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Große Ehre für die Vogels: Bad Dübener Ehepaar erhält Feuerwehr-Ehrenkreuz

Feuerwehr Große Ehre für die Vogels: Bad Dübener Ehepaar erhält Feuerwehr-Ehrenkreuz

Das Bad Dübener Ehepaar Vogel ist 101 Jahre bei der Freiwilligen Feuerwehr. Beide wurden jetzt mit dem Ehrenkreuz des Kreisfeuerwehrverbandes ausgezeichnet. „Das ist eine ganz besondere Ehre, die wir zu schätzen wissen“, sagt Harald Vogel, der nunmehr den Vorsitz der Alters- und Ehrenabteilung abgibt.

Das Ehepaar Christa und Harald Vogel wurde mit dem Ehrenkreuz des Kreisfeuerwehrverbandes ausgezeichnet.

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. Immer wenn Christa und ihr Mann Harald von der Feuerwehr reden, glänzen ihre Augen. Ein Leben ohne kann sich das Bad Dübener Ehepaar Vogel nicht mehr vorstellen. Denn beide sind zusammengerechnet 101 Jahre Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr Bad Düben.

„Wenn es etwas zu tun gibt, sind sie da und helfen, wo sie nur können. Harald war viele Jahre aktiver Kamerad, ehe er dann den Vorsitz der Ehren- und Altersabteilung übernahm. Christa ist unsere liebevolle Mutti, die sich rührend um alles, was am Rande geschieht, kümmert. Sei es Verpflegung machen oder bei Veranstaltungen helfen“, lobt Bad Dübens Stadtteilwehrleiter Christian Noack.

Auszeichnung mit dem Ehrenkreuz

Im Vorfeld der jüngsten Jahresversammlung gab Harald Vogel den Vorsitz der Ehren- und Altersabteilung ab. Um ihm und seiner Frau für die jahrzehntelange Arbeit zu danken, wurden beide jetzt mit dem Ehrenkreuz des Kreisfeuerwehrverbandes ausgezeichnet. „Das ist eine ganz besondere Ehre, die wir zu schätzen wissen“, sagt Harald Vogel. Er war 17 Jahre alt und hatte seine Lehre als Maurer beendet, als ihm sein Vater erlaubte, bei der Dübener Feuerwehr mitzumachen. „Feuerwehr war schon immer mein Leben. Als kleine Jungen sind wir bei Alarmierungen immer mit in die Nähe gefahren und haben beobachtet, was dort passiert“, erinnert sich der 71-Jährige. Gut im Gedächtnis ist ihm dabei noch ein riesiger Scheunenbrand geblieben, dessen Feuerschein man bis nach Bad Düben sah. Seinen allerersten Einsatz erlebte er am 24. Februar 1966. Das war ein Einsatz im Ortsteil Hammermühle. Dort brannte bei Kaffee-Richter der Dachstuhl des Wohnhauses.

Bis zum Ende seiner aktiven Zeit erlebte der Oberbrandmeister Hunderte Einsätze, darunter auch einige schlimme. „Dazu gehört ein Verkehrsunfall zwischen Bad Düben und Görschlitz, als dort drei junge Männer ihr Leben verloren. Das hat mich schon sehr lange beschäftigt, weil wir auch Jungs in dem selben Alter haben“, so Vogel.

„Der Feuerwehr bleibe ich aber weiter treu“

Nach seinem letzten Einsatz, einem Getreidefeldbrand 2009 bei Delitzsch, übernahm er die Ehren- und Altersabteilung der Feuerwehr. Fortan kümmerten er und seine Kameraden sich um Betreuung, Geburtstage und Feiern unter den Kameraden. Ein wichtiger Bestandteil war auch die Pflege der Traditionsgruppe. Im Keller des Gerätehauses richteten die Männer ein kleines Museum ein. „Aus gesundheitlichen Gründen gebe ich nun dieses Amt an meinen Nachfolger Jürgen Müller ab. Der Feuerwehr bleibe ich aber weiter treu und stehe mit Rat und Tat zur Seite“, so Vogel.

Auch seine Frau Christa lebt für die Wehr. „Ich wusste ja, dass ich einen Feuerwehrmann geheiratet habe.“ Die heute 66-Jährige war früher aktive Feuerwehrsportlerin und holte mit ihrer Mannschaft Pokale im Löschangriff auf DDR-Ebene. Leider durften zur damaligen Zeit Frauen nicht mit zu Einsätzen ausrücken. Sie waren vielmehr im vorbeugenden Brandschutz tätig. „Aber das war auch eine schöne Zeit. Meist sonnabends sind wir los und haben die Wohnungen, Kindertagesstätten und Schulen auf das Vorhandensein der richtigen Löschmittel kontrolliert oder die Rettungswege in Augenschein genommen.“ Nach der Wende habe sich das geändert. Fortan waren die Frauen die wichtigen Vertreter in der zweiten Reihe, kümmerten sich um die Verpflegung ihrer Männer, wenn diese bei Einsätzen wie Hochwasser und Bränden waren. „Ich schätze die unheimlich nette Kameradschaft und das Gemeinschaftsgefühl untereinander. Das ist bis heute so geblieben und bleibt hoffentlich auch noch viele Jahre“, erzählt die Oberlöschmeisterin.

Mit Vorfreude blickt das Ehepaar jetzt auf das Jahr 2019. Denn am 14. Juni wird ihre Feuerwehr 150 Jahre alt. Der Zufall wollte es, dass beide an diesem Tag auch noch ihre Goldene Hochzeit feiern.

Von Steffen Brost

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