Die Gäste der Stadt, insbesondere jene aus dem Hotel am Heide Spa, kompensierten den Abbruch, sorgen „für eine leichte Belebung in Gastronomie und Handel“. Diese Gäste schätzten „die Ruhe und die unverbaute Natur in Bad Düben“. Über den Ortsteil Hammermühle seien Wanderer und Radfahrer „schnell in einer herrlichen Landschaft“.

Mazanec will nicht verschweigen, dass es auch innerhalb ihres Vereins Kontroversen zur B6 neu gibt. Und sie weiß auch, dass Anwohner mit der Straße samt Umfahrung vom Verkehrslärm entlastet, andere aber wiederum belastet würden. „Die Gretchenfrage ist doch, wollen wir Tourismus in Bad Düben oder wollen wir Verkehr, der vielleicht auch die eine oder andere Gewerbeansiedlung bringt. Ich denke, der Tourismus ist unsere einzige Chance, um als Kurstadt weiter zu kommen“, ergänzt Weltenbummler-Wirtin Alexandra Redmer, die zugleich im Vorstand des Gewerbevereins ist. „Ich erwarte diesbezüglich auch von unserem Kurdirektor eine Aussage. Es wundert mich ohnehin, dass von dieser Seite noch nichts gekommen ist. Die B6 neu soll am nördlichen Kurgebiet entlang führen, also direkt in Sichtweite des Hotels.“

An Kolbe wandte sich der Verein mit der Idee, eine Tonnagebegrenzung für die Straßen in der Innenstadt vorzunehmen. So könnten Pkw weiterhin durch die Altstadt fahren und vor allem dort parken. „Der Kunde ist nun mal bequem, das merken wir jeden Tag“, sagt Mazanec. „Die Leute wollen am liebsten direkt vorm Geschäft halten. Warum glauben Sie, funktionieren die Einkaufszentren auf der grünen Wiese so gut?“ Redmer: „Wir sind nun mal eine mobile Gesellschaft, ohne Verkehr geht es nicht.“

Der Gewerbeverein hofft nun, dass die Argumente und Bedenken sowohl bei Kolbe in Berlin als auch bei den Kommunalpolitikern in der Kurstadt Gehör finden. An diesem Wochenende freuen sich die Händler jedenfalls erst einmal aufs Stadtfest – auch eine Art Wirtschaftsförderung. Die Geschäfte wollen Sonnabend und Sonntag öffnen.

Nico Fliegner

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