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Höhenfeuerwerke: Ärger mit schwarzen Schafen

Höhenfeuerwerke: Ärger mit schwarzen Schafen


Nordsachsen. Nordsachsens Profi-Feuerwerker fühlen sich angesichts der zuletzt aufgeflammten Kritik über Höhenfeuerwerke in Bad Düben und Laußig unter Generalverdacht gestellt.

. Die Zunft würde sich „im Gegensatz zu so manch einer Privatperson" an Regeln, Gesetze und Verordnungen halten, sagt der Liemehnaer Pyrotechniker Uwe Winkler, der seit über zehn Jahren im Geschäft ist und den regionalen Markt kennt.

Höhenfeuerwerke – für die einen sind sie ein schönes Schauspiel am nächtlichen Himmel, die eine Hochzeit, eine Geburtstagsfeier oder ein Jubiläum bereichern. Für die anderen sind sie ein Fluch, weil es – so beobachten Kritiker zunehmend – mittlerweile an jedem Wochenende irgendwo minutenlang knallt. Besonders betroffen: die Stadt Bad Düben und die Gemeinde Laußig. Dort, wo es viel Gastronomie und viele Feiern gibt, dort werde geballert, klagen Anwohner und sprechen von nächtlicher Ruhestörung, Beeinträchtigungen für die Tierwelt und ein Versagen der Ordnungshüter.

„Jedes Gesetz ist nur so gut, wie es kontrolliert wird", sagt Uwe Winkler zur Problematik. Die professionellen Pyrotechniker, die für Festivitäten gebucht werden, hielten sich an die Regeln. „Wir zeigen unsere Feuerwerke beim Landratsamt an", erklärt der 50-Jährige. Dieses wiederum setze dann die Kommunen und Feuerwehren in Kenntnis. Pyrotechniker bräuchten im Gegensatz zu Privatpersonen keinen Antrag auf Ausnahmegenehmigung stellen. Aber die Zunft hätte sich ebenso an Polizeiverordnungen zu halten. Und mitunter gebe es auch ein Veto der Landkreisbehörde, zum Beispiel wenn der Naturschutz beeinträchtigt wäre. „Wenn wir unsere Feuerwerke nicht anzeigen, laufen wir Gefahr, ein Ordnungswidrigkeitsverfahren zu bekommen. Und wenn das häufiger passiert, ist irgendwann die Zulassung weg", sagt er. Dieses Risiko setze sich keiner seiner vier Mitbewerber im Altkreis Delitzsch aus. „Wir leben schließlich davon."

Vielmehr seien es „schwarze Schafe", so Winkler weiter, die die Pyrotechnik und letztlich seine Zunft in Verruf brächten, weil diese größtenteils ohne Genehmigung agierten. „Die Gefahr, erwischt zu werden, ist ja auch gering", weiß er. Es fehlten schlichtweg Kontrollen.

Doch die Schwarz-Knallerei, verbunden mit der Kritik der Bürger führte in den vergangenen Jahren bereits zu verschärften Regelungen in den Kommunen, unter denen nunmehr die gesamte Branche leidet: In Delitzsch beispielsweise werden Genehmigungen nur „bei nicht wiederkehrenden Ereignissen" erteilt. Am Schloss ist das Knallen komplett untersagt. In Eilenburg sind Höhenfeuerwerke außer der Reihe für Privatleute gar nicht möglich, finden aber trotzdem statt – illegal. Und in Bad Düben steht in der Polizeiverordnung lediglich: „Das Böllerschießen mit Schwarzpulver ist erlaubnisfrei. Das Böllern muss bei der Ortspolizeibehörde 14 Tage vorher angezeigt werden. Die gültige Erlaubnis nach dem Sprengstoffgesetz ist vorzulegen."

Winkler bezweifelt vor allem für den Bad Dübener Raum, dass für jedes dort privat zelebrierte Feuerwerk eine Genehmigung vorliegt. „Nach unseren Recherchen hat es dieses Jahr bislang zwei offizielle Feuerwerke in der Stadt gegeben." Alle anderen seien gesetzeswidrig verschossen worden. „Das ist für alle diejenigen ein Schlag ins Gesicht, die gut und sauber arbeiten."

Nico Fliegner

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