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Gruna: Fährhaus-Wirtin will nachhaltigen Hochwasserschutz

Gruna: Fährhaus-Wirtin will nachhaltigen Hochwasserschutz

Gruna. Die Gasträume im Fährhaus sind wegen der Schäden, die die Juni-Flut hinterließ, noch geschlossen. Aber der Biergarten ist täglich ab 11.30 Uhr geöffnet.

Das Fährhaus-Team hat zur Überbrückung eine Außenstation eingerichtet, wo man zünftig essen kann. Die Muldefähre setzt inzwischen wieder täglich von 10 bis 18 Uhr sowie auf Vorbestellung über. Veranstaltungen im Saal sind möglich. Und es gibt noch ein Festzelt und den Cateringservice, der den Sechs-Mann-und-Frauen-Betrieb über Wasser hält. Bis zum Wiederaufbau der Gasträume muss alles getrocknet werden. Die vier großen Entfeuchter im Haus müssen noch einige Wochen laufen. Wirtin Antje Bieligk macht sich Gedanken über einen "nachhaltigen und sicheren Wiederaufbau und Hochwasserschutz".

Die Zeit ist knapp, die Saison ist Ende Oktober vorbei. "Ich habe viel nachgedacht und überlegt. Für mich steht fest, dass ich das nicht nocheinmal so mitmachen und erleben möchte. Ich will einen nachhaltigen Hochwasserschutz. Wir müssen so wieder aufbauen, damit wir mit dem Fluss leben können. Wir müssen richtig mit dem Wasser umgehen. Ich will nicht investieren und Angst haben, dass alles wieder absäuft", erzählte die 50-Jährige. Die Frage sei jetzt auch, was wieder aufgebaut werden soll und was nicht. Unter anderem stellt sie die Übernachtungsmöglichkeiten am Fährhaus in Frage. Wie groß der Schaden ist, könne sie noch nicht sagen. "Ich mache mir Sorgen, ob ein nachhaltiger und flut- sicherer Wiederaufbau finanzierbar ist", sagte Bieligk.

Am 3. Juni, als das Wasser kam, wurde die Unternehmerin ausgeflogen. Fünf Tage später kehrte sie zurück. "Ich habe ähnliche Bilder wie 2002 vor Augen. Das Wasser stand diesmal nur länger und auch etwas höher", schätzte sie ein. Sofort begann das Großreinemachen, Abkärchern, Aussortieren, Entsorgen. Der erste Hinweis auf das Fährhaus steht auf einem Werbe-Aufsteller am Abzweig der S 11: "Imbiss geöffnet". Bis dahin sind es noch gut zwei Kilometer. Die erste Botschaft im Ort hängt an einem der ersten Häuser: "Wir bleiben hier". Dass die Juni-Flut erst ein paar Wochen her ist, fällt dem ortsfremden Betrachter wahrlich erst auf den zweiten Blick auf. Weil die Natur viel schneller ist als die Menschen, präsentiert sich der Ort schon wieder ansehnlich, obwohl das Hochwasser erheblichen Schaden angerichtet hat, und das zum zweiten Mal. Noch immer sind Fenster und Türen sämtlicher Häuser weit aufgerissen, die Temperaturen sind ideal, um zu trocknen. "Es muss weitergehen und wir wollen auch weiter machen", sagte Antje Bieligk. Durchschnittlich einen halben Meter hoch stand ihr Objekt im Wasser. Heute ist der Putz meterhoch entfernt, sind die Fußböden zum Teil rausgebrochen. Die Küche funktioniert. Auf dem Freisitz essen ein paar Handwerker Mittag. Gut 60 Plätze stehen hier zur Verfügung. Und das soll so lange so bleiben, wie das Wetter mitspielt.

Bieligk lobt das Landratsamt Nordsachsen, das ständig über die aktualisierten Radwanderrouten informiert. "Hurra kann ich nicht schreien, aber es läuft recht ordentlich mit dem Freisitz. Im Saal haben wir auch verschiedene Feiern. Allerdings merke ich auch deutlich, dass vor allem Radtouristen ausbleiben. Die wissen wohl nicht, wie es um die Wege hier bestellt ist", vermutet die Wirtin. Gruna ist jedoch mit dem Fahrrad inzwischen wieder sehr gut zu erreichen.

@www.faehrhaus-gruna.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.08.2013

Frank Pfütze

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