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Bad Düben Jede fünfte Wohnung in Laußig steht leer
Region Bad Düben Jede fünfte Wohnung in Laußig steht leer
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07:00 06.07.2016
Ob dieser Block mit 60 Wohnungen noch in diesem Jahr eine neue Fassade bekommt, entscheidet der Aufsichtsrat in seiner heutigen Sitzung. Quelle: Ilka Fischer
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Laußig

Wohnortstandkampagne in Eilenburg, das Schielen auf neue Bewohner auch in Bad Düben: Die Gemeinde Laußig liegt genau zwischen den beiden Muldestädten. Doch von Erholung auf dem Wohnungsmarkt kann man in Laußig – als sogenanntes Industriedorf zu DDR-Zeiten mit heute überdimensionierten Wohnblöcken ausgestattet – noch lange nicht sprechen. Das zeigt sich auch beim nach wie vor hohen Leerstand.

Günstige Miete allein reicht nicht aus

Allein bei der gemeindeeigenen Wohnstätten GmbH, die ihren Bestand von der Bad Dübener Wohnungsbaugesellschaft verwalten lässt, stehen derzeit 68 der 341 Wohnungen leer. Für die Wohneinheiten, allesamt übrigens in Laußiger Neubaublöcken, werden durchschnittlich 4,16 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter verlangt. Doch auch die kostengünstigen Mieten können letztendlich den Bevölkerungsrückgang und damit die nachlassende Nachfrage nicht kompensieren. Dennoch sieht Bürgermeister Lothar Schneider (parteilos), der zugleich Geschäftsführer der 100-prozentigen Tochtergesellschaft der Gemeinde ist, durchaus auch Positives. So schreibe die Gesellschaft, die in den 1990er Jahren 19 Millionen Mark in die Sanierung der Wohnblocks steckte, inzwischen „eine sehr kleine schwarze Null“. Der Schuldenstand zum 1. Januar 2016 war dennoch mit 7,5 Millionen Euro gigantisch, bedeutet das doch rein rechnerisch für jede Wohnung im Bestand über 20 000 Euro Schulden. Alle Anstrengungen sind daher darauf ausgerichtet, den Schuldenberg abzuschmelzen. In diesem Jahr sollen konkret 216 000 Euro getilgt werden.

Große Sprünge sind nicht drin

Damit wird aber auch deutlich: Große Sprünge sind angesichts dieser Zahlen für die Wohnstätten GmbH nicht drin, auch wenn Sanierungsbedarf nach rund 20 Jahren durchaus wieder gegeben ist. „Wir können in jedem Jahr dennoch rund 80 000 Euro in die Instandhaltung investieren“, so Schneider. Die würden allerdings im Wesentlichen in die Wohnungen fließen, die neu vermietet werden. 2016 habe er aber durchaus auch die Fassadenerneuerung des sogenannten 60er-Blocks, der sich direkt an der Staatsstraße befindet, im Blick. „Der Aufsichtsrat wird dazu auf seiner Sitzung am Mittwoch endgültig eine Entscheidung fällen.“

Barrierefreiheit bleibt Thema

Ein anderes Thema wird auf dieser Sitzung die Barrierefreiheit sein. „Wir wollen hier in unserem Wohnungsbestand etwas tun.“ So gebe es die Möglichkeit, Parterrewohnungen barrierefrei zu gestalten. Nicht zu tun hat das mit der ebenfalls angedachten Umgestaltung eines anderen Blockeingangs, der zu einer Senioren-Wohngemeinschaft umgebaut werden soll. „Unter Beachtung des Pflegeneuausrichtungsgesetzes wollen wir dann auf drei Etagen für neun Personen Wohnraum schaffen, in dem sie dann von einem mobilen Pflegedienst betreut werden“, so der Bürgermeister. Ebenfalls noch auf der Agenda hat Laußig den Umbau der ehemaligen Gemeindeverwaltung in der Bahnhofsstraße.

Von Ilka Fischer

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