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Bad Düben Jugendliche verwüsten Clubdomizil
Region Bad Düben Jugendliche verwüsten Clubdomizil
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14:20 19.05.2015
Kein schöner Anblick: der verwahrloste Jugendclub. Quelle: Nico Fliegner

Und deshalb ärgert es ihn besonders, wenn das, was einst geschaffen wurde, später wieder mit Füßen getreten wird.

Gestern Morgen, Sportplatz an der Durchwehnaer Straße: Emmrich zeigt, was ihn zurzeit bewegt. Etwas versteckt steht ein alter Schuppen, auf der linken seite des Gebäudes sind die Fenster eingeschlagen. Es ist jenes Objekt, das die Stadtverwaltung einst Jugendlichen zur Verfügung stellte, damit die dort ihren Club einrichten können. Die Räume hatte der SV Bad Düben zuvor als Lager genutzt, schaffte dann auf Bitten der Verwaltung Platz und nutzt nun ausschließlich den anderen Teil des Objektes auf der rechten Seite.

Dort, wo die Jugendlichen sich trafen, kann man nur noch von einer verwahrlosten Behausung sprechen: zerstörtes Mobiliar, offene Spinte, überall Dreck und Müll, ein alter Kühlschrank, verschmutzt in der Ecke. An der Wand hängen Plakate der Linkspartei. Ansonsten deutet nichts mehr darauf hin, dass das Jugenddomizil regulär überhaupt noch genutzt wird. "Ich vermute, dass sich hier nachts noch immer welche herumtreiben", sagt Emmrich. Sicher ist er sich aber nicht. Vielmehr beklagt er den Zustand, steht kopfschüttelnd da. Schließlich habe der SV seinerzeit auf die Räume verzichtet, um der Jugend Platz zu machen. Emmrich selbst bot seine Unterstützung an. Vergebene Liebesmüh - der Vandalismus hat sich breit gemacht. "Wir sind jetzt natürlich bestrebt, den Raum wieder für unsere Zwecke nutzen zu können", erzählt das SV-Vorstandsmitglied. Denn das eigene Lager - übrigens in der Vergangenheit schon Zielobjekt von Dieben gewesen - ist bereits überaus gut bestückt mit Sport- und anderen Geräten. "Wir könnten den Platz gebrauchen", so Emmrich.

Der Stadtverwaltung ist indes der miserable Zustand bekannt. Wie Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) gestern sagte, habe die Stadt seinerzeit mit den Eltern der Jugendlichen einen Vertrag geschlossen für die befristete Nutzung des Raumes. Bedingung sei aber gewesen, dass sich die Jugendlichen um den Müll und die Toiletten kümmern; sie sollten Dixis aufstellen. "Mittlerweile haben wir uns aber wieder die Schlüssel geben lassen", so die Stadtchefin, ebenfalls verärgert über den Zustand.

Ob für die Verwüstung nun die damaligen Club-Nutzer selbst verantwortlich sind oder andere, ist unbekannt. Laut Münster soll sich allerdings eine rivalisierende Gang Zugang zu dem Objekt verschafft und die Schäden angerichtet haben. Die Jugendlichen selbst nutzen wohl derzeit eine Immobilie hinter dem Schuppen, die früher zum Bundesgrenzschutz gehörte, heute aber leer steht und Eigentümern in der Schweiz gehört - die Nutzung ist illegal. "Wenn wir uns mit SV einig werden, dann richten wir den Raum wieder her, sodass er wieder genutzt werden kann", sagte Münster. Das Problem mit den Jugendlichen ist damit allerdings nicht aus der Welt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.05.2014
Von Nico Fliegner

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