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Gießkannen weg - Gießkannen da

Gießkannen weg - Gießkannen da

Selbst auf Friedhöfen geht es nicht immer friedlich zu. Diese Erfahrung mussten jetzt die Wellauner machen. Mitten in der Hitzezeit haben Unbekannte die bereits aus DDR-Zeiten stammenden und mit dem Aufkleber "Eigentum: Rat der Stadt" versehenen Gießkannen geklaut.

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Rayk Zenger, Vorsitzender des FDP-Ortsverbands in Bad Düben, schenkt den Wellaunern fünf neue Gießkannen, weil die Stadt dazu nicht in der Lage ist.

Quelle: Nico Fliegner

Wellaune. Die Stadt sah sich derweil nicht in der Lage, kurzfristig neue anzuschaffen. Der FDP-Ortsverband ergriff daraufhin die Initiative.

Da war großer Rat teuer. Als Rentner allmorgendlich den Friedhof im Dorf aufsuchten, um bei einigermaßen angenehmen Temperaturen die Blumen auf den Gräbern ihrer Lieben zu bewässsern, fehlte etwas ganz Elementares: eine Gießkanne. Mehrere Exemplare davon standen seit Vorwendezeiten immer an derselben Stelle und waren nun nicht mehr da. Böse Zungen behaupteten daraufhin, dass im Zuge der kürzlichen Sperrmüllsammlung sich "Leute von auswärts" bedient hätten, weil es sich um stabile Metallkannen handelte. Jedenfalls sind die nun weg, jede Spur fehlt. So etwas hatte es im kleinen Dübener Stadtteil noch nicht gegeben. Und was danach folgte, wohl auch nicht. Denn die Kommune sah sich offenbar nicht im Stande, schnell für Abhilfe zu sorgen.

"Es ist schon ein Armutszeugnis, wenn die Stadt nicht in der Lage ist, die paar Euro für neue Gießkannen bereitzustellen", sagte FDP-Ortsverbandschef Raik Zenger. Schließlich sei der Friedhof in kommunaler Hand und Bad Düben dafür verantwortlich. Er habe von Ortsvorsteherin Cornelia Beer (FWG) von dem Problem rund um den Gießkannen-Klau erfahren. Aus der Verwaltung habe es laut Zenger dazu geheißen, dass kein Geld da sei für neue Kannen, die Sache erst beraten werden müsste, die Stadt ohnehin in der Haushaltskonsolidierung sei und so weiter. Für Zenger ein "unsinniger bürokratischer Akt". Und teuer zudem. "Der Verwaltungsaufwand ist größer als die Sache an sich Wert ist", erzählt er. "Es muss doch mal jemand in der Stadtverwaltung den Mut haben, über ein paar Gießkannen zu entscheiden", schüttelt der 46-Jährige mit dem Kopf. Schließlich ergriff Zenger selbst die Initiative. Schließlich ist Sommer, nahezu 30 Grad von morgens bis abends und die Wellauner Bürger, insbesondere die älteren von ihnen, sollten sich nicht mit eigenen Kannen abschleppen müssen. Also telefonierte er mit seinen Mitstreitern im FDP-Ortsverband, die gaben ein fröhliches "Okay, machen wir so" und Zenger suchte den nächsten Baumarkt auf und kaufte fünf neue, grüne Plaste-Kannen zum Preis von 3,99 Euro das Stück.

Gestern brachte der Bad Dübener diese zur Wasserentnahmestelle. Und wer vorbei schaute, dem erzählte er von der Posse um die gestohlenen und nun wiederbeschafften Kannen. Der FDP-Ortsverbandsvorsitzende schlägt zudem vor, den Ortsvorstehern künftig eine Handkasse zu überlassen, damit sie Dinge, die finanziell nicht so aufwendig sind, unkompliziert abrechnen können.

Nico Fliegner

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