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Hilfe aus Laußig für das weißrussische Saschirje

Hilfe aus Laußig für das weißrussische Saschirje

Laußig. Zum sechsten Mal besuchte jetzt eine Laußiger Bürger-Delegation das weißrussische Dorf Saschirje. Die Beziehungen knüpfte vor Jahren eine Elterninitiative unter Leitung des Leipzigers Rainer Winkler.

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Bernd Kläring, Rainer Winkler und Bürgérmeister Lothar Schneider (von links) schauen sich die Fotos von ihrem Besuch in Saschirje an.

Quelle: Steffen Brost

"Seit 18 Jahren arbeiten wir als unabhängige Gruppe für ein fast vergessenes Dorf am Rande der Zone der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl. Wir helfen den Menschen dort mit Hilfstransporten, laden Kinder zur Erholung in die Dübener Heide ein", so Winkler.

Laußigs Bürgermeister Lothar Schneider (parteilos) hatte 1996 erstmals den Kontakt zu den Leipzigern. "Sie brauchten Übernachtungsmöglichkeiten für die Kinder. Schnell fanden wir im Presseler Schloss die Unterkünfte", erinnert sich Schneider. Seitdem hält er engen Kontakt in den Osten und organisiert die Aufenthalte mit, an denen 20 bis 25 Kinder im Alter von 9 bis 15 Jahre dabei sind.

Auch diesmal saß Schneider mit Bürgern aus Laußig, Authausen, Pressel, Bernburg und Leipzig im Bus. "Wir haben erhebliche Fortschritte beobachtet, aber auch eine Verschlechterung der Lebenssituation festgestellt", schildert Winkler. Ein Problem stellt weiter die überhöhte Strahlung dar. Die Folge: vermehrt Hasenscharten bei Neugeborenen, blasse Gesichtsfarbe sowie eine geringe Belastbarkeit der Kinder.

"Jedes Jahr stellen wir nach dem Aufenthalt in unserer Region fest, das sich das Wohlbefinden der Kinder um 20 Prozent verbessert", kann Winkler aber auch konstatieren. Seit der Wende konnte die Initiative über 300 Kindern bei 18 Besuchen einen Besuch ermöglichen. Das werde aber auch in Zukunft nur dank zahlreicher Spenden möglich sein. Und so kurbeln Winkler, Schneider und Co. bereits, um den nächsten Trip der jungen Weissrussen im Sommer zu organisieren. Was schwierig wird. Alle die aus einem Nicht-Schengen-Abkommen-Land nach Deutschland einreisen wollen, müssen vorher ihre Fingerabdrücke abgeben. Das muss aber im 1000 Kilometer entferntem Minsk geschehen. "Wir müssen sehen, wie wir diese Kosten stemmen. Aber wir werden es, für die Kinder."

Einer der Unterstützer ist Bernd Klärung und dessen Frau aus Pressel. "Wir hatten schon dreimal Kinder bei uns. Und ich war zwei Mal mit in Saschirje. Die geben für den Besuch jedes Mal ihr letztes Hemd. Trotz der Armut sind die Tische mit Essen und Trinken prall gefüllt. Jeder hat dort ein Schwein oder eine Kuh. Das sichert das Überleben. Trotzdem hatte ich dieses Jahr den Eindruck, das die Armut stärker geworden ist", erzählte Kläring.

1997 reisten zum ersten Mal Deutsche ins 1600 Kilometer entfernte Saschirje. Der Kontakt wurde im Laufe der Jahre immer herzlicher. Man plante sogar eine Orts-Partnerschaft, in Laußig sollten in weißrussischer Bauweise errichteten Holzhäusern eine Begegnungsstätte entstehen und in Saschirje war ein Folkore-Museum geplant. "Das waren Gedanken, die sich schwer umsetzen lassen. Die Holzhäuser sind Kulturgut. Die lassen sich nicht so einfach bei uns aufbauen. Dazu kommen der teure Transport sowie unzählige Genehmigungen. Auch das Folkloremuseum ist eine Geldfrage. Die Orts-Partnerschaft ist noch nicht vom Tisch. Es gibt ein Vorhabenprotokoll. Wir arbeiten dran", verriet Schneider.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.12.2014
Steffen Brost

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