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Bad Düben Jawad Muhammad spricht über den Angriff in Bad Düben
Region Bad Düben Jawad Muhammad spricht über den Angriff in Bad Düben
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11:57 19.07.2018
Jawad Muhammad wurde in Bad Düben von 15 Personen verfolgt und angegriffen. Quelle: Steffen Brost
Bad Düben

Jawad Muhammad wurde nachts in Bad Düben nach eigenen Aussagen von alkoholisierten Personen verfolgt, rassistisch beleidigt und schließlich körperlich angegriffen. Dabei wurden ihm beide Hände gebrochen. Wir sprachen mit dem 31-Jährigen. Die Polizei ermittelt wegen Körperverletzung.

Wie geht es Ihnen heute?

Ich habe das Krankenhaus am Montag verlassen. Beide Hände mussten operiert werden. Ich wurde zu Boden gestoßen, dabei wurden mir beide Hände gebrochen und auch die Knie aufgeschlagen. Jetzt muss ich Gipsverbände tragen. Ich bin noch immer sehr schockiert.

Warum haben Sie am Sonntag erst so spät Anzeige bei der Polizei erstattet?

Ich hatte nicht das Gefühl, dass meine Hände gebrochen sind, wollte nur schnell weg und nach Hause. Dann musste ich doch ins Krankenhaus und bin nicht viel eher dazu gekommen, Anzeige zu erstatten.

Stimmt es, dass Sie mit zwei gebrochenen Händen noch selber Auto gefahren sind?

Ja, ich konnte noch fahren, hatte große Schmerzen. Wir wollten schnell weg, hatten Angst. Mein Auto war umstellt, da bin ich schnell weggefahren. Auf dem Weg nach Hause haben wir den Krankenwagen angerufen, der hat mich ins Krankenhaus gebracht, dort wurde ich untersucht, wurden die Brüche festgestellt und versorgt.

Von wo aus haben Sie die Polizei gerufen?

Von zu Hause aus, ich durfte das Krankenhaus verlassen, hatte zwei Tage später einen OP-Termin. Ich habe dann von zu Hause aus die Polizei gerufen und Anzeige erstattet.

Konnten Sie die Täter identifizieren?

Ja, einige.

Auf Facebook wird behauptet, Sie hätten provoziert und seien mitschuldig an der Auseinandersetzung gewesen. Was sagen Sie zu diesen Vorwürfen?

Ich bin friedlicher, politischer Menschenrechtsaktivist und bin in meinem Leben noch nie gewalttätig gewesen. Sie haben uns verfolgt, wir standen Nase an Nase und sie haben versucht, mich zu provozieren. Wir wurden angeschrien. Ich hatte Angst, habe nichts getan.

Was erwarten Sie von der Justiz?

Ich erwarte Gerechtigkeit, so etwas darf nicht passieren.

Wie geht es jetzt für Sie weiter?

Ich bin krankgeschrieben und möchte gesund werden. Ich absolviere momentan einen Integrationskurs, möchte danach als IT-Verkäufer arbeiten.

Von Frank Pfütze

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