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Bad Düben Görschlitz opfert Holzhexe dem Feuer
Region Bad Düben Görschlitz opfert Holzhexe dem Feuer
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17:34 02.05.2010
Görschlitzer Hexen haben sich um die neue Holzskulptur vorm Bürgerhaus versammelt. Diese hat der Bad Dübener Künstler Raik Zenger geschnitzt. Quelle: Heike Nyari
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Görschlitz

Höhepunkt: Die Verbrennung der alten Holzhexe und das Aufstellen einer neuen Figur vorm Bürgerhaus. Je mehr die Sonne am Abendhimmel verschwand, desto lebendiger ging es in dem kleinen Ort zu. Schließlich waren Festzelt und Festplatz mit vielen Menschen gefüllt, die gemeinsam in den Mai feiern wollten. Die Walpurgisnacht wird in Görschlitz seit neun Jahren auf eine ganz besondere Art begangen. Acht Frauen trugen auch am vergangenen Freitag wieder mit einem lustigen Programm rund um die schwarze Magie zur Belustigung bei. [gallery:700-NR_LVZ_GALLERY_1871] Mit Beginn der Dämmerung kamen die Damen zum Vorschein, präsentierten sich in wunderschönen, leicht erotisch angehauchten Hexenkostümen und schwangen ihre Besen. Agila, Leila, Genocha, Hannah und ihre mystisch anmutenden Freundinnen tanzten, lachten, geisterten lustig um die Gäste herum und trieben allerlei Schabernack. Doch dann kam es mit einer Hexenverbrennung zu einer neuen Zeremonie. Viele Jahre stand auf dem Blumenrondell vor dem Bürgerhaus eine lebensgroße Hexe aus Holz. Diese hatte Holzkünstler Alf Kampfmeier beim traditionellen Holzskulpturenwettbewerb mit Kettensägen 2002 in Tornau geschaffen. Mit dieser Figur belegte er damals den zweiten Platz. Sie gefiel auch den Görschlitzern gut und so beschlossen sie, die Holzhexe zu sich ins Dorf zu holen, wo sie einen gebührenden Platz neben dem Hexenstein erhielt.In all den Jahren schaute sie dem lustigen Treiben in der Walpurgisnacht zu, doch der Zahn der Zeit begann mächtig an ihr zu nagen. Die Heidedörfler beschlossen, sich von dem Bad Dübener Holzskünstler Raik Zenger eine neue Hexe anfertigen zu lassen. Diese steht nun seit einigen Tagen an ihrem Platz im Rondell. Ihre Vorgängerin sollte in der Walpurgisnacht dem Feuer geopfert werden. Die Görschlitzer Frauen verabschiedeten sich von ihr mit einem ordentlichen Ständchen. Doch als einige Männer Benzin über die alte Hexe gossen, ging ein trauriges Raunen durch die Menge. Ein kleines Mädchen schluchzte sogar: „Die arme Hexe, die war doch immer so gut“. Viele Besucher schauten nachdenklich in die Feuerschale und man hatte das Gefühl, jeder hing so seinen Gedanken nach.„Die hätte ich ins Internet gestellt – es gibt doch Freaks, die alles kaufen“, sagte Michael Gröber. Jemand anderes überlegte, ob sie nicht in seinem Garten ein Plätzchen gefunden hätte. Aber eines war ganz sicher, sie war völlig morsch und der Körper von innen hohl. Durch Vandalismus hatte sie vor ein paar Jahren zudem mächtig gelitten.Aber die Görschlitzer Frauen ließen keine Traurigkeit aufkommen. Mit einer aufmunternden Polonaise ging es nach flotten Tönen um die Feuerschale herum. Stimmungsvoll tanzten die Görschlitzer und ihre Gäste in die Nacht und damit in den Wonnemonat Mai hinein. 

Heike Nyari

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