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Heidedorf-Bewohner schnorren von Haus zu Haus

Heidedorf-Bewohner schnorren von Haus zu Haus


Authausen/Kossa. Komische Gestalten zogen am Sonnabend durch die Heidedörfer Authausen und Kossa. Und wer ihnen in die Quere kam, musste blechen.

. Die Landfrauen aus den Dörfern waren auf Zemper-Tour. Bunt kostümiert liefen sie von Haus zu Haus und schnorrten süßes Naschwerk für die Kinder und den einen oder anderen „Lustigmacher“ für die Erwachsenen.

Es ist Sonnabend, kurz vor 14 Uhr. Am Bürgerhaus in Kossa herrscht noch Ruhe. So nach und nach kommen sie dann aus ihren Grundstücken, die Frauen, Männer und Kinder. Allesamt in Faschingsklamotten, allesamt überaus gut gelaunt. Die Kinder Yannik Barth und Dominic Mieth sind zum ersten Mal dabei und schon gespannt, was sie erwartet. „Da steht ein Hexenbesen in der Ecke“, sagt der kleine Yannik etwas ehrfürchtig. Doch Angst hat der kleine Mann freilich nicht. Denn Mutti ist ganz in der Nähe.

 

 

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Authausen/Kossa. Komische Gestalten zogen am Sonnabend durch die Heidedörfer Authausen und Kossa. Und wer ihnen in die Quere kam, musste blechen. Die Landfrauen aus den Dörfern waren auf Zemper-Tour.

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Unterdessen stimmen sich Andrea Göpel, Erika Penndorf und die anderen vom Kossaer Landfrauenverein auf den Nachmittag ein. Flic Flac gibt es – ein Pflaumenschnaps in kleinen Fläschchen. Um eine Kostprobe kommt auch der LVZ-Reporter nicht herum. „Trinken Sie mal, der wärmt.“ Stimmt. Dann erklingt Musik: Reinhard Penndorf spielt auf dem Akkordeon. Währenddessen kommen immer mehr Einwohner des kleinen Dorfes zum Bürgerhaus, darunter Kathrin Heynrich, die die kleine Sophie Konrad als Hummel verkleidet auf dem Schlitten zieht. „Für die Kinder ist das etwas. Und weil’s unterwegs Süßigkeiten gibt, laufen sie auch recht zügig“, sagt Heynrich. „Das Zempern ist schon eine schöne Sache, auf jeden Fall.“ Noch kurz ein Gruppenfoto, dann startet der Zempertross durch Kossa.

Ein paar Kilometer weiter in Authausen sieht Sabine Haffke ziemlich gefährlich aus. Die Landfrau hat sich als Pirat verkleidet, mit Topfrassel und Spendenbüchse bewaffnet. „Durch Authausen kommt heute keiner, ohne Wegezoll zu zahlen“, sagt sie. Und just nähert sich schon das erste Auto, dessen Fahrer abkassiert wird. Die Häuser in der Durchwehnaer Straße abgeklopft, geht’s mit dem erotisch verzierten Traktor von Ingo Lindner in die Kirchstraße und weiter in die Hauptstraße. „Wir wollen heute das ganze Dorf schaffen“, erzählt Haffke. Dabei waren die Landfrauen in doppelter Mission unterwegs. Denn sie verteilten gleichzeitig die Fragebögen im Dorf zur DSL-Erhebung.

Wieder zurück in Kossa haben die Landfrauen das erste Grundstück erreicht. Ein spendabler Reinhard Lochmann zeigt sich den bunten Gestalten und gibt bereitwillig Knabberzeug, Bier und Süßigkeiten. „Hat’s fein gemacht, hat’s fein gemacht“, stimmt Erika Penndorf an, während Andrea Göpel schon die Flasche Schnaps zückt. Denn jeder, der den Landfrauen und Kindern etwas gibt, bekommt ein Gläschen mit Hochprozentigem. „Das ist super, einwandfrei“, sagt Lochmann. Und weiter geht’s zur Familie Wolf, die ebenso spendabel die Kinder versorgt. Die „Beute“ des Tages kommt in einen Handwagen, den Nancy Böhme als Schneehase verkleidet an diesem Tag zieht.

In Authausen haben die Landfrauen derweil das Grundstück von Familie Lönnig erreicht. Jutta Lönnig hat die Truppe schon erwartet und freut sich, etwas geben zu können. „Die Kinder freuen sich“, sagt sie. Auch Ingrid Prautzsch steht schon Spalier und füllt den Traktoranhänger mit „Lustigmacher“ – das ist Sekt – und Naschereien für die Jüngsten. Ihre dreijährige Enkelin ist zum ersten Mal dabei und hat schnell Anschluss gefunden. „Ich laufe auch gleich mit und gehe dann noch ins Bürgerhaus zum Feiern“, erzählt Prautzsch.

Feiern ist dann nach mehreren Stunden auch das Stichwort in den beiden Dörfern. In den Bürgerhäusern kommen die Landfrauen zusammen, packen all das Zusammengeschnorrte auf den Tisch und verteilen es gerecht untereinander. Und eins steht seit Sonnabend fest: Böse Geister wird es in Kossa und Authausen dieses Jahr nicht geben. Die Landfrauen und ihre kleinen Helfer haben sie ganz bestimmt erfolgreich vertrieben und die spendierfreudigen Einwohner dazu beigetragen.

Nico Fliegner

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