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Bad Düben Jeder zweite Nordsachse wohnt in den eigenen vier Wänden
Region Bad Düben Jeder zweite Nordsachse wohnt in den eigenen vier Wänden
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00:19 20.05.2017
Wohneigentum oder Miete? Quelle: dpa
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Nordsachsen

Fast jeder zweite Nordsachse lebt in den eigenen vier Wänden: Die sogenannte Wohneigentumsquote im Landkreis liege bei 48 Prozent, teilte jetzt das Pestel-Institut mit, das in Kooperation mit der Initiative „Wohn-Perspektive Eigentum“ eine deutschlandweite Regional-Untersuchung zum Wohneigentum vorgelegt hat. So gebe es in Nordsachsen rund 45 800 Wohnungen beziehungsweise Häuser, für die keine Miete gezahlt werden muss, weil ihre Eigentümer sie selbst nutzen. Im bundesweiten Durchschnitt liegt die Eigentumsquote bei knapp 45 Prozent, was im Europa-Vergleich laut Pestel-Institut lediglich dem drittletzten Platz entspricht.

So sieht das Pestel-Institut auch beim Wohneigentum im Landkreis Nordsachsen „noch Luft nach oben“. Denn es gebe eine neue „Verlierer-Generation“: „Insbesondere die 25- bis 40-Jährigen können sich immer seltener ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung leisten. Dabei gehören gerade die Jobstarter und Familiengründer eigentlich zur typischen Klientel für Wohnungskauf und Hausbau“, erklärte der Leiter des Pestel-Instituts, Matthias Günther.

Chance für Jüngere sinkt

Immerhin handele es sich bei den Mittzwanzigern bis Enddreißigern um eine starke Bevölkerungsgruppe: Rund 33 500 Menschen dieser Altersgruppe leben im Kreis Nordsachsen. Ihre Chance auf Wohneigentum ist stark gesunken: „Bei den 25- bis 40-Jährigen ist die Eigentumsquote innerhalb von zwölf Jahren um 29,3 Prozent zurückgegangen“, sagte Matthias Günther. Er beruft sich dabei auf Zahlen aus dem neuesten Mikrozensus.

„Die eigenen vier Wände rangieren bei vielen zwar ganz oben auf der Wunschliste. Aber es hapert oft an guten Bedingungen für eine solide Finanzierung. Daran ist auch eine unsichere berufliche Perspektive schuld: Häufig werden gerade jungen Menschen nur Zeitverträge angeboten. Für einen Immobilienkredit wären allerdings unbefristete Jobs notwendig. Vor allem aber fehlt eine staatliche Unterstützung für Wohneigentum, das die Menschen anschließend für sich selbst nutzen“, so Günther. Mit der Abschaffung der Eigenheimzulage sei die letzte Förderung von Wohneigentum in Deutschland faktisch eingestellt worden. Und das schon vor elf Jahren. Dies räche sich nun: „Wohneigentum ist nämlich ein wichtiger Baustein der Altersvorsorge. Und die kommt bei vielen jetzt zu kurz. Immerhin ist die eigene Wohnung die einzige Alterssicherung, die – unabhängig von jeder Schwankung bei der Rentenhöhe – im Alter verlässlich genutzt werden kann“, erklärte Günther.

Neue Rahmenbedingungen gefordert

Zur Initiative „Wohn-Perspektive Eigentum“, für die die Studie entstand, haben sich unter anderen der beim Hausbau und Wohnungskauf beratende Verband privater Bauherren, der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel und die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau zusammengeschlossen. Gemeinsam sprechen sie sich für neue Rahmenbedingungen beim Erwerb von Eigentum aus.

Von ept

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