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Immer mehr Urnengräber: Bad Dübens Stadtfriedhof wird umgestaltet

Pläne Immer mehr Urnengräber: Bad Dübens Stadtfriedhof wird umgestaltet

Viele Bad Dübener setzen auf die Urne im Gemeinschaftsgrab. Aktuell gibt es zwei Gemeinschaftsanlagen mit insgesamt 320 Urnenplätzen auf dem Stadtfriedhof. Eine Dritte, nahe der neuen Friedhofsmauer zur Gustav-Adolf-Straße, ist bereits im Bau. Darüber hinaus hat Friedhofsverwalter Norbert Krüger noch weitere Pläne.

Friedhofsverwalter Norbert Krüger bei der Pflege der Urnengemeinschaftsanlage auf dem Bad Dübener Stadtfriedhof.

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. Friedhofsverwalter Norbert Krüger hat einen harten Job. Der 40-Jährige macht sich derzeit Gedanken um die zukünftige Gestaltung seines Arbeitsplatzes. Der Delitzscher ist seit 2011 Chef des Bad Dübener Stadtfriedhofes sowie des Waldfriedhofes im Ortsteil Hammermühle. Zusammen haben die beiden letzten Ruhestätten eine Fläche von 2,2 Hektar. Von den insgesamt 1600 Grablagern sind aktuell 1185 belegt. Das entspricht einer Auslastungsquote von 70,3 Prozent. „Damit liegen wir gerade noch so im akzeptablen Bereich. Doch wir müssen auch für die Zukunft planen. Denn der Trend geht weg von der Erdbestattung und hin zum pflegeleichten Urnengrab“, weiß Krüger.

Zwei Gemeinschaftsanlagen gibt es

Viele seiner Kunden setzten in der Vergangenheit auf die Urne im Gemeinschaftsgrab. Der Vorteil ist dabei, dass keine Pflege des Grabes anfällt. Das übernimmt der Friedhofsverwalter. Aktuell gibt es zwei Gemeinschaftsanlagen mit insgesamt 320 Urnenplätzen auf dem Stadtfriedhof. Eine Dritte, nahe der neuen Friedhofsmauer zur Gustav-Adolf-Straße, ist bereits im Bau. Hier plant der Verwalter vier Einzelanlagen mit je 20 Urnen.

Baumbestattungen auf dem Waldfriedhof?

Auch für den Waldfriedhof in der Hammermühle führt Krüger einige Planspiele durch und will prüfen, ob dort die Möglichkeiten eines sogenannten Baumbestattungsgrabes besteht. Da sollen die Urnen rund um einen Baum in die Erde gelassen werden. „Allerdings sind wir hier noch in der Prüfphase und würden uns über ein Feedback der Bürger freuen, ob so etwas gefragt ist“, sagte Krüger. Schon sein Vorgänger, Michael Kühn, hatte vor Jahren damit begonnen, die erste große Urnengemeinschaftsanlage zu bauen. Die ist mittlerweile komplett voll. Sie liegt direkt neben der Friedhofskapelle mit Blick zur Stadtkirche und besteht aus Bäumen, die zu einem großen Kreis angepflanzt worden sind. Rings um die zehn Stelen aus Holz und Sandstein, wo auch die Namen der Verstorbenen verewigt sind, wurden die Urnengräber angelegt. „Die Anlage sieht sehr schön aus, war aber im Vergleich zu unseren neuen Urnengemeinschaftsgräbern deutlich kostenintensiver. Die anderen Anlagen sind nicht so aufwendig, aber trotzdem schön“, so Krüger weiter.

Verkleinerung des Friedhofes als Folge

Setzt sich der Trend zur Urne fort, könnte das auch zu einer Verkleinerung des Friedhofes führen. Denn nicht mehr viele der Hinterbliebenen wollen sich heutzutage 25 Jahre, so lange gilt die Nutzungsdauer für ein Grab, an die Pflege binden. Die Ursachen sieht Krüger in der zum Teil recht aufwendigen Grabpflege. Auch die Kosten spielen dabei eine wichtige Rolle. Pro Jahr kommen bei ordentlicher Grabpflege schnell bis zu 500 Euro zusammen, je nach Art und Größe des Grabes.

Krüger kennt sich mit dem Friedhof aus. Er kümmert sich als Verwalter um alles, was mit Anmeldung, Verwaltung, Gebührenbescheide und Pflegearbeiten zu tun hat. „Ich bin eigentlich gelernter Maurer. Das kommt mir hier bei kleinen Arbeiten auch zugute. Außerdem darf ich jeden Tag in einer tollen Parkanlage an der frischen Luft arbeiten“, beschreibt er seinen Job.

Der Dübener Stadtfriedhof wurde bereits im Jahr 1577 angelegt – damals für die Opfer der Pest.

Von Steffen Brost

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