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Bad Düben Holzkünstler lassen die Kettensägen bei Bad Düben knattern
Region Bad Düben Holzkünstler lassen die Kettensägen bei Bad Düben knattern
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00:18 02.08.2017
Auch Manfred Trenkhorst aus Rheinland-Pfalz beteiligte sich am Wettbewerb. des Holzskulpturenfestivals. Quelle: Fotos und Video: Steffen Brost
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Tornau

Die Kettensägen kreischen wieder. Wie jedes Jahr im Sommer. Denn „Kunst mit Kettensägen“ begeistert. Und das auch im 18. Jahr. Aus einer Idee ist mittlerweile eine feste Tradition und ein Besuchermagnet im Naturpark Dübener Heide geworden. Tausende Neugierige zog es am Wochenende auf die große Schnitzerwiese an Weichers Mühle.

39 Kettensägekünstler kamen ins Heidedorf Tornau

39 Kettensägekünstler kamen auf Einladung des Heidedorfes Tornau, des Vereins Dübener Heide und von Heidemaler Wolfgang Köppe. Motto in diesem Jahr: „Bäume bauen Brücken zwischen Menschen“.

Der Holzskulpturenwettbewerb braucht keine Experimente. Seit Jahr und Tag steht das gewohnte Gerüst. Sonnabend und Sonntag wird geschnitzt. Es gibt einen Heidemarkt, ein buntes Programm. Und welcher Schnitzer am Ende einen der begehrten Preise erhält, entscheidet der Besucher. Und die kommen diesmal aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Thüringen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz sowie aus Dänemark, Österreich, Polen, Litauen und der Schweiz. Tornaus Ortsbürgermeister Udo Reiss ist begeistert. „18 Jahre Holzskulpturenwettbewerb. Wir sind endlich volljährig. Wir haben eine volle Hütte, viele Künstler sowie Aussteller und haben auch die Sonne angeknipst“, jubelt das Dorfoberhaupt. Bevor die Kettensägen angeworfen werden, gibt es auf der Bühne für alle Teilnehmer das Veranstaltungsshirt – auch ein festes Ritual. Mit dabei die beiden Jüngsten: der elfjährige Theo Wagner aus Gräfenhainichen und der zwölfjährige Kevin Heinz aus dem thüringischen Pößneck. „Ich bin schon zum zweiten Mal dabei. Diesmal helfe ich meinem Papa. Wir machen ein Gemeinschaftsprojekt“, so der junge Mann.

Mit 75 Jahren war Günther Wurl der Älteste in der Runde

Wesentlich mehr Lenze hat der Leipziger Günther Wurl auf dem Buckel. Mit 75 Jahren ist er der Älteste in der Runde. „Ich baue, säge und schnitze in diesem Jahr etwas Humoristisches aus Holz zusammen. Konkret geht es um Max und Moritz und ihre Streiche“, verrät der Rentner.

Mittlerweile ist das Gedröhne ziemlich laut. Langsam entstehen aus zwei bis drei Meter hohen und wuchtigen Baumstämmen imposante Holzfiguren. Mitten im Getümmel auch sechs junge Engländer, die mit selbstgebautem Werkzeug Holzscheiben bearbeiten. „Die jungen Leute sind für ein paar Wochen zu Gast im Naturpark und beteiligen sich an verschiedenen Projekten. So wurden schon Schutzhütten gebaut und jetzt sind sie hier beim Wettbewerb dabei“, sagt Peter Kaiser vom Bildungshaus Heideland.

Norma Austinat ist und bleibt das Köhlerliesel

Und was wäre ein Kettensägenwettbewerb ohne Köhlerliesel. Seit vergangenem Jahr hat die Veranstaltung ein sprichwörtlich echtes Liesel. Denn Amtsinhaberin Norma Austinat ist Besitzerin der Köhlerei am Eisenhammer und betreibt diese mit Ehemann Jörn. Und schon im vergangenen Jahr hatte Norma Austinat schnell erklärt, dass sie die einzige und wahre Köhlerliesel ist. Und da hatte Axel Mitzka und sein Verein Dübener Heide eine ganz besondere Idee. In diesem Jahr gibt es kein neues Köhlerliesel. Norma Austinat wird auch bis ins nächste Jahr und vielleicht auch darüber hinaus den Titel behalten. „Ich wurde gefragt, ob ich es mache und habe sofort zugesagt. Da mussten wir nicht viel drumherumreden“, sagt die 39-Jährige. Und so kann sie auch diesmal wieder jede Menge Männer schwarz machen und Glück wünschen. Die männlichen Besucher sind davon begeistert. „Mich darf sonst nur meine Frau küssen. Aber heute mache ich eine Ausnahme, weils das Köhlerliesel ist“, freut sich Jürgen Schmidt aus Wittenberg.

Neben den Akteuren auf der Schnitzerwiese und ihren hölzernen Kunstwerken gab es auch einen Heidemarkt und ein Rahmenprogramm mit einer Tanzgruppe aus Weißrussland, Live-Musik mit dem Schlager-Duo Steffi & Co., Blasmusik, der Band Spätsünder und ein Höhenfeuerwerk.

Höhepunkt von Tag Nummer zwei waren die Preisverleihungen Den Zuschauerpreis und den Künstlerpreis erhielt Axel Glanz aus Sachsen-Anhalt für seine Skulptur Phoenix. Und der Wolfgang-Köppe-Preis ging an Alf Kampfmeier aus der Schweiz.

Von Steffen Brost

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