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Hornissen tummeln sich in der Lindenallee

Hornissen tummeln sich in der Lindenallee

Vielen Menschen jagen Hornissen Respekt ein. Doch die großen Brummer mit dem gelb-schwarz gestreiften Hinterteil sind erstaunlich friedfertig. Vorausgesetzt, man lässt sie in Ruhe.

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Hornissen in der Baumhöhle in Schnaditz.

Quelle: Heike Nyari

Schnaditz. Man sagt ihnen nach, sie seien scheuer als Wespen und Honigbienen und dass sie einem Konflikt lieber ausweichen. Auf alle Fälle machen sie sich kaum etwas aus Kuchen und süßen Getränken.

In der Schnaditzer Lindenallee gibt es in einem der stattlichen Bäume ein Hornissennest. Die meisten Schnaditzer machen einen Bogen um die Linde und beachten die Brummer nicht. Doch leider musste Albert Seidel, der in unmittelbarer Nähe wohnt, auch schon beobachten, dass Mitmenschen mit Ästen im Nest herumstochern. Vor einem Jahr wurde die Behausung böswillig demoliert. Die Tötung von Hornissen und das Zerstören von Nestern ist allerdings nach der Bundesartenschutzverordnung streng verboten. Ihr Bestand gilt in Deutschland als stark gefährdet. Eine Beseitigung ist nur in Ausnahmefällen gestattet.

Gerade solche natürlichen Baumhöhlen wie etwa die in der Lindenallee sind selten geworden. Deshalb weichen Hornissen oft aus und besiedeln Dachverkleidungen, Rolladenkästen, alte Stallungen und Dachböden. "Wir haben kürzlich bei einer Kontrolle festgestellt, dass Hornissen auch von uns angebrachte Fledermauskästen wählen", erklärt die Biologin Janine Meißner. Die Naturpark-Mitarbeiterin weiß auch, dass der Naturschutzbund Wittenberg und der in Torgau Hornissenkästen in der Dübener Heide anbringen, um den Tieren alternative Unterschlupfmöglichkeiten zu bieten.

Hornissen sind ausgesprochene Vegetarier und naschen am liebsten verschiedene Pflanzensäfte. Doch, um ihre hungrige Brut zu füttern, fangen sie mit Vorliebe Fliegen, Wespen, Raupen, Spinnen und andere Insekten. Imker Klaus Pätz aus Tiefensee bemerkte auch schon, dass selbst Bienen hin und wieder auf dem Speiseplan stehen. "Ich habe jedoch noch nie erlebt, dass mich eine Hornisse angegriffen hat." Er setzt auf Aufklärung, um Vorurteile in der Bevölkerung abzubauen. Ähnlich sieht es Torsten Gaber aus Bad Düben. Für den Naturparkhausleiter gehören Hornissen ebenso zur faszinierenden Artenvielfalt der Dübener Heide wie Rotwild, Kranich Biber oder Fledermaus.

Die Lebenserwartung einer Arbeiterin beträgt übrigens drei bis vier Wochen. Die Königin, die im Spätsommer das Licht der Welt erblickt, überlebt als einzige den Winter und existiert etwa ein Jahr. Ihre Zeit neigt sich dem Ende, wenn sie gezielt Eier legt, aus denen Jungköniginnen und Drohnen schlüpfen. Dann lassen die Arbeiterinnen langsam von ihr ab, sie verlässt ihr Nest, um zu sterben und kündigt den Untergang ihres Staates an. Die geschlechtsreifen Nachkommen feiern ihre Hochzeit und paaren sich, um geschützt vor Eis und Schnee die kalte Jahreszeit zu überstehen. Und mit den ersten Frühlingsboten erwacht die Königin und gründet ein neues Hornissenvolk.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.10.2014
Von Heike Nyari

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