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Bad Düben Hochwasser: Naturschützer werfen Stadt Versäumnisse vor
Region Bad Düben Hochwasser: Naturschützer werfen Stadt Versäumnisse vor
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21:00 30.09.2010
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. Denn hätte Meister Bockert dort nicht ganze Arbeit leisten und den Hammerbach an zwei Stellen anstauen dürfen, wäre die Hochwassersituation vielleicht glimpflicher ausgegangen, mutmaßen Betroffene. Dort standen zu Beginn der Woche Grundstücke unter Wasser, eine Garage lief voll (wir berichteten). Doch die Naturschützer weisen jegliche Schuld von sich. Die Biberdämme hätten sehr wohl im Vorfeld rückgebaut werden dürfen.

Werner Sykora, der Biberschutzbeauftragte des Landkreises Nordsachsen, hat nach eigenen Angaben die Stadtverwaltung, die für den Hammerbach als Gewässer zweiter Ordnung verantwortlich ist, „mehrfach darauf hingewiesen", zu handeln. Aus einem Protokoll, das dieser Zeitung vorliegt, geht hervor, dass bereits im Februar eine Terminkette vereinbart worden war. Danach sollte ein Damm im Juli entfernt werden. „Das ist dumm gelaufen, weil sich die Stadt nicht an den Termin gehalten hat", sagt Sykora. Schließlich kam der heftige Regen und habe das Fass im wahrsten Sinn des Wortes zum Überlaufen gebracht.

Die Stadt weist die Vorwürfe derweil zurück. „Wir haben die Biber-Dämme permanent rückgebaut, nehmen aber immer nur die Spitze weg. Für weitergehende Maßnahmen müssen wir uns eine Genehmigung beim Landratsamt einholen", erklärt Bad Dübens Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG). Bereits im Februar seien mehrere Bäume am Bachlauf gefällt worden, um dem Biber das Material zu nehmen. Beim aktuellen Hochwasser „kamen viele Faktoren zusammen", so Münster weiter. Sie macht in erster Linie den heftigen Niederschlag verantwortlich, dass sich das Wasser auf der Wiese breit machte. Die betroffenen Grundstücke würden dort am tiefsten Punkt liegen. Zudem hätte die Drainage versagt. Ursächlich seien aber auch Grundstücksbesitzer in der Hammermühle, die ihre Entwässerung in den Bach leiteten. Die Stadtchefin kündigte Konsequenzen an.

Für Werner Sykora hat das Problem am Hammerbach noch viel tiefer gehende Ursachen. „Wir müssen den Bach in sein altes Bett bringen." Der Hammerbach floss einst dort entlang, wo dieser Tage die Grundstücke unter Wasser standen. „Ohne Katastrophe kein Fortschritt", sagt Sykora. Der Biberschutzbeauftragte hofft, dass alle Beteiligten zu einer dauerhaften Lösung kommen. Die kostet freilich Geld. Kommt sie nicht, sei ein Szenario wie das dieser Tage programmiert – Biber hin, Biber her.

Nico Fliegner

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