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Hälfte der Grunaer für Umsiedlung

Hälfte der Grunaer für Umsiedlung

Die Grunaer geben auf. Nachdem der Ort zum zweiten Mal nach 2002 im Muldehochwasser unterging, wollen viele von ihnen keinen Neuanfang in diesem Dorf. Sie haben Unterschriften für eine Umsiedlung gesammelt.

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Gruna ist voller Wasser. Bis zu einem Meter steht es gestern noch im Dorf, der Wasserstand sinkt nur langsam. Eine Deichbruchstelle im Dorf, die in der Nähe vom Friedhof ist, sorgt jetzt für mehr Abfluss. Doch aus Mörtitz strömt weiter Wasser ein.

Quelle: Thomas Jentzsch

Gruna. "Es geht nicht mehr, wir wollen nicht mehr. Das ist einfach zu viel", sagt Andreas Linke am Donnerstag am LVZ-Telefon. Seine Petition zählt 32 Unterschriften. Bisher. Weitere 20 der insgesamt rund 70 Hausbesitzer sind noch nicht erreicht worden. "Ich gehe davon aus, dass zirka die Hälfte der Einwohner nicht mehr zurück will", sagt er. Im Jahr 2000 ist der heute 54-Jährige mit seiner Frau in sein Häuschen gezogen. Gut zwei Jahre später folgte die erste Katastrophe. Nun bittet er um Hilfe, regt eine Gesprächsrunde mit "den richtigen Leuten am Tisch" an, um "sachlich" über das Thema Umsiedlung zu diskutieren.

Nordsachsens Landrat Michael Czupalla (CDU) kennt das Problem und äußert Verständnis für die Betroffenen. "Viele, die nun zum zweiten Mal betroffen sind, wollen weg aus Löbnitz, Glaucha oder Gruna. Das habe ich in den vergangenen Tagen oft gehört. Sie wollen Flächen, schnellen und unkomplizierten Umgang für den Neuanfang an einem anderen Ort. Ich nehme das ernst und stehe für jedes sachliche Gespräch zur Verfügung", sagte der 61-Jährige. Er wolle das Thema an den Umwelt-Minister und die Staatsregierung herantragen. Priorität habe momentan die Gefahrenabwehr.

"Dass Grunaer jetzt darüber nachdenken, halte ich für legitim und völlig normal", erklärt Laußigs Bürgermeister Lothar Schneider (parteilos). Niemand habe damit gerechnet, dass eine Flut solchen Ausmaßes das Dorf erneut so in kürzester Zeit treffen werde. "Vieles ist jetzt sicher auch emotional gesteuert. Mein Vorschlag: Lasst uns erstmal einen genauen Überblick verschaffen und mit der Schadensbeseitigung anfangen und dann können wir intensiv darüber nachdenken."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.06.2013

Frank Pfütze / Nico Fliegner

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