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Bad Düben Großes Loch im Laußiger Haushalt
Region Bad Düben Großes Loch im Laußiger Haushalt
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23:00 05.12.2011
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. Dieser wurde auf der jüngsten Ratssitzung von Kämmerin Sabine Paatzsch in groben Zügen vorgestellt. Doch bei der Wunschliste, was die Investitionen angeht, handelte es sich um die erste Lesung, kein endgültiges Papier also. Am 15. Dezember soll erneut über die Finanzen beraten werden.

Wunschliste – ja, aber von einem „Wünsch dir was" ist die Gemeinde Laußig weit entfernt. 1 025 600 Euro Einnahmen stehen 1 409 700 Ausgaben gegenüber. Macht ein Defizit in Höhe von 384 100 Euro aus – und damit eine Unterdeckung und noch keinen ausgeglichenen Haushalt. Deshalb müsste die Gemeinde über 367 000 Euro von den Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt rüberschieben und zudem an die Rücklage ran, die per

1. Januar bei 260 557 Euro lag. „Das ist nicht viel", konstatierte Kämmerin Paatzsch.

Wie auch immer – die Begehrlichkeiten und der Drang, mehr Geld auszugeben, das eigentlich nicht vorhanden ist, scheint groß zu sein. Zu den fünf kostenintensivsten Posten gehören das Bürgerhaus in Laußig (Ex-Mittelschule), das für 334 000 Euro saniert werden soll (inklusive Fördermittel), gefolgt von der Kredittilgung in Höhe von 181 700 Euro, der Kreditaufnahme in Höhe von 180 000 Euro für die Schmutzwasserleitung Laußig und Pristäblich und die Sanierung des Schlosses in Pressel, die mit

167 000 Euro zu Buche schlägt (inklusive Fördermittel). Als Durchlaufposten steht an fünfter Position der geplante Moorerlebnisweg am Presseler Teich. Der steht mit 121 000 Euro zwar im Haushalt drin, kostet aber die Gemeinde nichts, weil der Großteil dafür Fördermittel sind und der Heideverein den Eigenanteil in Höhe von etwa 24 300 Euro aufbringen wird. Am Teich soll für Touristen eine neue Attraktion entstehen, die sich mit den Mooren in der Heide beschäftigt.

Neben den fünf genannten Kostenfressern sind zahlreiche Ausgaben im fünf-beziehungsweise vierstelligen Bereich geplant, zum Beispiel Reparaturen am Dach der Feuerwehr in Görschlitz oder am Schlauchturm in Kossa. Gelder sollen zudem in die Außenanlage der Kita in Kossa und des Hortes in Authausen fließen, das alte Mittelschul-Gebäude in Pressel soll abgerissen und der Campingplatz in Pressel einen neuen Wasseranschluss bekommen. Trotz Investitionsfreude atmete Bürgermeister Lothar Schneider (parteilos) tief durch: „Die finanzielle Lage bleibt weiter angespannt", sagte er. Vor allem die Kitas verursachten enorme Kosten – und zwar zusammen etwa 775 000 Euro jährlich. Hinzu kommt, dass 46 Kinder aus dem Gemeindegebiet in einer anderen Kommune betreut werden, Laußig damit zusammen knapp 52 000 Euro an die jeweiligen Kommunen zahlen muss.

Auch für die Kreisumlage sind 2012 knapp 30 000 Euro mehr an den Landkreis zu zahlen als bisher. „Wir müssen mit immer weniger finanziellen Mitteln auskommen", so Schneider weiter. Sein Ziel deshalb: Die derzeit laufenden Förderprogramme soweit es geht nutzen, notfalls auch sich neu verschulden in Form von Krediten, um die Eigenmittel abzusichern. Denn was ab 2013 in punkto Fördermittel kommt, wisse heute niemand. Und mit Fördermittel investieren sei immer noch billiger als ohne.

Nico Fliegner

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