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Immer mehr Imker fliegen auf neuartiges Bienenhotel

Immer mehr Imker fliegen auf neuartiges Bienenhotel

Seit über einem Jahr steht eine Schornstein anmutende Bienenbehausung im Garten der Gutsscheune in Schwemsal. Imker Heiko Kapke aus Brösa betreut das Bienenvolk mit 60.000 Tieren seitdem.

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Axel Mitzka (links), Vorsitzender des Vereins Dübener Heide, und Imker Heiko Kapke schauen regelmäßig nach dem Bienenhaus an der Gutsscheune.

Quelle: Steffen Brost

Schwemsal. Das besondere Bienenhaus hat seither immer mehr Fans gefunden. Neue "Unterkünfte" sind bereits geplant.

Der Regen prasselt unaufhörlich auf die Konstruktion aus Holz. Durch die Sichtscheibe kann an diesem verregneten Tag niemand eine Biene ausmachen. Das Wetter ist einfach zu schlecht. Die Bienen fliegen an diesem Tag nicht. Doch Imker Kapke hat trotzdem gut Lachen. 25 Kilogramm Honig erntete er im ersten Jahr. "Es war ein gutes Jahr. Es ist kaum ein Unterschied zu anderen Bienenhäusern auszumachen. Die Bienen passen sich immer den Gegebenheiten an", weiß Kapke.

Die außergewöhnliche Bienenunterkunft ist der Hingucker im Garten der Gutsscheune. Viele Kinder und Besucher schauen sich das Haus an und beobachten das Bienenvolk. "Die Konstruktion sieht von Weitem aus wie ein Kaminschlot", sagt Besucher Ernst Hilbert, der Kaffee und Kuchen in der Gutsscheune genießen will. Doch dahinter steckt eine ausgetüftelte Konstruktion.

Entdeckt hatte diesen neuartigen Bienenunterschlupf vor zwei Jahren eine Delegation des Vereins Dübener Heide im französischen Grenoble. Die Sachsen weilten damals im Rahmen des transnationalen Leader-Projektes "Bienen und biologische Vielfalt" dort. Dort besuchten sie nicht nur Imker, sondern wurden auch mit diesem neuen Bienenhotel bekannt gemacht. In Grenoble trafen sie auch auf die Erfinder des sogenannten Bee-Pass-Bienenhauses. Hubert Passemart und dessen Vater Gerard hatten in ihrer Werkstatt wochenlang über die Idee eines sicheren Bienenhauses gebrütet und diese Konstruktion entwickelt. "Hintergrund war, dass die Menschen keine Angst mehr haben sollen, dass sie von Bienen gestochen werden. Deswegen bauten die Erfinder an die herkömmliche Unterkunft eine Art hölzernen Schornstein, der rund drei Meter hoch ist und aus dem Bienen fliegen können", erzählt Kapke. Damit Besucher die Tiere auch beobachten können, lässt sich in etwa einem Meter Höhe ein Teil der Holzverkleidung aufklappen und die Tiere können hinter Glas beobachtet werden.

In der Vergangenheit hat der französische Erfinder etliche solcher Konstruktionen gebaut. Weit über 30 wurden bereits in Grenoble an Schulen, Parks und öffentlichen Plätzen aufgestellt. Auch heimische Imker finden Gefallen daran. Mittlerweile stehen mehrere solcher Bienenhäuser in der Dübener Heide. "Erst in der vergangenen Woche haben wir eins in Schmerz aufgestellt. Vier weitere in Burgkemnitz, Bad Schmiedeberg, Pretzsch und Bergwitz sind in Vorbereitung. Die Nachfrage ist groß. Ein Tischler in Schwemsal baut die Konstruktion mit Genehmigung der Erfinder für uns nach", erzählt Axel Mitzka, Vorsitzender des Heidevereins.

Für Hobbyimker Kapke ist dies eine sinnvolle Bereicherung der Region. Denn die Bienen finden in der Dübener Heide immer mehr blühende Gärten. "Im Umkreis von drei Kilometern sammeln die Bienen Pollen und Nektar. Das Bienenhaus dient dem Erhalt der biologischen Vielfalt und ist zum einen pädagogisch wertvoll und zum anderen hilfreich zum Schutz der Bienen und der Umwelt", so Mitzka weiter.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.05.2013

Steffen Brost

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