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Hohe Wahlbeteiligung und Wahllokal-Verwirrung in Nordsachsen

Bundestagswahl Hohe Wahlbeteiligung und Wahllokal-Verwirrung in Nordsachsen

Nordsachsen hat gewählt: Die Wahlbeteiligung ist dabei offenbar hoch. Gelegentliche Verwirrung gab es, weil beispielsweise im Vergleich zur vorangegangenen Wahl in Delitzsch vier Wahllokale weggefallen waren.

Alexander Theile nimmt seinen Stimmzettel von den Wahlhelferinnen Anett Hacker, Angela Schanz und Katharina Fedoriv (von links vorne) entgegen.

Quelle: Christine Jacob

Delitzsch/Eilenburg/Bad Düben. Die Nordsachsen haben gewählt – und das laut ersten Zahlen recht zahlreich. Gegen 16 Uhr lag die Wahlbeteiligung im Landkreis bei etwa 50 Prozent, erklärte Kreiswahlleiter Steffen Fleischer. Hinzu kommen noch einmal zwölf Prozent Briefwähler. Bedenkt man die Erfahrungen der vergangenen Jahre, dann dürfte die Wahlbeteiligung höher ausfallen als bei der letzten Bundestagswahl vor vier Jahren, so Fleischer.

Auch im Wahllokal für den Wahlbezirk 1 in Delitzsch hatten zur Halbzeit des Wahlsonntags bereits 600 Wähler ihre Kreuze gemacht – 2302 Menschen, Briefwähler ausgenommen, waren dort am Sonntag laut Wahlvorstand stimmberechtigt. „Ein paar Irritationen gab es bei einigen Wählern, weil es ja vier Wahllokale weniger sind“, so Wahlhelferin Katharina Fedoriv. Denn auch in Delitzsch waren die Wahlbezirke neu geordnet worden. Nicht jeder fand daher auf Anhieb sein Wahlbüro beziehungsweise viele gingen aus Gewohnheit noch in ihr altes, obwohl ein anderes auf der Wahlbenachrichtigung stand. Die Wahlhelfer erklärten geduldig und gerne auch mit Karten.

Viele Briefwähler

Die Loberstadt schien am Wahlsonntag trotz Regenwetters doch noch in Bewegung zu kommen, hat auch der 28-jährige Alexander Theile beobachtet: „Die Stadt ist wie leergefegt, aber um die Wahllokale ist richtig was los und es wird voller.“ Er hoffe, dass sich was ändert im Land und schon darum könne man sich die Wahl nicht schenken, so ein 34-Jähriger, der nicht namentlich genannt werden will.

Zum Wahllokal wurde auch das Eilenburger Bürgerhaus. Immer wieder kamen Frauen und Männer, um ihre Stimmen abzugeben. Bis gegen 14.30 Uhr insgesamt 480, die Wahlbeteiligung lag zu diesem Zeitpunkt bei 47 Prozent, denn 250 haben zuvor schon per Briefwahl gewählt. Den Überblick hatten Wahlhelferin Dagmar Seidel und Sabine Meier. Inge Vogt war die dritte im Bunde. „Ich habe Spaß daran, treffe heute hier sehr viele Leute und mache das schon zum fünften Mal mit. Da bleibt man fit im Kopf“, lachte die 76-Jährige. Freundlich und zügig gaben sie die Wahlzettel aus und behielten das Geschehen im Auge. „Wir dürfen natürlich keine Empfehlung geben, auch wenn das hin und wieder gewünscht wird“, resümierte Dagmar Seidel. Zwischenfälle gab es bisher keine, nur die kleine abgeschnittene Ecke am oberen Rand verwirrte einen Wähler. Er war besorgt, dass sein Wahlschein manipuliert sein könnte und bat um einen neuen. „Die abgeschnittene Ecke ist an jedem Zettel zu finden und wichtig für die Blindenschablone“, konnten die Frauen den jungen Mann beruhigen.

Auszählung dauert länger

In einem der größten Wahllokale in Bad Düben, in der Heide-Grundschule, herrschte am Sonntag gegen 13 Uhr ebenfalls reges Kommen und Gehen. „Die Wahlbeteiligung ist erfreulich, ich schätze mal höher als in Vorjahren“, sagte Wahlhelfer Volker Kroge, der zusammen mit Kathrin Blume, Sabina Schäfer und Ken-Oliver Strehl die Stellung hielt. Auch im Rathaus konnte Wahl-Organisator Tobias Loepert positive Zahlen vermelden: Bis gegen Mittag lag die Wahlbeteiligung bei 26,3 Prozent. Zudem hätten bereits im Vorfeld 1046 Menschen ihre Briefwahlunterlagen abgefordert, sagte Sylvio Grahle von der Stadtverwaltung – so viele wie noch nie bei einer Bundestagswahl in Bad Düben. Deshalb werde das Auszählen diesmal besonders lange Zeit in Anspruch nehmen, vermutet er.

Von Christine Jacob, Nico Fliegner, Anke Herold, Kay Stolle

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