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Hickhack in der Freiwilligen Feuerwehr: Zwei Wehrleiter werfen das Handtuch

Hickhack in der Freiwilligen Feuerwehr: Zwei Wehrleiter werfen das Handtuch


Bad Düben. Wenn am 16. März auf der Jahreshauptversammlung Stadtwehrleiter Jürgen Jungchen, verantwortlich für die Feuerwehren in Bad Düben, Schnaditz und Tiefensee, eine Rede hält, kann er einen Satz aus dem Vorjahr getrost wieder verwenden: „Es wird dauern, bis wir so zusammengewachsen sind, dass man sagen kann, wir alle sind die Freiwillige Feuerwehr Bad Düben mit den Stadtteilwehren und stehen voll dahinter.

." Von diesem Ziel ist Bad Düben weit entfernt.

Am Sonnabend hat Tiefensees Wehrleiter Roland Reyer das Handtuch geworfen; auch der kommissarische Schnaditzer Ortswehrleiter René Eckardt legte sein Amt nieder. Grund ist das feuerwehrinterne Hickhack, das beide nicht länger mitmachen wollen.

Es sind die Nachwehen der unglücklich zustande gekommenen neuen Feuerwehrsatzung. Dem Dübener Stadtwehrleiter Sven Hindemitt werden Alleingänge und eigenmächtiges Handeln vorgeworfen. Aus Feuerwehrkreisen hieß es, man habe ihm den Rücktritt nahe gelegt, er wolle aber im Amt bleiben. Die Konsequenz daraus ziehen nunmehr Reyer und Eckardt – sie gehen, weil die Differenzen zu groß geworden sind. Jetzt muss in den Ortswehren neu gewählt werden. Kandidaten, die Verantwortung übernehmen wollen, sind gefragt. Ob sich die finden werden?

„Ich hoffe, das ist jetzt nicht der Anfang vom Ende der kleinen Wehren", sagte Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) am Montagabend, als das Thema Feuerwehr beim Heimatverein abgehandelt wurde. „Wenn die Führungsebene wegbricht, habe ich große Sorge." Münster sieht ein Zusammenwachsen der drei Wehren angesichts der aktuellen Probleme nicht. Dabei scheint die ganze Misere hausgemacht zu sein. „Die Streitereien sind von unseren eigenen Kameraden geschmiedet. Das ist sehr beschämend", sagte Horst Littmann, seit 60 Jahren Mitglied der Bad Dübener Feuerwehr. Mit Sven Hindemitt habe die Stadtteilwehr einen „guten Wehrleiter", konstatierte er. Man sei derzeit bemüht, ihn zu halten.

Dabei gibt es innerhalb der Feuerwehr mittlerweile zwei Lager: Das eine will mit Hindemitt, das andere kann nicht mehr mit ihm. Das Vertrauensverhältnis ist tiefgreifend gestört. Und dabei ist die Endlos-Debatte um ein Wahlrecht für die Alterskameraden, das in der neuen Satzung nicht verankert worden ist, wohl nicht mal der Hauptgrund, der zu den Diskrepanzen führte. Es geht vor allem um persönliche Befindlichkeiten und Kompetenzgerangel. Die Verantwortlichen bei der Feuerwehr hüllen sich derweil in Schweigen, bereiten so den Nährboden für weitere Spekulationen. Krisenkommunikation: Fehlanzeige.

Die Bürgermeisterin will jedenfalls auf der Jahreshauptversammlung „deutliche Worte finden". Selbst für den Stadtrat sei der anhaltende Streit nicht mehr nachvollziehbar. „Wir werden auf jeden Fall bei der neuen Satzung mit ihren Strukturen und Regelungen bleiben." Das trifft auch für das Wahlrecht der „Alten" zu. Aber anstelle dessen könnte die Ehrenabteilung einen Kameraden in den Feuerwehrausschuss entsenden.

„Die Feuerwehr ist in einer Gemeinde der Bauhof. Wir lassen das Schnitzel auf dem Teller, wenn wir gerufen werden", sagte Alterskamerad Littmann zur Bedeutung einer Feuerwehr. Er hatte wie viele andere gehofft, dass der Paragraf zum Wahlrecht geändert wird. Vergeblich. Aber darum geht es schon lange nicht mehr in den Reihen der Feuerwehr.

Nico Fliegner

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