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Bad Düben „Investitionsverpflichtung über 3,2 Millionen Euro ist total aus der Luft gegriffen“
Region Bad Düben „Investitionsverpflichtung über 3,2 Millionen Euro ist total aus der Luft gegriffen“
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07:00 17.02.2017
Das Schloss Schnaditz wurde 2014 von einer amerikanischen Investorengruppe gekauft. Quelle: Steffen Brost
Schnaditz

Wirbel um das Schloss in Schnaditz – jetzt meldet sich die amerikanische Investorin zu Wort. Helga van Horn bezeichnet in einer E-Mail an die LVZ die im Kaufvertrag festgehaltene Investitionsverpflichtung über 3,2 Millionen Euro, auf die die Stadt Bad Düben pocht, als „total aus der Luft“ gegriffen. Diese Summe hätte nur im Raum gestanden, als ihr noch von ihrem inzwischen ausgeschiedenen Projektleiter versichert wurde, dass die Banken einen Kredit ausreichen und es zudem Fördermittel in Höhe von fast einer Million Euro gebe, so Horn. Die Stadt Bad Düben wartet indes auf die Investitionsverpflichtung bis heute, die Investorengruppe ließ eine Frist bereits zweimal verstreichen. Bis zum 31. Januar hätte der Kommune eine Bankenbestätigung vorliegen müssen. Jetzt steht sogar die Frage einer möglichen Rückabwicklung des Kaufvertrages im Raum. Damit wären die Schloss-Sanierung und alle Pläne rund um das denkmalgeschützte Objekt hinfällig. Es würde an die Stadt zurückfallen.

Die Auffassung der Stadtverwaltung verwundert Helga van Horn: „Bei einer Besprechung mit der Bürgermeisterin letztes Jahr bestätigten wir, dass wir das Schloss sanieren werden, aber mit eigenem Geld und Schritt für Schritt. Das wurde angenommen. Wir haben eigentlich viel seit April gemacht, aber da es nicht die Fassade war, denkt jeder, nichts ist geschehen.“ Neue Wasser- und Abwasserleitungen sowie Strom ins Schloss zu bringen, hätten viel Geld gekostet. „Wir hatten keine Ahnung, dass die Stadt damit spielt, den Kauf rückgängig zu machen. Uns wurde bis jetzt nichts davon gesagt. Wir hätten aber die ersten sein sollen, die davon informiert werden“, so Horn weiter.

In Bezug auf die drei Räume vom Kohlhaas-Club Schloss Schnaditz, für die sich die Stadt im Kaufvertrag ein Nutzungsrecht mit der Auflage einräumen ließ, dass hier ein Museum eingerichtet wird, schreibt sie: „Es stimmt, wir nutzen die Küche, aber nicht umsonst, wir bezahlen allen Strom, der über dem Durchschnitt liegt. Die Räume gehören uns, nicht dem Verein. Absprachen sind nicht nötig“, so Helga van Horn.

Von Ilka Fischer

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