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In der Dübener Heide blasen über 100 Weidmänner zur Hubertusjagd

In der Dübener Heide blasen über 100 Weidmänner zur Hubertusjagd

Torfhaus. Samstagmorgen um 8 Uhr in Torfhaus: Auf einer Wiese am Waldrand läutet eine Bläsergruppe die Hubertusjagd und damit die Jagdsaison ein. 105 Jäger stehen bereit, dazu 30 Treiber und Jagdhelfer und unzählige Hunde.

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Jagdhornbläser begleiten die Saisoneröffnung in Torfhaus.

Quelle: privat

ählige Hunde. Die Jäger nehmen auf den Hochsitzen Platz und lauern auf das Wild, das die Treiber und die Hunde aufscheuchen. Vier Stunden dauert die Jagd, bis die Beute schließlich "zur Strecke gebracht" wird.

Bei der Strecke handelt es sich um eine Präsentation des erlegten Wildes, das von den Jagdhelfern auf der Wiese bei Torfhaus aufgereiht wird. Die Bilanz: drei Hirschkühe, zwei Wildschweine, neun Rehe und drei Füchse. Der Leiter des Forstbezirkes Taura, Jan Glock, ist nur teilweise zufrieden. "Wir haben eigentlich mit etwa 50 Stück Wild gerechnet", sagt der 53-jährige Förster. Doch lasse sich nie vorhersagen, wie viele Tiere sich im Wald tatsächlich befinden. "Das Wichtigste ist allerdings, dass alle Jäger, Helfer und Hunde unbeschadet geblieben sind", sagt Glock, der für eine Waldfläche von 390 Quadratkilometern zwischen Delitzsch, Torgau, Dahlen und Eilenburg verantwortlich ist.

Frisches Wild für jedermann

Nach der Jagd finden sich nicht nur die Jäger zu einem geselligen Beisammensein auf der Wiese ein. Die Hubertusjagd lockt wie in jedem Jahr wieder zahlreiche Interessierte und Wanderer an. Direkt an der Strecke kann das Wild von jedermann erworben werden. Die erfolgreichen Jäger haben zwar ein Vorkaufsrecht. Dennoch müssen auch sie den vollen Kilopreis an den Freistaat bezahlen. So manche Jäger verzichten allerdings auf das Fleisch und behalten nur das Geweih als Trophäe.

Sven Spötter, der selbst nicht auf die Jagd geht, sucht sich mit geübtem Blick ein Reh und ein Wildschwein aus. "Frischer und günstiger als hier kriege ich das Fleisch nirgends", sagt der 45-jährige Polizist aus Trossin. Für Weihnachten soll das Fleisch als Gulasch eingefroren werden. Dann legt seine Frau das Wild drei Tage lang in Buttermilch ein. "Dazu gibt es Speck und Preiselbeeren", sagt Spötter, der schon seit Jahren bei der Hubertusjagd für Weihnachten einkauft. Einmal musste allerdings eine Jagd ausfallen. Ein paar Naturschützer hatten Tropfen von Menschenblut im Wald verteilt, um das Wild zu vertreiben. "Ich bin auch für Naturschutz, aber das finde ich schon übertrieben", sagt er.

Andere Besucher nutzen die Hubertusjagd für einen kleinen Ausflug. "Wir wandern immer aus Pressel her", sagt Christa Köhler, die mit ihren Freunden am Lagerfeuer sitzt. "Uns geht es vor allem um die Geselligkeit." Fleisch kauft die Rentnergruppe dann allerdings doch lieber im Supermarkt. Einer der Herren hat so seine eigene Theorie, warum die Strecke in diesem Jahr nicht so üppig ausgefallen ist. "Die Jäger hören heutzutage nicht mehr so gut wie früher." Christa Köhler zeigt auf sein Bier und winkt ab: "Nehmen Sie den bloß nicht ernst, der hat schon zu lange im Regen gestanden." So gehört zum Beisammensein neben der Bratwurst auch das eine oder andere Bier.

Jäger aus Bayern und Niedersachsen

Am Lagerfeuer stehen auch einige Jäger. Viele stammen nicht nur aus der Region, sondern sind auch aus Bayern und Niedersachsen angereist. Mit dem Verlauf des Tages sind sie zufrieden. "Hier ist immer alles super organisiert, und es wird sehr viel Wert auf Sicherheit gelegt", sagt ein Meißener, der seinen Namen nicht nennen möchte. Er selbst hat an diesem Tag nichts zur Strecke gebracht. Mit seinem Bayerischen Gebirgsschweißhund sucht der Mann in erster Linie nach den angeschossenen Tieren. "Mir gefällt vor allem die Arbeit mit dem Hund und das Wandern in den Wäldern", sagt der Jäger.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.11.2014
Jan Iven

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