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Bad Düben In der Dübener Heide soll ein weiteres aktives Moor entstehen
Region Bad Düben In der Dübener Heide soll ein weiteres aktives Moor entstehen
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19:00 11.03.2010
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Dübener Heide

Dieser hat ein Gesamtvolumen in Höhe von 370000 Euro.

Hauptaugenmerk werde auf das Gebiet der Wöllnauer Senke gelegt, erklärte Projektmanager Roland Krönert. Das zurzeit landwirtschaftlich genutzte Niedermoorgebiet soll in weiteren Teilen revitalisiert werden. Bedeutet: Entwässerungsgräben werden verfüllt und Staue eingebaut. Die Flächen sollen wieder vernässen. Die Landwirtschaft gibt dafür Bereiche her, könne aber nach wie vor extensive Landwirtschaft betreiben. „Wir haben mit den Betrieben ein Umsetzungskonzept abgestimmt“, erklärte Krönert und sprach von einer „mehrheitlichen Einigung“. Zwischen Landwirtschaft und Verband hatte es in den vergangenen Jahren insbesondere im Bereich der Wöllnauer Senke immer wieder Spannungen gegeben.

Die geplanten Maßnahmen würden dieses Jahr beginnen und über das Jahr 2011 hinausgehen. Im Haushaltsplan sind für den Quellmoorkomplex Siedegraben Kosten in Höhe von 76000 Euro geplant, für den Bereich Wöllnauer Senke Süd, etwa 15 Hektar groß, weitere 51000 Euro. Hier ist die Entwicklung zu einem aktiven Moor angedacht, allerdings ohne landwirtschaftliche Nutzung. In diesem Jahr soll zunächst die Planung beginnen.

Der Zweckverband, der in den vergangenen Jahren mit Bundes- und Landesmitteln Flächen im Presseler Heidewald- und Moorgebiet im großen Stil erworben hatte, sieht von nun an davon ab. Privaten Eigentümern, die bislang nicht verkauft haben, werde ein Flächentausch angeboten. Dazu sei laut Krönert bereits im Juli vergangenen Jahres ein Flurbereinigungsverfahren angeordnet worden, das sich in der Umsetzung befindet. Für den gesamten Bereich der Wöllnauer Senke dauert die Renaturierung schätzungsweise noch bis in das Jahr 2016 an.

Weil die Förderperiode für das Naturschutzgroßprojekt, das nach Verbandsangaben eine „gesamtstaatlich repräsentative Bedeutung“ hat, vergangenes Jahr endete, hat sich auch das Förderprozedere verändert. Der Bund finanzierte das Projekt 14 Jahre lang anteilig in Höhe von 72,5 Prozent, das Land Sachsen mit 22,5 Prozent und den Rest brachte der Zweckverband auf. Seit diesem Jahr kommen die Gelder über die EU-Richtlinie „Natürliches Erbe“. Der Fördersatz liegt zwischen 80 und 90 Prozent für Projekte, die Eigenmittel steuert der Zweckverband bei, der von den Mitgliedern Landkreis Nordsachsen und Naturschutzbund Sachsen finanziell ausgestattet wird.

„Wir haben die Aufgabe, über die 14-jährige Laufzeit hinaus die Realisierung von Aufgaben abzusichern“, erklärte Krönert weiter. Sämtliche bisher umgesetzten Maßnahmen wie Grundstückskäufe, Biotopersteinrichtungen, Pflege- und Entwicklungsplanungen und wissenschaftliche Untersuchungen dienten dazu, „den für Sachsen und die Bundesrepublik insgesamt wertvollen Landschaftsteil der Dübener Heide mit ihrer reichen Ausstattung an geschützten Tier- und Pflanzenarten langfristig zu sichern und zu entwickeln“, so der Experte. Und so konnten Naturfreunde bereits verkünden, dass sich der Wachtelkönig, eine äußerst seltene Vogelart, im vergangenen Jahr neu angesiedelt hat. Ebenso sind Brutpaare des Kiebitz, der Flussregenpfeifer und Waldwasserläufer im Presseler Heidewald- und Moorgebiet wieder heimisch.

Nico Fliegner

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