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Gruna sagt Danke für eine großartige Mitmenschlichkeit

Gruna sagt Danke für eine großartige Mitmenschlichkeit

Ihr Dorf versank im Juni vorigen Jahres ein zweites Mal nach 2002 im Hochwasser der Mulde. Die Grunaer haben ihr Hab und Gut verloren und große Unterstützung im Nachgang erfahren - bis heute.

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Der "Hochwasser-Chor" Gruna, begleitet von Pfarrerin Edelgard Richter auf der Posaune, dankt den Helfern mit einem Lied.

Quelle: Nico Fliegner

Gruna. Den Helfern dankten sie am Sonnabend - und das auf einfache Weise, aber deswegen nicht weniger herzlich.

Das große Zelt vom Frühlingsfest stand noch, die Landfrauen Laußig schmierten eifrig Brötchen und Fettbemmen, am Schankwagen gab es Freibier. So nach und nach gesellten sich Grunaer und Helfer an die Tische, herzliche Begrüßungen und Umarmungen, Gespräche über das, was geschah und wie die Situation heute ist.

Es war den Einwohnern ein großes Bedürfnis, einmal Danke zu sagen. Hunderte Helfer waren im vorigen Sommer in Gruna, räumten auf, spendeten Sachen, Möbel und Geld, damit das Leben wieder lebenswert wird. Das ist es mittlerweile wieder. Bis auf drei Familien sind alle Grunaer in ihrem Heimatort geblieben, haben ihre Häuser wieder aufgebaut.

Die Liste der Helfer ist lang und nicht alle konnten zur Fluthelfer-Ehrung eingeladen werden, auch weil teilweise Adressen fehlen oder der Kontakt schon wieder abgerissen ist. Im Wechsel verlasen Bürgermeister Lothar Schneider (parteilos) und Pfarrerin Edelgard Richter die Namen der Gäste, darunter Familien wie die "Engel für Gruna", Helfer aus Nachbargemeinden, Einsatzkräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Rotem Kreuz aus Eilenburg.

Bürgermeister und Pfarrerin betonten, dass es unmöglich sei, allen an diesem Tag Danke zu sagen. "Wir wissen, es sind viel mehr", sagte Edelgard Richter und sprach von einem "schönen Beispiel, was Mitmenschlichkeit auslösen kann" und es werde gewiss "im privaten Bereich noch viele Möglichkeiten geben, Danke zu sagen".

Mit einem Danke-Lied, angelehnt an das Kirchenlied von Martin Gotthard Schneider, bildeten die Grunaer im Festzelt einen "Hochwasser-Chor" und sangen. Danach wurden kleine Schnäpse verteilt und gemeinsam angestoßen und gefeiert. "Ich hoffe, dass wir uns noch oft wiedersehen. Aber ohne Hochwasser in Gruna", sagte Schneider, der in Absprache mit der Dorfgemeinschaft bewusst auf großartige Reden oder die Verleihung von Orden verzichtete. Im Anschluss konnten sich die Helfer auf einem Erinnerungsfoto auf der Fähre und der "schlafenden Mulde" verewigen lassen. 700 Euro spendeten indes die Kameraden der Feuerwehr Pressel für das Dorf. Das Geld stammt aus dem Verkauf einer Festbroschüre und wurde am Sonnabend übergeben.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.05.2014
Von Nico Fliegner

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