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Hilfe für Flüchtlinge: Dübens Sozialarbeiterin will Netzwerk für Ehrenamtler aufbauen

Projekt Hilfe für Flüchtlinge: Dübens Sozialarbeiterin will Netzwerk für Ehrenamtler aufbauen

Freiwillige zu finden, die Flüchtlinge begleiten, ist oftmals mühsam. Janet Liebich kümmert sich in Bad Düben um sie. Die Flüchtlings-Sozialarbeiterin sucht jetzt nach Wegen, um möglichst effektiv vielen helfen zu können. Dazu braucht sie die Unterstützung der Bevölkerung.

Flüchtlingssozialarbeiterin Janet Liebich aus Bad Düben bespricht mit Anas Aljarad aus Syrien die nächsten Termine für den Sprachkurs.

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. Ihr Job beginnt, wenn die Flüchtlinge und Asylbewerber in Bad Düben ankommen. Ab dann kümmert sich Janet Liebich, seit Februar beim Jugendmigrationsdienst des Diakonischen Werkes Delitzsch, um den Prozess des Ankommens und Eingewöhnens der Frauen und Männer und Kinder. Die Flüchtlingssozialarbeiterin sucht dabei nach Wegen, um möglichst effektiv vielen helfen zu können

Netzwerk aufbauen

Freiwillige zu finden, die sie auf diesem Weg begleiten, ist oftmals mühsam. Sie mache bei Gesprächen vor allem mit jungen Menschen immer wieder die Erfahrung, dass sich viele davor scheuen, ihre Bereitschaft zu erklären, obwohl sie grundsätzlich gar nicht so abgeneigt wären. Kein Wunder also, dass es vor allem die ältere Generation ist, auf die sie bisher bauen kann. Die 38-Jährige aber sagt: Eigentlich braucht es nicht unbedingt viel Zeit und Kraft, um sich einzubringen. Und deshalb will sie jetzt in der Kurstadt den bereits an der Begegnungsstätte im Postweg vorhandenen Stützpunkt weiter aus- und dort ein Netzwerk der Ehrenamtler aufbauen.

Für 300 Menschen zuständig

Das Einsatzgebiet der jungen Frau umfasst Bad Düben, Laußig und Taucha. Dort ist sie seit Februar für derzeit rund 300 Flüchtlinge zuständig, hilft beim Bezug einer Wohnung, kümmert sich um organisatorische Dinge, begleitet sie bei Behördengängen und zum Arzt, bringt sie in Sprachkurse. Vor allem bei den ganz praktischen Dingen des Lebens aber können sich die Bad Dübener einbringen: „Es geht gar nicht mal darum, dass immer viel Zeit investiert werden muss. Oder das man etwas ganz Bestimmtes können muss. Jeder kann doch irgendwas.“ Hat eine Bohrmaschine oder eine Kreissäge oder eine Schleifmaschine. Repariert kaputte Abflüsse, bringt technische Geräte wieder Gang, kann gut nähen, hat die Möglichkeit, mal ein, zwei Stunden Baby zu sitten oder Kinder für einen gewissen Zeitraum beschäftigen. Gerade jetzt in der Ferienzeit würden bei ihr immer mal wieder Mädchen und Jungen anklopfen und sagen, dass ihnen langweilig sei. Oberstes Ziel ist: Wer sich nützlich machen kann und will, meldet sich am besten bei Janet Liebich an. Sie erfasst die Daten, sammelt, durchforstet sie bei entsprechenden Hilfe-Anfragen und stellt den Kontakt her. „Oftmals sind es doch nur Kleinigkeiten, die den Einzelnen vor unlösbare Probleme stellen, die aber mit Hilfe schnell erledigt sind.“

Zeittauschbörse

In Taucha laufe das Projekt Zeittauschbörse schon sehr erfolgreich. Das Prinzip: Menschen, die Zeit haben, melden sich bei den Sozialarbeitern, die wiederum vermitteln an die, die Hilfe und Unterstützung brauchen. Ähnlich soll es in der Kurstadt funktionieren. „Es geht schließlich darum, eine Gemeinschaft aufzubauen, das Wir-Gefühl zu stärken.“ Deshalb sollen sich von den Angeboten möglichst viele Dübener angesprochen fühlen, nicht ausschließlich Asylbewerber und Flüchtlinge. Das stehe auch als Motivation für die Begegnungsstätte, die im dritten Quartal in den Würfel am Schalm ziehen soll. Bisher fühlen sich vor allem die Flüchtlinge noch am meisten angesprochen. „Es hat sich aber rumgesprochen, dass es eine Begegnungsstätte für alle ist.“ Das Café International ist solch ein Beispiel, wo sich die Bevölkerungsgruppen schon langsam mischen.

Info: Sprechtag in Bad Düben: Dienstag von 9 bis 12 Uhr in der Begegnungsstätte Postweg, Telefon 0151 16350632, E-Mail: migration.bad-dueben@diakonie-delitzsch.de.

Von Kathrin Kabelitz

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