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Gisela Frank – gute Seele der Dübener Katholiken sagt „Tschüss“

Ruhestand Gisela Frank – gute Seele der Dübener Katholiken sagt „Tschüss“

Ein sommerlich-warmer Nachmittag, eine voll besetzte katholische Kirche in Delitzsch – ein würdiger Rahmen, um Abschied vom Arbeitsleben zu nehmen. Für Gisela Frank, pastorale Mitarbeiterin der Pfarrei St. Klara ist das jetzt der Fall – nach 45 Arbeitsjahren.

Gisela Frank geht in den Ruhestand.

Quelle: Wolfgang Sens

Delitzsch/Bad Düben. Großer Bahnhof für eine große Frau. Pfarrer Michael Poschlod sprach diese Worte zu Beginn mit Blick auf die beeindruckende Kulisse in der voll besetzten katholischen Kirche in Delitzsch. Nach 45 Jahren ist für die Bad Dübenerin Gisela Frank Schluss. Die 65-jährige pastorale Mitarbeiterin der katholischen Pfarrei St. Klara, die vor allem in der Kurstadt und Umgebung tätig war, geht in den Ruhestand – und diesem Anlass war die Eucharistiefeier am Sonntagnachmittag gewidmet. Viele Menschen, die sie in den Jahrzehnten begleitete, waren dabei – im Bürgerhaus, in dem die eigens gegründete AG Adé eine Abschiedsfeier organisiert hatte und zuvor in der Kirche.

Dank an jene, die stets an ihrer Seite waren

Ein letztes Mal, bei dem Gisela Frank in beruflicher Mission das Wort an die Gemeinde richtete und bei dem sie auch ganz persönliche Worte fand. Die Kirche sei im Laufe der Zeit ein stattliches Gebäude geworden und sie sei froh und dankbar, dass sie 45 Jahre lang am Haus Kirche mitbauen und -wirken konnte, „in ganz unterschiedlichen Bereichen, ganz unterschiedlichen Räumen.“ Sie danke allen, „für die ich da sein durfte, die mich so genommen habe, wie ich nun mal bin“, und all jenen, die auf diesem Lebensweg stets an ihrer Seite waren.

„Ich freu mich darauf“

Wer an diesem Tag eine traurige, melancholisch gestimmte Frau erwartete, wurde schnell eines Besseren belehrt. Mit einem strahlenden Lächeln versicherte sie Pfarrer Poschlod schon zur Begrüßung: „Ich freue mich darauf.“ Solch eine Feier geschenkt zu bekommen, sei nicht selbstverständlich. Ihren Gemütszustand in einen Begriff zu fassen, fällt ihr schwer. „Natürlich ist etwas Melancholie dabei. Aber es ist der richtige Schritt und der ist o.k.“, formuliert sie es schließlich entschlossen, dankbar dafür, dass es ihr vergönnt war, den Zeitpunkt des Aufhörens selbst bestimmen zu können.

Positive Grundstimmung ein Leben lang

Die positive Grundstimmung hat Gisela Frank immer begleitet. Auch in Phasen ihres Lebens, als es ihr nicht gut ging, als sie früh den Ehemann verlor und die beiden Töchter allein großzog, als sie selbst schwer erkrankte. Es sind Erfahrungen, die der Mitt-Sechzigerin helfen, wenn sie mit Betroffenen spricht – in Trauerfamilien, bei der Beerdigung, am Krankenbett, in Alten- oder Pflegeheimen. Ganz wichtig sei ihr immer dabei, Zeit für ihr Gegenüber zu haben. Das ist auch ein Wunsch, den sie für die Zukunft hat: „Miteinander im Gespräch bleiben, ein Ohr haben für die Nöte und Sorgen der anderen, Verständnis für deren Lebenslagen aufbringen.“ Gisela Frank hätte ihr Werk gern nahtlos an einen Nachfolger übergeben. Noch gibt es keinen, und so muss auch Pfarrer Poschlod hoffen, dass sich Ehrenamtliche noch mehr für ihre Kirche und Gemeinde ins Zeug legen. Zumindest wird es für ein Übergangsjahr eine Teilzeitkraft geben, die ihn bei weiter wachsenden Aufgaben unterstützt.

Kirche hat immer eine große Rolle gespielt

Gisela Frank ist ein Kind der Gemeinde Bad Düben, hier geboren, hier aufgewachsen, mit fünf Schwestern. Die Kirche habe in ihrem Elternhaus – die Mutter war Lehrerin, der Vater in der Landwirtschaft tätig – immer eine große Rolle gespielt. Leben und Glauben, das habe sie nie getrennt, das eine präge das andere. Fast ein halbes Jahrhundert ist es her, dass sie Erzieherin lernte. Mit Menschen zu tun haben, das wollte sie schon immer. Und das ist es geblieben, ob in der Kleinkindstunde, die sie bis 2002 betreute, im Religionsunterricht, ob in Gesprächsrunden mit allen Altersgruppen, den Auftritten der Sternsinger, bei Andachten oder vielen persönlichen Begegnungen. „Sie war und ist sich für nichts zu schade. So stellt sich die Kirche ihre Diener/innen vor. Und in den von Arbeit gezeichneten Händen liegt das Herz – von dem wir und viele vor uns ganz besonders profitieren durften“ heißt in den Abschiedsworten, mit denen Michael Poschlod im Gemeindebrief im Namen vieler dankte und die mit einem Merksatz endeten, wie er so in etwa im 1. Korintherbrief stehe: „Und wenn ich alles könnte, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts.“

Zeit, sich das Leben neu einzurichten

Das Leben nach Arbeits-Zeit und immer vollem Termin-Kalender beginnt am Freitag. Die Töchter haben sie eingeladen. Sie freut sich darauf, „Zeit für die kleinen Dinge des Lebens zu haben und sie zu nutzen, mal wieder zu nähen oder einen halben Tag einfach im Heide Spa relaxen.“ Beispielsweise. Der Kirche werde sie im Ehrenamt treu bleiben, ein tiefes inneres Bedürfnis sei es ihr, Beerdigungen zu betreuen und da zu sein, wenn Menschen Rat oder Hilfe brauchen oder einfach jemanden, der zuhört. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt, „den ich jetzt erstmal gestalten will.“ Angst, in ein Loch zu fallen, hat sie jedenfalls nicht.

Von Kathrin Kabelitz

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Delitzsch/Bad Düben
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