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Isegrim - der große Unbekannte

Isegrim - der große Unbekannte

Schwemsal. Der Wolf ist angekommen – zumindest in Schwemsal. In dem kleinen Dorf bei Bad Düben wurde am Sonntag die Ausstellung „Wolf und Mensch – auf Spurensuche in Brandenburg" eröffnet.

. Das Interesse war groß, auch weil Isegrim noch der große Unbekannte in der hiesigen Gegend ist.

Noch, wohlgemerkt. Denn Wildtierexperten gehen davon aus, dass er in der Dübener Heide wieder heimisch werden könnte. „Wir wollen mit der Ausstellung über den Wolf aufklären", sagte Axel Mitzka, Vorsitzender des Vereins Dübener Heide, bei der Eröffnung. „Wertneutral, anhand der bloßen Fakten", so Mitzka weiter. Je mehr Bewohner dieser Region sich vorab mit dem Tier auseinandersetzten, desto klarer dürfte das Bild über den Wolf werden.

Mit der Ausstellung wird das Mit- und Gegeneinander von Wolf und Mensch seit Beginn der Menschheitsgeschichte beleuchtet. Alte Mythen werden aufgegriffen und Geschichten erzählt. Geschildert wird, wie Wölfe einst gejagt wurden. Man hört Wölfe heulen und Welpen um Nahrung betteln.

Der Verein Dübener Heide, der Träger des gleichnamigen Naturparks ist, will mit der Ausstellung verhindern, was in anderen Regionen Sachsens und Brandenburgs eintrat, als der Wolf plötzlich da war: Angst, Panikmache, Streit und letztlich wilde Schlagzeilen in den Medien. Anhalt-Bitterfelds Landrat Uwe Schulze (CDU) lobte deshalb das Engagement, sich bereits frühzeitig mit dem Thema zu beschäftigen. Aber am Ende werde „nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird", sagte er. Den Wolf habe es schon einmal gegeben – und damals unter anderen Bedingungen als heute. Schulze sprach von der Jägerschaft, die einst gegen den Wolf war, weil der das Wild, das damals eine größere Rolle zur Versorgung der Menschheit spielte, erbeutete. Dies sei heute nicht mehr so gegeben.

Von Konflikten, die der Wolf mit sich bringt, wusste Lars Thielemann, Leiter des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft zu berichten. Von dort hatte sich der hiesige Naturpark die Ausstellung geliehen. In Brandenburg leben über 25 Wölfe und stoßen auf großes öffentliches Interesse, jedoch nicht immer auf Zustimmung. Mit Aufklärung und Management will Brandenburg das friedliche Nebeneinander von Mensch und Wolf stärken. Die Ausstellung habe dazu beigetragen, so Thielemann. Er wünschte den Kollegen hier viele Besucher und gutes Gelingen im Umgang mit dem Thema.

Volker Tiefensee, CDU-Landtagsabgeordneter und Mitglied im sächsischen Umweltausschuss, bezeichnete die Ausstellung als „eindrucksvoll". Er weiß um die Befindlichkeiten in den Regionen, wo der Wolf heimisch geworden ist und wo er Schafe gerissen hatte. Die Landwirtschaft sei nicht gut auf ihn zu sprechen. 60 000 Euro habe der Freistaat zuletzt als Entschädigung ausbezahlt, sagte er. Was der Verein mit der aktuellen Ausstellung bewirken will, sei richtig.

Keine Angst vorm Wolf hatten dagegen die Besucher. Ralf Behne aus Bad Düben und andere sahen das Thema gelassen. „Noch kein einziger Wolf hat einen Menschen angefallen, nur die sogenannten Wohlstandshunde in unserer Gesellschaft", sagte Behne. Uns tatsächlich: Isegrim gilt als scheuer Zeitgenosse, vorm Menschen hat er in aller Regel Angst und wo Landschaften zu dicht besiedelt sind, lässt er sich auch nicht nieder.

Nico Fliegner

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