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Bad Düben Heiratswillige Bad Dübener: Zahl der Eheschließungen stabil
Region Bad Düben Heiratswillige Bad Dübener: Zahl der Eheschließungen stabil
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Heiraten in Bad Düben ist in. Quelle: Steffen Brost
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Bad Düben

Standesbeamtin Birgit Pfuhl ist zufrieden. Die 53-Jährige übt diesen Job seit 1984 in der Kurstadt aus. Sie ist nicht nur die Chefin des Standesamtes, sondern auch des Ehe-Registers. "Hier sind alle Geburten, Hochzeiten, Eheschließungen, Scheidungen und Sterbefälle in Bad Düben erfasst. Und das seit 1874", erklärt sie. Birgit Pfuhl ist eigentlich Verwaltungsfachangestellte. Denn Standesbeamtin ist kein Lehrberuf. Erhältlich ist der Titel erst nach Absolvierung eines Lehrberufes sowie einer speziellen Qualifikation.

In Bad Düben gibt es insgesamt drei Standesbeamte. Neben Birgit Pfuhl dürfen Bürgermeister-Sekretärin Andrea Kern und das Stadtoberhaupt Astrid Münster (FWG) den Akt der Eheschließung vollziehen. Im Schnitt um die 60-mal trauen sich Eheleute jedes Jahr vor den Traualtar. Doch nicht immer hält das ein Leben lang. "Die erste Ehe, die ich als Standesbeamtin geschlossen habe, war am 27. April 1985. Die gilt immer noch. Das ist ja doch ein gutes Omen", lacht die 53-Jährige.

Vieles hat sich im Laufe der Zeit verändert. Aus der einst steifen Zeremonie werden heute gelegentlich pompöse Feiern. Da gibt es zuweilen besondere Musikwünsche, andere wollen, dass der Vater die Braut in den Saal führt, der Hund oder die Kinder die Ringe bringen. Wiederum andere wählen ein historisches Outfit, heiraten nicht ganz in Weiß. "Ich bin für solche ausgefallenen Dinge nicht so, weil die Eheschließung ja eine Amtshandlung ist. Aber wir machen fast alles möglich. Ich habe noch nie einen Termin abgelehnt", so Pfuhl nicht ohne Stolz.

Eine der verrücktesten Hochzeiten gab es kurz nach der Wende im Rahmen des einstigen Wintercampings. Mitten in der Nacht ließen sich gleich mehrere Pärchen bei Temperaturen weit unter null Grad bei einer nordischen Zeremonie trauen. Eheschließungen in den ehrwürdigen Gemäuern sind bis heute beliebt. Doch das Hochwasser hat der 1000-Jährigen mächtig zugesetzt. Weil nächstes Jahr umfangreiche Bauarbeiten anstehen, gibt es 2016 keine Möglichkeiten, hier in den Hafen der Ehe einzulaufen.

Wenn Birgit Pfuhl am 23. Dezember die letzte Hochzeit in diesem Jahr schließt, endet für die Standesbeamtin ein arbeitsreiches Jahr. "Wegen der vielen Brückentage gab es jede Menge Hochzeiten am verlängerten Wochenende, an einem Tag waren es sechs Eheschließungen hintereinander", erzählte sie. Bad Düben punktet bei den Heiratswilligen mit vielen Aspekten. "Bei uns gibt es individuelle Reden, wir erfüllen Wünsche für Livemusik, es gibt genügend Parkplätze am Rathaus und wir haben einen Behindertenlift, sodass Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer teilnehmen können", so Pfuhl.

Steffen Brost

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