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Holz-Schädling treibt Kosten für die Ölmühlen-Sanierung in die Höhe

Holz-Schädling treibt Kosten für die Ölmühlen-Sanierung in die Höhe

Die geplante Sanierung der Ölmühle, eines letzten Gebäude auf dem Museumsdorfgelände an der Obermühle in Bad Düben, wird erheblich teurer. Wie Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) sagte, würden die Kosten von zirka 960 000 Euro (745 000 Euro Fördermittel, 215 000 Euro Eigenanteil der Stadt) auf etwa 1,3 Millionen Euro steigen.

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Blick auf das Gebäude der alten Ölmühle in Bad Düben. Gebälk und Dachstuhl sind stark von einem Schädling befallen und nicht mehr zu retten.

Quelle: Nico Fliegner

Bad Düben. Münster hatte sich darüber am Montagabend mit Vertretern des Vereins Museumsdorf Dübener Heide, der das historische Objekt betreibt, verständigt.

Grund für die "deutlichen Mehrkosten", so die Stadtchefin weiter, sei der marode Zustand des Hauses. Zwei Decken müssten im Zuge der avisierten Sanierung raus, ebenso der Dachstuhl, was so im Vorfeld nicht vorgesehen war. Diese seien stark von einer Bockkäferart befallen, was erst jüngst entdeckt wurde. Die Stadt als Eigentümerin der Immobilie muss jetzt die Planungen überarbeiten, auch die kosten inzwischen mehr Geld. Ein Vorteil würde dies allerdings mit sich bringen: Die Räume könnten dann nach der Sanierung freier genutzt und gestaltet werden. Ein bisher als Lager vorgesehener Bereich wird zusätzliche Ausstellungsfläche. Auch soll es ein Treppenhaus bis unters Dach geben, barrierefrei. Und es werde so gebaut, dass das Gebäude im Winter genutzt werden kann. Zudem sind Toiletten vorgesehen. Der Denkmalschutz habe bereits grünes Licht gegeben.

Was die Kosten angeht, so steht der neue Eigenanteil der Stadt noch nicht fest. Das würden erst noch die Planungen ergeben, so Münster. Die Stadtchefin rechnet aber auch hier mit deutlich mehr als den bisherigen 215 000 Euro, da ein Mehrkostenantrag auf Fördermittel nur mit maximal 50 Prozent bezuschusst wird.

An der Zeitschiene will die Stadt derweil festhalten. Bedeutet: dieses Jahr Planung, nächstes Jahr Baustart, der dringend notwendig ist. Denn seit Jahren nagt der Zahn der Zeit am Mühlenensemble. Besonders das unsanierte Ölmühlen-Haus musste in der Vergangenheit immer wieder notdürftig repariert werden. Für Besucher ist dieser Bereich gesperrt. Viele Jahre suchten Stadt und Verein nach einer Lösung für das marode Haus. In den Köpfen der Vereinsleute reifte schließlich der Gedanke, in der alten Ölmühle Schauwerkstätten mit dem traditionellen Handwerk der Heide einzurichten. Nach langen Beratungen im Stadtrat gab das Gremium dann schließlich grünes Licht für das derzeit wohl größte Sanierungsvorhaben der Stadt, das bevorsteht.

Im historischen Mühlenensemble sollen dann eine alte Druckerei, ein Eisenhammer mit Schmiede, eine Seifenmanufaktur, Ölmühle, Seilereiwerkstatt, Sonderausstellung zur regionalen Mühlengeschichte sowie Darstellungen des Korbmacher-, Besenbinder- und Schindelmacherhandwerks entstehen. Des Weiteren eine Müller-Wohnung, die allerdings privat finanziert wird. Damit investiert Bad Düben erneut in die touristische Infrastruktur und hat für die Wiederholungsprädikatisierung als Kurstadt im nächsten Jahr neben Naturparkhaus und geplantem Bootsanleger ein weiteres Highlight zu bieten, für das es Pluspunkte geben dürfte. Schon jetzt besuchen etwa 15 000 bis 18 000 Gäste jährlich das Museumsdorf.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.10.2014
Von Nico Fliegner

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