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Bad Düben Juliane Jacker - verliebt in Frankreich
Region Bad Düben Juliane Jacker - verliebt in Frankreich
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19:00 17.06.2010
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. Und los ging die Reise nach Frankreich, vier Wochen am Stück, fernab der Heimat und dem gewohnten Umfeld. Für Juliane Jacker aus Bad Düben, Auszubildende zur Restaurantfachfrau im Heide Spa, eine Erfahrung, die sie nicht mehr missen möchte.

„Ich bin ja ehrlich gesagt ein Mutti-Kind", erzählt die 19-Jährige. Sie sei noch nie über mehrere Wochen von ihrer Familie getrennt gewesen. Und sie wollte das auch nicht. Bis es die Anfrage, gespickt mit viel Überzeugungskraft ihres Chefs gab, das Heimweh doch mal zu strapazieren. „Dann hab ich mich darauf eingelassen und bin nun doch ganz froh, in Frankreich gewesen zu sein", erzählt die Auszubildende.

Juliane hatte die Chance, für vier Wochen an einem deutsch-französischen Austausch für Auszubildende in der Gastronomie teilzunehmen. „In unserer Branche gibt es viele Möglichkeiten, sich weiterzubilden. In dem Berufsfeld von Juliane ist das auch ganz wichtig. Sie lernte innerhalb weniger Wochen vieles dazu, was sie auch bei uns im Hotel oder Heide Spa anwenden kann. Mitunter haben auch wir französische Gäste", sagt Heun. Und um die darf sich künftig Juliane kümmern, denn vor der Reise erhielt sie einen Crash-Kurs in Französisch und vor Ort eignete sie sich bei der praktischen Arbeit den Rest an. „Ich war in der Normandie, in der Stadt Trouville-sur-Mer", berichtet sie freudestrahlend. Das ist ein feiner Ort, ein Seebad, etwa 200 Kilometer entfernt von Paris. Dort war Juliane in einem Vier-Sterne-Hotel untergebracht und fleißig zugange. Denn nachdem Land und Leute ausgiebig inspiziert wurden, war sie mitten im Hotelbetrieb drin, bediente Gäste in den Spitzenzeiten.

An eine Begebenheit erinnert sie sich besonders. Ihr dortiger Chef kam an einem Abend zu ihr und sagte, sie solle ein älteres Ehepaar am besten nicht bedienen. „Das hing mit der Geschichte zusammen", erklärt Juliane. Denn im Zweiten Weltkrieg war die Region von der deutschen Wehrmacht besetzt. Die Küste diente den West-Alliierten als Landungszone für ihre groß angelegte und lang geplante Invasion des westeuropäischen Festlandes. Eine blutige Schlacht begann. Insofern haben insbesondere ältere Generationen in der Normandie Vorbehalte gegenüber Deutschen. Juliane kann das verstehen. Alles in allem habe sie sich dennoch wohl gefühlt. „Ich bin durch den Auslandsaufenthalt viel aufgeschlossener und habe mich auch ein bisschen in die Stadt verliebt", sagt sie. Ihre Sprachkenntnisse haben sich verbessert. Mittlerweile kann sie sich sogar vorstellen, einmal im Ausland zu arbeiten.

„In dem Beruf ist das auch äußerst wichtig", weiß Heun. „Erfahrungen in einem anderen Land zu sammeln, ist nicht nur etwas für Studenten. Auch Azubis sollten davon Gebrauch machen." Der Geschäftsführer sagt das nicht ohne Grund. Bewerbungen von jungen Leuten um einen Ausbildungsplatz zum Koch waren zuletzt alles andere als zufriedenstellend. „Die hatten durchweg schlechte Noten." Und groß sei die Auswahl auch nicht gewesen. Seine Konsequenz: Das Heide Spa wird dieses Jahr keinen neuen Koch ausbilden.

Nico Fliegner

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