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Bad Düben Grundschule Laußig scheitert am Dienstag ein zweites Mal im Gemeinderat
Region Bad Düben Grundschule Laußig scheitert am Dienstag ein zweites Mal im Gemeinderat
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16:49 28.11.2012
Keine Hoffnung mehr: Die Schule in Laußig wird geschlossen. Quelle: Nico Fliegner
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Pressel

Die Schule wird geschlossen.

Es war der allerletzte Funken Hoffnung, den die Räte aus der Altgemeinde Laußig hatten. Sie schalteten deshalb im Vorfeld der Ratssitzung einen Anwalt sowie die Kommunalaufsicht des Landkreises ein, weil sie der Auffassung waren, dass die Gemeinderäte Silvana Klugmann und Harald Trebeljahr aus Authausen beim Thema Grundschule befangen sind. Ihre Überlegungen: Wenn das so sein sollte, könnten sich die Mehrheitverhältnisse im Gemeinderat zugunsten der Laußiger Schule ändern. Der Druck von den Eltern vieler Laußiger Kinder, der auf sie lastete, war enorm. Doch es kam anders.

Bei Klugmann traf die Befangenheit nicht zu, wie das Kommunalamt prüfte und der Gemeinde mitteilte. Gegen zwei weitere Gemeinderäte, Hans-Jürgen Baltz und Michael Bolduan, wurde im Vorfeld ebenfalls der Verdacht auf Befangenheit geäußert. Der erwies sich aber ebenso als unbegründet. Bei Trebeljahr wiederum ist die Sache anders: Bei ihm liegt tatsächlich ein Grund vor, weil seine Frau als Lehrerin in der Grundschule Authausen tätig ist.

„Wir brauchen am Ende einen rechtssicheren Gemeinderatsbeschluss", sagte Laußigs Bürgermeister Lothar Schneider (parteilos). Trebeljahr erklärte sich daraufhin für befangen. Und so dufte er am Dienstagabend, als es erneut um die Grundschule Laußig ging, nicht mit abstimmen. Er musste aus den Ratsreihen rausrücken – und rückte sogar ziemlich weit raus. Der Authausner erhob sich von seinem Platz und stellte sich an den Anfang der Tischspitze. So viel Abstand wäre eigentlich gar nicht notwendig gewesen. „Das macht mich traurig, dass es im Gemeinderat so weit gekommen ist. Das ist die unterste Schublade, die hier geöffnet wird", erklärte der Authausener an die Adresse der Alt-Laußiger Gemeindevertreter.

Die Abstimmung selbst ging dann reibungslos über die Bühne: Sieben Räte waren für die Zulassung des Antrages, der den Schulschließungsbeschluss aus dem Jahr 2011 aufheben sollte, sechs plus Bürgermeister dagegen. Patt und Ablehnung.

Der Laußiger Gemeinderat David Himmer (Die Linke) hatte anschließend noch Erklärungsbedarf: „Wir sind die einzige Gemeinde in ganz Sachsen, die jetzt gesagt hat, wir schließen eine Schule. Sonst machen das nur Behörden", gab er zu bedenken. Bürgermeister Schneider sagte: „Das ist kein schöner Job, das macht hier keiner freiwillig. Die Frage ist doch aber: Wo geht es hin?" Sollte die Landesregierung nicht die erforderliche Schülerzahl von mindestens 15 auf zehn für eine erste Klasse senken, würden weitere Grundschulen in Zukunft schließen müssen. „Wir haben keine Schule zugemacht, wir haben zwei gerettet", sagte Schneider mit Blick auf Authausen und Doberschütz.

Einwohner, die zahlreich erschienen waren, zeigten sich befremdlich über den Umgang der Gemeinderäte miteinander. Deutlich wurde, dass es mittlerweile zwei Lager gibt. „Ich höre hier immer nur Alt-Kossa und Alt-Laußig. Setzt euch zusammen und macht endlich wieder Politik für die gesamte Gemeinde", mahnte Bernd Kläring aus Pressel.

Nico Fliegner

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