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Bad Düben Hohenprießnitzer Künstler entführen Zuschauer in 1001 Nacht
Region Bad Düben Hohenprießnitzer Künstler entführen Zuschauer in 1001 Nacht
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00:19 16.08.2017
Mohammad aus Syrien, Mohammed aus dem Irak und Amir aus dem Iran (von links) spielten beim Festival in Hohenprießnitz mit. Quelle: Foto: Steffen Brost
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hohenprießnitz

Mohammed Aljawad aus Syrien flüchteten vor etwas mehr als acht Monaten aus seiner Heimat nach Deutschland. Nach einer Odyssee kam er nach Berlin. Sein Kinematikstudium in seinem Land musste er aufgrund des Krieges abbrechen. Was er mitnahm, ist seine Musik auf der Ney, einer orientalischen Flöte. „Ich liebe dieses Instrument. Man kann so frei sein, wenn man Musik macht“, spricht er in sehr gutem Deutsch.

Mohammed war einer von mehreren Künstlern, die mit ihrer arabischen Musik beim 4. Internationalen lokalen Theater-, Kultur- und Hoffest in Hohenprießnitz auftraten. Theatralisch, musikalisch, spannend und lecker war das Festival. Mitten in der Natur, nahe des Sportplatzes, hatten Ales und Alexej Vancl von der zweiköpfigen Theaterkompanie Figuro ihr kleine Zeltstadt samt Bühne aufgebaut. Der Tscheche und der Ukrainer wohnen schon seit einigen Jahren im Bauerndorf der Gemeinde. Von hier aus planen die beiden ihre Events. „Das kleine Festival veranstalten wir jedes Jahr. Diesmal steht 1001 Nacht im Mittelpunkt. Dieses Thema haben wir ganz bewusst ausgewählt. In den zurückliegenden Monaten kamen viele Menschen aus dem Orient in unsere Region. Wir wollen Theater mit diesem Thema verbinden. Das Festival soll eine Begegnung sein. Wir machen dieses Festival als unseren Beitrag für das Dorfleben“, sagte Alexej Vancl.

Für das fast siebenstündige Spektakel hatten sich die beide Initiatoren auch Künstler aus Syrien, Irak, Iran, Afghanistan und Libanon eingeladen. Über 100 Gäste verfolgten das Spektakel. Werbung brauchten die beiden nicht mehr zu machen. Denn das Festival war schnell ausgebucht. Die beiden sind gut bekannt in der Szene. Mit ihren lustigen und facettenreichen Inszenierungen treten sie seit Jahren in verschiedenen Theatern Deutschlands und Europas auf.

Bezaubernde Musik wechselte sich mit schöner Literatur, feurigen Tänzen, schrägen Puppen aus 1001 Nacht und szenischen Darbietungen ab. Zwischen den einzelnen Programmpunkten gab es Köstlichkeiten, passend zum Thema. So servierte Ales Vancl unter anderem Curry, Fladenbrot, eine afghanische Suppe und andere orientalische Spezialitäten. Im Mittelpunkt des Abends stand eine kleine Frau mit roten Haaren namens Scherezade. Sie und der böse König Shahriar waren die Hauptgestalten des Abends – beide gespielt von Alexej Vancl. Der 41-Jährige ist vielseitig wandelbar und schlüpfte an diesem Abend immer wieder in andere Rollen.

Die Frau mit den roten Haaren führte durchs Programm, kündigte die Künstler an und trieb so manchen Schabernack mit ihnen. „Das ist ein ganz wunderbares Programm. Wir haben mit Alexej und Ales bereits in unserer Grundschule im Rahmen des Ganztagesangebotes zusammengearbeitet. Dort haben beide über ein halbes Schuljahr lang Pantomine mit unseren Kindern einstudiert. Heute will ich mit meinen Kollegen mal sehen, was sie noch machen“, erzählte Schulleiterin Veronika Fuchs.

Der Abend war lang. Bis kurz vor Mitternacht wurde gespielt, geklatscht und zugeschaut. Schon jetzt planen die beiden Organisatoren eine Fortsetzung im nächsten Jahr.

Das Figurotheater wurde 2004 von Alexej gegründet. Seit 2010 wird es professionell betrieben.

Von steffen brost

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