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Hammermühler Freibad-Becken ist löchrig wie ein Schweizer Käse

Hammermühler Freibad-Becken ist löchrig wie ein Schweizer Käse

Winterpause im Freibad Hammermühle? Mitnichten. Chef Andreas Glewe nutzt das milde Wetter intensiv für Reparaturen und Verschönerungsarbeiten. "Wir entrümpeln, verlegen die Wasserleitungen neu und bereiten die Saison vor, die Mitte Mai beginnt.

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Andreas Glewe zeigt die maroden Stellen. Jedes Jahr versickern Tausende Liter Wasser durch den maroden Beton der Schwimmbecken.

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. Außerdem sind wir an den sanitären Einrichtungen dran", sagte Glewe. In den vergangenen Wochen haben sich zudem Randalierer an der Anlage zu schaffen gemacht. Der Schaukasten wurde demoliert und überall wurde wilder Müll abgelagert. Die Übeltäter entwickeln dabei wahren Erfindungsreichtum. Sie schleuderten den Müll in hohem Bogen über den Zaun in zwei Container, die im Eingangsbereich standen. Mit einer mehr oder weniger hohen Trefferquote.

Doch es gibt noch größere Probleme. Seit Jahren ist das Freibad an verschiedenen Ecken ziemlich marode. Vor allem die beiden großen Schwimmbecken treiben dem Betreiber Schweiß auf die Stirn. Denn die Betonböden sind löchrig wie Schweizer Käse. Jedes Jahr versickern so Tausende Liter aufbereitetes Wasser. Auf Dauer ein großer Verlust und eine teure Angelegenheit. "Das Freibad wird im nächsten Jahr 60 Jahre alt. Seit dem Bau ist nicht viel gemacht worden. Vieles ist noch original. Bis auf die vielen Beton-Flicken. Die sind von mir", erzählt Glewe. Jedes Jahr muss der Kossaer nach der Winterpause den Beckenboden genau unter die Lupe nehmen und nach neuen undichten Stellen suchen, aufbrechen und neu betonieren. "Wir hatten 2014 einen so hohen Wasserverlust wie noch nie", so der Betreiber.

Die Lösung wäre nur eine vollständige Sanierung der Becken. Auch eine Verkleinerung des überdimensionalen Schwimmbereiches wäre eine Alternative. Ideen hat Glewe viele - aber kein Geld. Auch die vergangene Saison brachte nicht die erhofften Einnahmen. Dafür war das Wetter zu schlecht. "Man muss grundlegend entscheiden, was erstens mit dem Freibad und dann mit den Schwimmbecken passieren soll. Es muss ein ordentlicher Unterbau drunter. Dann könnte Folie, Edelstahl oder neuer Beton drauf. Alle drei Varianten kosten. Aber irgendetwas muss bald geschehen. Denn der Wasserverlust ist so groß, dass ich das Bad unter diesen Bedingungen nicht mehr lange halten kann", kündigte Glewe an. Problem Nummer zwei sind die Filteranlagen. Zwar gab es bei den zahlreichen Untersuchungen der Wasserbehörde keine Qualitäts-Beanstandungen. Das Problem steckt aber im Detail. Glewes Vorgänger baute zahlreiche alte, bereits gebrauchte Materialien ein. Die sind marode und müssten ausgewechselt werden. Haupt-Feind ist der Rost. "Vieles wird heute in PVC verlegt. Das rostet nicht", so Glewe. Problem Nummer drei sind die Wege innerhalb des Geländes. Fast 90 Prozent der Gehwegplatten sind verschoben, gebrochen und teilweise vom Maulwurf unterhöhlt. Perspektivisch muss ein neuer Unterbau eingebracht werden. "Da will ich noch nicht mal von den Gebäuden und den Toiletten sprechen. Hier wurde bereits in Eigeninitiative vieles auf Vordermann gebracht", zählte der Kossaer auf. Glewe setzt auf die neue Saison, auf Camper sowie Veranstaltungen. Das bringt Geld in die leere Kasse für kleinere Reparaturen.

Geplant sind in diesem Jahr wieder Männertag, Rock open Air sowie Schulfeiern und private Feste. Das Bestellbuch ist gut gefüllt. "Wenn wir nicht soviel Spaß und Enthusiasmus hätten, wäre das Freibad schon geschlossen", machte Glewe deutlich.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.02.2015
Steffen Brost

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