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Internationaler Museumstag fand in Bad Düben großen Anklang

Internationaler Museumstag fand in Bad Düben großen Anklang

Sammeln, bewahren, forschen und vermitteln - auf diese vier Kernaufgaben ist die Arbeit der Museen aufgebaut. Doch am Internationalen Museumstag betraten zahlreiche kleine und große Besucher die Schatzkammern der Heimat, Landschafts- und thematischen Museen in ganz Deutschland.

Bad Düben. Auch in Bad Düben öffneten sich das schwere Holztor zum Landschaftsmuseum der Dübener Heide ganztägig und lud die Besucher zum kostenlosen Rundgang durch die Ausstellung und ins Burgareal ein.

"Ziel des Internationalen Museumstages ist, auf das breite Spektrum der Museumsarbeit und die thematische Vielfalt der etwa 6500 Museen in Deutschland aufmerksam zu machen. Wir haben uns ein breites Angebot überlegt, um viele Besucher anzulocken. Neben der traditionellen Bücherbörse gibt es heute Bastelstände für Kinder, verschiedene Führungen durch unser Haus, die Möglichkeit sich bei verschiedenen Brettspielen auszuprobieren, unsere Bergschiffmühle zu besichtigen sowie beim Figurentheater des Theater im Globus zuzuschauen", erzählte Museumsleiterin Yvette Steuer. Bereits am Vormittag schleppten zahlreiche Hobbytrödler kistenweise Bücher und Broschüren ins Museums, um diese später bei der Bücherbörse anzubieten. Darunter auch Frank Busse aus Dahlenberg. "Ich muss zu Hause Platz schaffen. Die Bücher wachsen mir über den Kopf. Meine Frau hätte am liebsten, dass ich mit leeren Kisten zurück komme und mir gleichzeitig ein Verbot zum Kauf von neuen Büchern ausgesprochen", lachte Frank Busse. Fündig wurden in den vollen Kisten auch die Zwillinge Vincenz und Niklas Rummel aus Bad Düben. Den beiden Schüler hatte es vor allem die Sciencefiction-Lektüre angetan. Hobbytrödlern Claudia Hammerschmidt aus Wolfen war zum ersten Mal dabei und brachte eine riesigen Tisch voller Lesestoff mit. "Das sind Geschenke, Selbstgekauftes und auf dem Boden gefundenes dabei. Auch alte Sportechos aus den achtziger Jahren habe ich dabei. Die gehen weg wie warme Semmeln", sagte die Wolfenerin. Bei herrlichen Sonnenschein war am Nachmittag der große Spieltisch im Burghof Anziehungspunkt Nummer ein. Hier warteten zahlreiche Brettspiele zum ausprobieren aus. Meist Prototypen wie Wolf und Schafe, Gänsespiel oder das Dübener Museumsspiel. "Das Dübener Museumsspiel ist eine eigene Kreation. Das habe wir uns ausgedacht, um etwas ganz besonderes anzubieten. Das Spiel ist im Rahmen der Kinderbetreuung entstanden und ist ein klassisches Würfelspiel. Dabei muss man verschiedene Fragen über Schiffmühle, Hexen, Kohlhaas und Burggeschichte richtig beantworten. Vielleicht gelingt es uns später einmal diesen Prototypen weiterzuentwickeln und dann als richtiges Brettspiel anzubieten", hofft Mitarbeiterin Anja Kasch.

Am Nachmittag hatten dann Lena Schmidt, Josephine Schebeck, Linda Klingenberg, Lukas Dietze und Justin Gründling von der evangelischen Grundschule Bad Düben ihren großen Auftritt. Sie durften als kleine Museumsführer durch jeweils einen Teil der Daueraustellung führen. "Im Rahmen des Unterrichts gibt es bei uns einen Kurs Stadtgeschichte für Dritt- und Viertklässler. Sie haben wir in der Vergangenheit verschiedene Thematiken zur Heimatgeschichte wie Naturpark, die Geschichte des Eisenhammers, Napoleon in Bad Düben und die Garnisionsstadt behandelt. Fünf Kinder präsentieren ihr Wissen heute hier im Rahmen einer Führung", so Steuer. Und die waren im Vorfeld bereits mächtig aufgeregt. Jedes der Kinder hatte ein kleines Schild um den Hals, dass sie als Museumsführer auswies. "Ich bin ganz schön aufgeregt und habe hohes Lampenfieber. Das ist viel schlimmer als eine Mathearbeit schreiben", schilderte Linda Klingenberg. Doch die Drittklässlerin meisterte ihren Part zum Eisenhammer genauso gut wie ihre Mitschüler. Den Besuchern gefiel der etwas außergewöhnliche Rundgang. "Die Kinder brachten es kurz und knapp auf den Punkt und schweiften nicht so viel aus wie wir Erwachsene. Mir hat die Tour durchs Museum sehr gut gefallen", sagte Ernst Boekmann aus Leipzig.

Der Internationale Museumstag wurde im Jahr 1977 ins Leben gerufen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in aller Welt wollen damit die Möglichkeit geben, gemeinsam auf die Bedeutung ihrer Arbeit als Beitrag zum kulturellen und gesellschaftlichen Leben hinzuweisen, und gleichzeitig Besucherinnen und Besucher ermuntern, die in den Einrichtungen bewahrten Schätze zu erkunden. "Museen für ein gesellschaftliches Miteinander" lautete das Motto des Internationalen Museumstags 2010. Das Ereignissteht unter der Schirmherrschaft des Präsidenten des Bundesrates, Präsident des Senats der Freien Hansestadt Bremen, Bürgermeister Jens Böhrnsen.

Steffen Brost

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