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Junkerschmaus im Schloss: Autor Reiner Herrig stellt neues Kohlhase-Buch vor

Junkerschmaus im Schloss: Autor Reiner Herrig stellt neues Kohlhase-Buch vor

In historischen Gewändern gekleidet empfingen die Mitglieder des Kohlhaas-Club Schloss Schnaditz am Wochenende die Gäste in der alten Brennerei. Diese erwartete ein unterhaltsamer Abend mit Lesung, Junkerschmaus, Bauerntänzen, Schwerterklirren und Turmblasen.

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Autor Reiner Herrig wird umrahmt von historischen Gestalten des Kohlhaas-Club Schloss Schnaditz.

Quelle: Heike Nyari

Schnaditz. Stargast des Abends war der Wurzener Autor Reiner Herrig, der sein neues Buch "Hans Kohlhase - der Kampf ums Recht" im Gepäck hatte.

Zwei Jahre lang hatte der Schriftsteller an seinem Werk gearbeitet. Heraus kam ein fast 900 Verse zu je vier Zeilen umfassendes Epos über den Berliner Kaufmann, der 1532 mit dem Junker Gunter von Zaschnitz von Schloss Schnaditz in Streit geriet. Alles begann mit dem berühmten Pferderaub zu Wellaune.

Reiner Herrig ist natürlich nicht der Erste, der sich diesem umfassenden Thema widmete. Es gibt Abhandlungen, Romane, Erzählungen, Opernaufführungen und Filme. Doch im Vergleich zu beispielsweise der weltberühmten Novelle von Heinrich von Kleist "Michael Kohlhaas" wendet sich der Wurzener der wahren Figur zu. Das war Hans Kohlhase aus Cölln-Berlin.

"Auf Grund von historischen Belegen habe ich versucht, die wahren Geschehnisse zu bearbeiten", so Reiner Herrig, der sich bei seinen Recherchen auch von der Reformation faszinieren ließ. Er suchte Orte der damaligen Geschichte auf und traf auf einen spannenden Krimi der Renaissance. Seine Recherchen führten ihn unter anderem auch nach Schnaditz. "Der Kohlhaas-Club leistet vor Ort wertvolle Arbeit, unterstützte mich und machte mir immer wieder Mut, mein Schreiben fortzuführen", sagte der Autor. Herrig möchte mit seinem künstlerischen Schaffen einen Beitrag leisten, um Hans Kohlhase einen ähnlichen Stellenwert zu verleihen wie beispielsweise Klaus Störtebeker, Kunz von Kauffungen oder Karl Stülpner. Inzwischen arbeitet er bereits am zweiten Band "Die Fehde", der über Kohlhases Triumph und Untergang erzählen wird. Die Gäste lauschten den Ausführungen aus Band eins gespannt. Reiner Herrig las einige Szenen, zum Beispiel die Einkehr des Kaufmanns im Gasthof Wellaune, wo man ihm die Pferde stahl, das ungemütliche Zusammentreffen mit Junker Zaschnitz auf Schloss Schnaditz und die erste Güteverhandlung auf der Burg Düben.

"Ganz toll", sagte Erika Rische aus Laußig, als sie aus der Brennerei trat. Die Lesung des Autors und die dazu passende Moderation von Ulf Jäckel waren sehr gut miteinander abgestimmt. Klaus Kannape aus Laußig zeigte sich vor allem vom Ambiente begeistert und bat den Kohlhaas-Club, "an dieser feinen Sache anzuknüpfen". Die Awo-Bibliotheksleiterin Bettina Beska fand, dass es der Autor verstehe, mit seinen Versen genau den Kern der Sache zu treffen, wobei auch der Humor nicht zu kurz komme.

Zwischenzeitlich wurde im Schlossinnenhof aufgetafelt. Gulasch in Brotschüsseln, Spanferkel mit Kraut und gebratenes Geflügel mundeten. Die Frauen der Bauerntanzgruppe aus Wellaune begeisterten ebenso wie der Schwertkampf zwischen den Rittern Andreas Tüpke und Uwe Herrmann.

Und noch eine Überraschung hatte Organisator Gerd Reinhard vorbereitet. Nicht die Delitzscher Türmerstochter, sondern Nicole Sonnenberg aus Tiefensee stand oben auf dem Wehrturm des Schlosses und spielte Trompete. Zum Schluss ließ es sich Hans Kohlhase alias Mathias Mieth nicht nehmen, Reiner Herrig in Anwesenheit der beiden Zeugen Edith Scheeren und Bernd Schröder zum Ritter zu schlagen.

"Es war eine originell gestaltete Lesung mit passendem Kulturangebot", zeigte sich Andreas Brünner vom Sachgebiet Kultur und Sport des Landkreises erfreut. Man spüre, dass sich die Vereinsmitglieder mit der Geschichte identifizieren. "So ein Engagement können wir nur begrüßen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.06.2013

Heike Nyari

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