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Holzernte im Bad Dübener Kirchenforst

Forst Holzernte im Bad Dübener Kirchenforst

Durch den Bad Dübener Kirchenforst rollt zurzeit schwere Technik. Diese erntet das Holz. Es geht in die Industrie. Daraus werden Palisaden, Europaletten, Spanplatten und auch Brennholz gemacht. Parallel findet der Waldumbau statt. Kiefernbestände werden mit Eichen, Buchen und Douglasien zu Mischwäldern.

Kirchenrevierförster Andreas Schirmer beobachtet, wie Holzstämme nahe des Waldfriedhofes aufgestapelt und für den Abtransport vorbereitet werden.

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. Im Dübener Kirchenforst ist schwere Technik zugange. Wie Revierförster Andreas Schirmer sagte, seien 250 Hektar rund um den Gesundbrunnen und das ehemalige Waldkrankenhaus in den vergangenen Wochen umfangreich ausgeästet worden. „Wir haben viele alte Bäume aus den Beständen entnommen, damit die jungen sich in den nächsten Jahren besser entwickeln können. Denn Neuanpflanzungen geschehen immer im Schutze der Mutterbäume. Ist der Nachwuchs größer geworden, müssen wir den Altbestand lichten“, so Schirmer.

Holzernte mit Augenmaß

Trotzdem heißt die Devise: Ernten mit Augenmaß. Die gilt auch für die Bewirtschaftung des Waldes, die laut Schirmer immer mehr an Bedeutung gewinnt. „Unsere Wälder stehen vor gravierenden Veränderungen. Wir wollen die Flächen fit machen für die ökologischen Veränderungen in der Natur. Aktuell haben wir etwa 90 Prozent Kiefernbestände. Wir wollen in den nächsten Jahrzehnten daraus Mischwälder machen. Deswegen unterpflanzen wir diese Nadelbestände mit Eichen, Buchen und Douglasien“, erklärt Schirmer.

Der Förster entscheidet letztlich auch, welche Bäume entnommen werden und markiert diese im Vorfeld. Dann kommen die Waldarbeiter und fällen. Nunmehr werden die Stämme mit einem Forwarder aus dem Wald gezogen und am Wegesrand aufeinandergestapelt. In den nächsten Wochen holen Laster die Stämme ab.

Holz geht in die Industrie

Rund 2500 Festmeter sind es geworden. Diese wurden aus einem 45 Hektar großen Wald abgeholzt. „Das Holz geht in die Industrie. Daraus werden Palisaden, Europaletten, Spanplatten und auch Brennholz gemacht“, weiß der Revierförster. Die Einnahmen aus dem Holzverkauf steckt der Kirchenforst gleich wieder in neue Aufforstmaßnahmen. Denn billig sind diese Aktionen nicht. Ein Hektar Eichen inklusive Schutzmaßnahmen vor Tieren anpflanzen, kostet rund 10 000 Euro. Deswegen plant Schirmer diese Maßnahmen in solchen Größenordnungen nur alle fünf bis zehn Jahre. In diesem Jahr haben die Minusgrade und der gefrorene Waldboden die Arbeiten weitgehend befördert. Denn die Zerstörung des Waldbodens und der Wege durch schwere Technik hält sich deutlich in Grenzen. „Trotzdem werden wir nach dem Abtransport der Holzstämme alles kontrollieren und gegebenenfalls Wegereparaturen in Auftrag geben. Bis Ostern wollen wir diese Maßnahme dann auch abgeschlossen haben“, so Schirmer.

Wege werden erneuert

Wenn alles klappt, sollen in diesem Jahr verschiedene Arbeiten am Wegebau nahe des Gesundbrunnens erfolgen. Ein entsprechender Fördermittelantrag für eine zwei Kilometer lange Verbindung zwischen Reinharzer Weg und ehemalige Nerzfarm soll instandgesetzt werden. Die Maßnahme schlägt mit rund 80 000 Euro zu Buche und soll über 75 Prozent Förderung sowie 25 Prozent Eigenmitteln gegenfinanziert werden. „Ziel ist es, verschiedene Hauptmagistralen im Wald in Ordnung zu bringen, die dann die Schäden bei den Waldarbeiten, wenn wir mit größeren Maschinen rein müssen, in Grenzen halten.“

Regelmäßig die Öffentlichkeit über die Geschehnisse zu informieren, hat sich der Revierförster zur Aufgabe gemacht. „Wir wollen sagen, was dort passiert, welche Aufgabe wir wahrnehmen und wie lange so etwas dauert. Natürlich auch für die Arbeiten um Verständnis werben. Die Menschen sollen sich mitgenommen fühlen. Gerade auch im Umfeld des Bad Dübener Waldriedhofes“, so Schirmer.

Von Steffen Brost

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