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Bad Düben Großprojekt Obermühle: Düben wartet aufs Geld
Region Bad Düben Großprojekt Obermühle: Düben wartet aufs Geld
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00:31 31.05.2015
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Bad Düben

"Ende Mai wird dazu in Dresden beraten", sagt Bauamtsleiterin Heike Dietzsch. Sie hofft auf eine 80-Prozent-Unterstützung. Der Eigenanteil für die bis 2017 geplante Realisierung der Schauwerkstätten beträgt bei dem 1,5 Millionen Euro-Projekt rund 340 000 Euro. Diese sind im Haushalt eingeplant. Für die Stadt, die in diesem Jahr 100 Jahre Kur feiert, ist die Obermühle ein wichtiger Bestandteil im Kurortentwicklungskonzept - gerade wegen des laufenden Zertifizierungsverfahrens nach dem Sächsischen Kurgesetz, mit dem Düben das "Bad" im Namen verteidigen muss.

Sobald Dresden für die Obermühle grünes Licht gibt, werden die Planungen weiter geführt. Ein Baubeginn im Frühjahr 2016 gilt als realistisch. Bereits im Spätherbst könnten erste Abbrucharbeiten erfolgen. Dach, Dachkonstruktion, Außen- wie auch Innenwände müssen erneuert werden.

Nach den Bauarbeiten werden in der Obermühle rund 700 Quadratmeter Nutzfläche auf drei Etagen zur Verfügung stehen. Neben einer Wohnung wurden mit dem Verein Museumsdorf, der sich entsprechend der Förderbedingungen erst noch in einer öffentlichen Ausschreibung der Nutzung und Betreibung der Schauwerkstätten durchsetzen muss, die Teileinrichtungen der Schauwerkstätten abgestimmt. Danach sollen ins Erdgeschoss neben einem Foyer mit kleiner Ausstellung Eisenhammer und handwerkliche Schmiede, eine Schauwerkstatt Druck- und Papierherstellung, Wäscherolle und Ölmühle Platz finden. Im Obergeschoss können die Werkstätten des Schuhmachers, des Schindelmachers, des Korbmachers und Besenbinders sowie eine Seifenmanufaktur untergebracht werden. Daneben können eine Bibliothek und ein Vortragsraum sowie eine Wechselausstellung zur Industrie- und Mühlengeschichte Platz finden. Im Dachgeschoss, das wie das Obergeschoss auch dank eines Fahrstuhles behindertengerecht zugänglich sein wird, wird das Seilerhandwerk präsentiert.

Im Rathaus warten die Verantwortlichen derzeit auch auf eine zweite Entscheidung - und zwar des Bundes. Konkret darauf, ob und in welcher Höhe in anderen Bundesländern nicht benötigte Hochwassergelder freigegeben werden. Für Bad Düben, wo geo-hydrologische Spätschäden nach dem Hochwasser 2013 im Amtshaus der Burg auftraten, geht es dabei mit 720 000 Euro nicht um Peanuts. "Der Schaden ist anerkannt, aber eben finanziell nicht untersetzt", sagt Heike Dietzsch. "Wenn für das Amtshaus kein Geld kommt, haben wir jedenfalls ein echtes Problem."

Weil nach dem Hochwasser 2002 vermehrt auftretende Risse am Amtshaus nicht mit dem Hochwasser in Verbindung gebracht wurden, gibt es nach dem Juni-Hochwasser vor zwei Jahren daran keinen Zweifel mehr. Inzwischen ist der Zusammenhang auch gutachterlich bestätigt worden. Allein mit der bereits erfolgten Notsicherung der Giebelnordseite ist es aber nicht getan. Neben einer Baugrundstabilisierung durch Bodenverbesserung müssen nun noch mittels Ankersystemen Decken mit Außenwänden verspannt werden, um Wände zu ertüchtigen. Hinzu kommen das Reparieren der Risse und Schönheitsreparaturen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.05.2015
Von Ilka Fischer

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