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Bad Düben In Gruna türmen sich die Müllberge
Region Bad Düben In Gruna türmen sich die Müllberge
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16:45 19.05.2015
Das Wasser ist weg, der Müll ist noch da - Gruna Montag Vormittag. Quelle: Thomas Jentzsch

Unterdessen ist das Dorf auch wieder mit Autos befahrbar, die Strom- und Abwasserentsorgung funktioniert weitgehend - letztere noch provisorisch.

In Gruna türmt sich der Müll. Links und rechts auf den Straßen haben die Einwohner Mobiliar und Geräte, die vom Hochwasser zerstört wurden, gestellt. Vieles ist in Containern gelandet, am Dienstag soll ein Sperrmüllfahrzeug durchs Dorf rollen.

Die Lage entspannt sich mehr und mehr in dem 200-Seelen-Dorf, wenngleich jeder Grundstückseigentümer vor individuellen Problemen steht. "Die Betroffenheit ist nach wie vor hoch", sagt Bürgermeister Schneider. "Doch die Grunaer haben ihren Humor nicht verloren, viele gucken nach vorn." Es würden allerdings noch "Wochen ins Land ziehen", so Schneider weiter, bis das Dorf wieder so hergestellt ist wie vorher.

Wie sehr das Hochwasser gewütet hat, machen verschiedene Bereiche deutlich. Auf einem Grundstück im Ort sei die Garage einsturzgefährdet, bei einem alten Lehmhaus die Standfestigkeit in Gefahr und eine Scheune in Teilen eingefallen. Stark beschädigt ist auch die Straße in Richtung Fährhaus. Hier soll in Kürze über eine provisorische Lösung nachgedacht werden.

Probleme kündigen sich auch im Bereich Tierversorgung an. Zwar konnten 500 Schafe rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden, doch die Flächen, auf denen längst Heu gemacht werden sollte für den Winter, sind dahin. "Hier arbeiten wir an Lösungen." Zudem muss noch altes Stroh entsorgt werden - das THW ist zugange. Ebenso die restlichen Tierkadaver. Und am Siel stehe das Wasser - Pumpen sollen Abhilfe schaffen. In der kleinen Kirche muss indes geprüft werden, inwieweit sich der Boden gesenkt hat. Pfarrerin Edelgard Richter will heute noch einmal das Dorf aufsuchen, wie sie gestern auf Anfrage mitteilte. Auch, um den Menschen Trost zu spenden. Das DRK habe mittlerweile eine Essensversorgung eingerichtet.

Von einer Spendenflut wie 2002 könne allerdings diesmal keine Rede sein. "Es gibt nur zögerliche Sachspenden", so der Bürgermeister. Doch die Menschen freuten sich auch über kleine Gesten wie diese: Am Sonntag kam eine Gruppe Mädchen mit selbstgebackenem Kuchen und Äpfeln vorbei, die sie unter den Einwohnern und Helfern verteilten. Kleine Gesten mit großer Wirkung.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.06.2013

Nico Fliegner

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