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Bad Düben Grunaer Kirche hat nach über 70 Jahren wieder eine Uhr
Region Bad Düben Grunaer Kirche hat nach über 70 Jahren wieder eine Uhr
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22:12 12.09.2018
Grunas Ortschronist Rico Nauditt deutet schon mal die Uhrzeiger an, die in den nächsten Tagen im Uhrenwerk der Radfahrerkirche eingebaut werden sollen. Quelle: Fotos: Steffen Brost
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Gruna

Bald zeigt die Turmuhr der Grunaer Radfahrerkirche wieder in alle Himmelsrichtungen an, was die Zeit geschlagen hat. Nach über 70 Jahren bekommt die 300 Jahre alte Kirche ihre Uhr zurück. Im zweiten Weltkrieg lag der Ort samt Gotteshaus unter starkem Beschuss. Dabei wurde die Uhr zerstört, das Wahrzeichen war seitdem ohne Zeitmesser. Dem Ortschronisten Rico Nauditt war dies ein Dorn im Auge und so startete er Mitte 2016 das Projekt für eine neue Uhr. Rund 22 000 Euro sollte dies kosten. Nauditt setzte alle Hebel in Bewegung, organisierte Spenden und rief eine Crowdfunding-Aktion ins Leben. „Wir haben bei allen Veranstaltungen rund um Gruna auf unser Projekt hingewiesen. Am Ende kam rund die Hälfte zusammen. Der Rest wurde durch Fördermittel und die Kirche ausgeglichen“, erzählte der junge Mann. Auch ein paar Dämpfer musste Nauditt hinnehmen. So kam bei der Aktion im Internet nicht die gewünschte Summe zusammen.

Parthensteiner Firma baut Uhr ein

Doch Nauditt und seine Mannschaft rührten nach Ende der Aktion weiter fleißig die Spendentrommel. Mit Erfolg. Seit einigen Tagen steht nun ein Gerüst an der Kirche. Eine Firma aus Parthenstein bei Klinga hat sich für solche Arbeiten an Turmuhren und Glockengeläutanlagen spezialisiert und mit dem Wiedereinbau der Mechanik und der Ziffernblätter begonnen. „Die neuen Ziffernblätter sind 1,10 Meter im Durchmesser groß. In den nächsten Tagen sollen die Zeiger und die Mechanik im Inneren eingebaut werden. Das Geläut, das sich immer noch im Turm befindet, wird wieder angeschlossen, so dass künftig mittags 12 Uhr und abends 18 Uhr wieder automatisch geläutet werden kann.“ Ursprünglich wollte man eigentlich auch Teile des alten Uhrwerkes mit verwenden. Allerdings ist das stark in Mitleidenschaft gezogen und verrostet. „Fachleute haben gesagt, dass dies äußerst kompliziert geworden wäre. Deshabl hat man sich letztlich doch dagegen entschieden“, erklärte Nauditt.

Gebäude erhielt neuen Anstrich

Parallel mit dem Wiedereinbau der Turmuhr wurde gleichzeitig das Gebäude neu angestrichen. „In und an der Kirche sind noch diverse Hochwasserschäden zu beseitigen. Auch eine Sanierung des Orgelgehäuses, der Kanzel sowie des Altartisches von 1500, der zur Restauration ausgelagert wurde, ist geplant. „Ich hoffe, dass dann im nächsten Jahr alle Schäden und Reparaturen in der Kirche beendet sind und das Gotteshaus in voller Pracht erstrahlen kann“, hofft Rico Nauditt.

Von Steffen Brost

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