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Bad Düben Im alten Waldkrankenhaus wird geschossen
Region Bad Düben Im alten Waldkrankenhaus wird geschossen
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13:56 19.05.2015
In Gebäude-Ruinen wieder dieser wird mit Softair-Waffen geschossen. Freizeitschützen haben offenbar ihren Spaß am gespielten Häuserkampf. Quelle: Steffen Brost

Bei der Stadtverwaltung ist vielmehr eine Anzeige eingegangen: Anwohner sorgen sich, weil dort offenbar geschossen wird. Gabriele Leibnitz vom Ordnungsamt bestätigte das gegenüber der LVZ: "Wir haben entsprechende Informationen, dass auf dem Gelände mit Softair-Pistolen hantiert wird." Das sind spezielle Druckluftwaffen. Die sind täuschend echt nachgebaute Replikate von echten Schusswaffen, führen aber keine lebensgefährlichen Verletzungen herbei. Mit ihnen werden mittels Federdruck, Gas oder einem elektromechanisch betriebenen Druckluftsystem Rundkugeln aus verschiedenen Materialien abgefeuert.

Die Stadtverwaltung will der Sache jetzt nachgehen und Kontakt zur Bauordnungsbehörde des Landkreises aufnehmen. Denn auf dem weitläufigen Gelände mit den alten Klinik-Bauten darf nicht einfach geschossen werden. Dazu bedürfe es einer Umnutzungsgenehmigung, so Leibnitz. Und die liege nach ersten Erkenntnissen der Stadt nicht vor.

Anwohner haben dieser Tage beobachtet, wie ein Auto mit einem Werbeaufdruck für eine Waffenschmiede vor dem Gelände parkte. Und Hinweise, wer das Grundstück wohl schon seit Langem nutzt, gibt es auch. Recherchen zufolge existiert in Bad Düben ein Softairclub. Der wirbt bereits im Internet für das Schießen auf dem Waldkrankenhaus-Areal. Auf dem Portal heißt es: "Hier finden sich Softairspieler im Alter von 18 bis 30 Jahren, um auf dem alten Krankenhausgelände zu spielen, Interessenten und neue Mitglieder sind immer gern willkommen." Vom Besitzer des Geländes liege den Schützen nach eigenen Angaben eine Genehmigung vor. "Überwiegend findet hier Gebäudekampf statt, allerdings bietet dieses große Gelände genug Möglichkeiten, um den Spielspaß aufrecht zu erhalten", heißt es weiter. Wer hinter den Freizeitaktivitäten steckt, ist unklar. Die Internetseite verfügt weder über Kontaktdaten noch ein Impressum.

Die Stadtverwaltung hat darüber hinaus die Polizei eingeschaltet. Die Bürger sind jedenfalls alarmiert. Sie können sich nicht vorstellen, "dass ein derartiges Schießgelände in einem Wohngebiet zulässig ist", teilte ein Bewohner aus dem Stadtteil per E-Mail mit.

Wie ist Ihre Meinung? Sollte das Gelände für solche Freizeitaktivitäten freigegeben werden? Schreiben Sie uns: E-Mail: bad-dueben@lvz.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.09.2014
Von Nico Fliegner

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