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Immer weniger Mitglieder: Bad Dübens Gewerbeverein steht vor dem Aus

Immer weniger Mitglieder: Bad Dübens Gewerbeverein steht vor dem Aus

Es klang fast wie eine beiläufige Bemerkung bei der jüngsten Beratung der Innenstadtinitiative, doch die Lage ist ernst: Bad Dübens Gewerbeverein steht vor dem Aus.

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Annett Mazanec, Chefin des Bad Dübener Gewerbevereins.

Quelle: Nico Fliegner

Bad Düben. Grund dafür, so Vereins-Chefin Annett Mazanec, sind der Mitgliederschwund in den vergangenen Jahren und das fehlende Interesse von Händlern, nachzurücken und aktiv mitzuwirken. Ob baldige Auflösung oder zeitweiliges Ruhen der Geschäftstätigkeit - Fragen wie diese stehen zwar nicht akut zur Disposition und müssten erst rechtlich geprüft werden. Aber sie stehen im Raum. Jetzt haben auch noch zwei Vorstandsmitglieder aus persönlichen Gründen ihren Rücktritt angekündigt. Es fehle einfach die Zeit für diese Tätigkeit, heißt es.

Noch sind 26 Mitglieder dabei. Als Annett Mazanec als damals 31-Jährige den Verein von Uhrmachermeister Gottfried Lohan den Verein im April 1998 übernahm, zählten über 50 Händler und Gewerbetreibende dazu. In den vergangenen Jahren mehrten sich die alarmierenden Signale, weil es immer mehr wurden, die aus Alters- und anderen Gründen ihr Geschäft aufgaben und damit auch ihre Mitgliedschaft kündigten. Damit fehlen immer mehr auch die, die sich aktiv an den Aktionen des Vereins beteiligen, die mit ihrem Mitgliedsbeitrag dem Verein zu einem stabilen finanziellen Fundament verhelfen.

Wie dramatisch sich der Schwund bereits jetzt auswirkt, zeigte sich zum einen bei den monatlichen Stammtischen des Vereins. "Da kommen nur noch einige wenige Mitglieder. In der vergangenen Woche waren es fünf plus ein paar Partner", sagt Mazanec. Zum anderen wurde dies auch bei aktuellen Diskussionen deutlich, die an die eigene Substanz gehen. Als der Stadtrat im Dezember das Einzelhandelskonzept auf dem Tisch hatte und damit auch den Weg für den von den Händlern heftig kritisierten Aldi-Neubau und die Rewe-Erweiterung frei machte, waren lediglich drei Mitglieder im Ratssaal. Zu wenig, sagt auch Mazanec, um sich einhellig und wirksam positionieren zu können.

Dabei gab es in der Vergangenheit ausreichend Beispiele dafür, dass sich der Verein erfolgreich einbringen kann, wenn es um die Organisation verschiedener Feste wie Stadtfest und Weihnachtsmarkt, verkaufsoffene Sonntage, Arbeitseinsätze oder die Kalenderaktion zur Weihnachtszeit geht. Gleich nach der Wende initiierte der Gewerbeverein eine Standortuntersuchung mit intensiver Geschäftsberatung. Ein Schritt, von dem viele Händler profitierten. Ebenso brachten sich die Gewerbetreibenden in aktuelle Diskussionen ein, legten den Finger in die Wunde, wenn es beispielsweise um Straßenverkehrsprobleme in der Innenstadt ging. Ins Leben gerufen wurde die Interessensgemeinschaft 1990, "weil wir unser Gewerbe gemeinsam ausüben und der breiten Öffentlichkeit zugänglich machen wollen. Wir setzen uns aus Personen aller Altersgruppen zusammen, die das gemeinsame Gespräch schätzen um Interessen auszutauschen und neue Ideen zu verwirklichen." Dass jetzt die Arbeit von über 20 Jahren einfach so den Bach runtergehen soll, will Mazanec nicht akzeptieren, setzt deshalb aktiv auf Mitgliederwerbung. "Nur feste Mitgliedsbeiträge können uns finanzielle Sicherheit und damit die Möglichkeit geben, Maßnahmen zu unterstützen", macht sie aber auch unmissverständlich klar. Auch bei der vor zwei Jahren gegründeten Innenstadtinitiative rührte sie zuletzt die Werbetrommel. Unklar sei, ob ein Zusammengehen beider Gremien weiterhelfen könne. "Dort sind viele dabei, die sich eben vereinsmäßig nicht binden wollen, auch keinen regelmäßigen Beitrag zahlen", so Mazanec, die dennoch signalisierte: "Wir sind für alles offen." Bei aktuellen Aktionen bringt sich der Gewerbeverein mit ein, will demnächst bei "Bad Düben blüht" Ende April einen Programmpunkt finanziell unterstützen.

www.gewerbeverein-bad-dueben.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.03.2015
Kathrin Kabelitz

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