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Heide Spa - Landkreis bleibt im Boot

Heide Spa - Landkreis bleibt im Boot

Nordsachsens Landrat Michael Czupalla (CDU), der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Kurbetriebsgesellschaft Dübener Heide ist, hat das finanzielle Engagement des Kreises am Wellnesszentrum Heide Spa in Bad Düben verteidigt.

Bad Düben. Gemeinsam mit Kurdirektor Reiner Heun zog das Kreisoberhaupt vor dem Bad Dübener Stadtrat Bilanz und gab einen Ausblick zu bevorstehenden Investitionen.

"Das Heide Spa ist eine reine Erfolgsgeschichte. Deshalb gilt für mich: Wir werden unsere Anteile halten, genau so, wie ich immer sage, dass ein Verkauf der kommunalen Krankenhäuser mit mir nicht machbar ist", sagte Czupalla mit Blick auf den angespannten Haushalt. Der Landkreis habe, eben weil Bad Düben Kurstadt ist, "eine besondere Verpflichtung". Nordsachsen hält mit 51 Prozent die Mehrheitsanteile an der 1997 gegründeten Kurbetriebsgesellschaft. Die Stadt Bad Düben ist mit 29, die Sparkasse Leipzig mit 20 Prozent beteiligt. Nach wie vor ist das Heide Spa allerdings ein Zuschussgeschäft. Der finanzielle Aufwand, den alle drei Partner leisteten, lag im vergangenen Jahr bei 345 000 Euro. 85 Frauen und Männer sind fest angestellt. Hinzu kämen Saisonkräfte. Seit 2000, als das Wellnesszentrum eröffnet wurde, sind 3,2 Millionen Besucher in den verschiedenen Abteilungen gezählt worden - das sind im Schnitt etwa 180 000 Besucher pro Jahr. Ein "wichtiger Quellraum", wie Kurdirektor Heun sagte, sei der Raum Wittenberg. Das Gros der Badegäste käme ohnehin aus Sachsen-Anhalt. Heun sprach von "stabilen Besucherzahlen", die dieses Jahr allerdings getrübt würden. Denn im Juni musste das Heide Spa aufgrund des Hochwassers mehrere Tage schließen, um das städtische Abwassersystem zu entlasten.

Gut entwickelt habe sich das Hotel am Heide Spa, das jüngste Kind. Zwölf regionale Gesellschafter brachten 1,6 Millionen Euro für den Bau auf, konnten sich 2012 über eine Rendite in Höhe von 16,4 Prozent freuen. Die durchschnittliche Bettenauslastung lag im vorigen Jahr bei 67 Prozent. "Wir haben immer mehr Wiederholungsbesucher", zeigte sich Czupalla erfreut. 66 Prozent der Gäste kämen aus dem Osten Deutschlands. Die Aufenthaltsdauer liege im Schnitt bei 2,11 Tagen, 80 Prozent seien Direktbuchungen. Der Hotelbetrieb verzichte dabei bewusst auf Massentourismus, große Reisegruppen und Coupon-Aktionen, ergänzte Heun. Dennoch seien im vorigen Jahr 40 000 Pauschalen verkauft worden. Mit dem Hotelbau habe es zudem "einen Sprung in der Gastronomie" gegeben. Rückläufig seien dagegen sogenannte ambulante Anwendungen. Nach wie vor gebe es aber die für Bad Düben typischen Moorbehandlungen in dem Haus - etwa 1000 sind es im Jahr. "Das Ziel, mit dem Heide Spa frisches Geld in die Region zu bringen, ist erreicht worden." Die Stadt profitiere von den Gästen. "Wir wollen künftig den Zuschussbetrag absenken", so Heun.

13 Jahre nach der Eröffnung ist nunmehr auch die Zeit für Erneuerungen und weitere Investitionen gekommen. Im Heide Spa selbst ist mit dem sogenannten "Refreshing", der Modernisierung, bereits begonnen worden. Nächstes Ziel ist der Bau von 17 Fünf-Sterne-Ferienwohnungen (Appartements); am Freitag ist der Bauantrag eingereicht worden. Weitere Pläne sind die Hotelerweiterung sowie ein Feriendorf.

Die Bad Dübener Stadträte, die den Bericht eingefordert hatten, nahmen die Ausführungen zur Kenntnis. Stadträtin Heike Nyari (Bürgerkreis) musste allerdings "einen kleinen Wermutstropfen" loswerden - bei Großveranstaltungen funktioniere die gastronomische Bewirtung oftmals "nicht optimal", Gäste müssten lange auf Getränke warten, kritisierte sie. "Wir sind für Hinweise dankbar und nehmen das mit", reagierte Czupalla. © Kommentar

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..

Nico Fliegner

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