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"Glück zu" Mühlensaison eröffnet

"Glück zu" Mühlensaison eröffnet

Mit "Glück zu", dem Spruch der Müller, eröffnete Vize-Landrat Ulrich Fiedler (SPD) die Mühlensaison. Der Verein Mühlenregion Nordsachsen startete gestern mit zahlreichen Besuchern bei herrlichem Sonnen-Wetter in Reibitz ins Jahr. Ein Lanz Bulldog zerknattert für kurze Zeit die Schalmeienklänge.

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Die Mühlensaison ist eröffnet.

Quelle: Manfred Lüttich

Reibitz. Auf dem Hänger lassen sich ein paar Kinder übers Gelände chauffieren. Auf dem Grill bräunen sich die Würstchen, in der Sonne Besucher aus nah und fern.  Denn am 3. April 2011 gibt es nur Plätze an der Sonne. Aber auch ein kühles Bierchen für Vati, Streuselkuchen und Bienenstich zum Kaffee für Mutti. Oder umgekehrt.

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Reibitz. Mit "Glück zu", dem Spruch der Müller, eröffnete Vize-Landrat Ulrich Fiedler (SPD) die Mühlensaison. Der Verein Mühlenregion Nordsachsen startete gestern mit zahlreichen Besuchern bei herrlichem Sonnen-Wetter in Reibitz ins Jahr. Ein Lanz Bulldog zerknattert für kurze Zeit die Schalmeienklänge. Auf dem Hänger lassen sich ein paar Kinder übers Gelände chauffieren.

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Kurz vor 14.30 Uhr machen sich die Bläser aus Krippehna auf den Weg und platzieren sich neben der Mühle. Hobby-Fotografen bringen sich in Stellung. Das Mühlen-Musiker-Motiv gibt es nicht so oft. Vereins-Chefin Heidrun Kräger ergreift das Mikro und heißt alle herzlich willkommen. Es geht los. Festredner Fiedler spricht von einer „sehr schönen Tradition“. Nach dem langen, kalten Winter freuen sich die Menschen nun auf Sonne und warme Tage. Das alles gab es gestern, wie auf Bestellung. „Wenn das Wetter stimmt, kommen auch die Leute. Der heutige Tag ist perfekt. Es ist der Aufbruch in den Frühling“, schwärmt Kräger.„Jeder Mühlenstandort hat seine eigene Geschichte. Es war eine gute Entscheidung des Landkreises, die Werbeliner Mühle hier wieder aufzubauen“, so Fiedler. Die Mühle wurde 1844 im alten Rundlingsdorf Werbelin erbaut. 1990 fiel das Dorf dem Tagebau zum Opfer. Heute befindet sich dort der Werbeliner See. Die Mühle wurde 1994/95 auf dem Gelände des Schullandheimes wieder aufgebaut. Bürgermeister Axel Wohlschläger (CDU) erzählt von einer „persönlichen Beziehung“. Sein Vater baute die Mühle mit ab und war teilweise auch am Wiederaufbau beteiligt. Sie ist heute vollständig rekonstruiert und in einem sehr guten Zustand.In einer kleinen Schauschmiede zeigt Wolfgang Urban das alte Handwerk und freut sich über interessierte Besucher. „Die Leute kennen das kaum noch. Das ist mit den Kindern, die ins Schullandheim kommen, nicht anders“, sagt der 65-Jährige. 1991 erlernte er den Beruf des Schmiedes. Heute ist es für ihn ein „schönes Hobby“. Aus Leipzig sind Hannelore (64) und Herbert (64) Bethke zur Saison-Eröffnung gekommen. „Ein sehr schöner Tag mit vielen interessanten Angeboten. Die Mühle ist noch sehr gut in Schuss. Wir haben viel erfahren. Mein Uropa war auch Mühlenbesitzer, darum interessiert uns das Thema. Die Sauberkeit hier auf dem Gelände fällt auf. Schön, dass es so etwas noch gibt“, sagt Herbert Bethke.Hauptveranstaltung für die Mühlenfreunde ist auch in diesem Jahr der Deutsche Mühlentag am Pfingstmontag, dem 13. Juni. „Derzeit sind wir dabei, das Programm zusammenzustellen, Informationsmaterial zu erarbeiten, unsere eigene Homepage ständig zu aktualisieren und zu erweitern sowie andere Internetportale zu vernetzen – das ist bei so vielen verschiedenen Standorten und Eigentümern nicht immer einfach“, sagt Andrea Heyn, Geschäftsführerin des Mühlenvereins. Die Mühlentags-Eröffnung findet an „Bechers Mühle“ in Eilenburg statt. Die Müllerfamilie Klinger hat bisher noch nie an einem Mühlentag teilgenommen, Eilenburg war noch nie Mühlentags-Gastgeber. Heyn: „Familie Klinger ist schon sehr engagiert dabei, ihr Grundstück herzurichten. Für die Herstellung der Sicherheit in der Mühle sowie die Restauration und Wiederherstellung der Mühlentechnik haben die Helfer der Arbeitsgruppe Mühlentechnik ihre Tätigkeit begonnen.“ An dem Wochenende klingen in der Muldestadt die 1050-Jahr-Feierlichkeiten aus, werden besonders viele Gäste erwartet. „Bechers Mühle“ war fast 50 Jahre nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, die Technik ist noch vollständig erhalten, die Mühle zeigt einen technischen Entwicklungsstand der 1940er-Jahre.

Frank Pfütze

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