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Katzenhochburg Bad Düben

Katzenhochburg Bad Düben

Katzen gehören zu den Lieblingstieren der Deutschen. Doch die Samtpfoten können sich auch zur Plage entwickeln, wenn sie sich ungehindert vermehren. Vor zwei Jahren berichtete die LVZ über eine Katzenplage in der Kurstadt.

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Im Windmühlenweg befindet sich eine von mehreren Fütterungsstellen für herrenlose, kastrierte Katzen.

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. Damals landeten Beschwerden über herrenlose Tiere im Windmühlenweg 30 auf dem Tisch des Bad Dübener Ordnungsamtes. Der Grund: Einige Anwohner fütterten die Stubentiger regelmäßig. Die Folge war, dass die Katzen jeden Tag wieder vor der Tür miauten und um Futter bettelten. Anderen Mitbewohnern missfiel diese gute Tat zunehmend.

"Ich kenne die Situation von damals, obwohl ich 2012 noch keine Leiterin im Eilenburger Tierschutzzentrum war. Wir haben heute immer noch Probleme mit wilden Katzen in Bad Düben, versuchen aber mit gezielten Sterilisationen die Lage so langsam in den Griff zu bekommen", sagt die Eilenburger Tierheimleiterin Annett Albrecht.

Bis heute habe sich am Status, dass Bad Düben die Stadt mit den meisten wilden Katzen in der Region ist, nichts verändert. Nahezu jede Woche sind Mitarbeiter des Tierheims in Bad Düben unterwegs, um die Vierbeiner einzufangen. "Wir lassen sie von unserem Tierarzt kastrieren. Nach sieben Tagen setzen wir sie an der selben Stelle wieder aus", so Albrecht.

Die Behandlungen kosten viel Geld. Im Laufe der Zeit kommt ein ordentlicher Betrag für die Eingriffe zusammen. Eine Kastration bei einem Kater kostet rund 40, bei einer Katze etwa 70 Euro. Geld, das dem Tierheim an anderen Ecken fehlt. Obwohl die Stadt Bad Düben jährlich eine festgelegte Umlage in Höhe von 50 Cent pro Einwohner an das Eilenburger Tierschutzzentrum überweist, ist die Summe schnell aufgebraucht. "Wir haben den Eilenburger Mitarbeitern zugesagt, dass wir zusätzlich zu dieser Umlage noch die eine oder andere Sterilisation bezahlen würden, um die Situation langfristig zu entschärfen. Allerdings ist die Zahl der Beschwerden über herrenlose Katzen deutlich zurückgegangen", sagte Gabriele Leibnitz, Chefin des Bad Dübener Ordnungsamtes.

Kleingartenanlagen im Fokus

Als Katzen-Schwerpunktgebiete nannte Albrecht den Stadtteil Alaunwerk, das Wohngebiet am Windmühlenweg, den Spatenweg sowie alle Kleingartenanlagen in der Stadt. Überall dort kommen die Streuner in geballter Form vor. Anwohner rufen dann bei ihr und den Mitarbeitern an und fordern Hilfe. "Das Problem ist, dass sich die Katzen zu wilden Tieren verändert haben und sich nicht so ohne weiteres einfangen lassen. Sie können ganz schön fauchen und kratzen, wenn wir auftauchen. Im Nachhinein zeigt sich dieses Verhalten auch bei der Vermittlung an Tierfreunde als Problem. Interessenten wollen zahme Katzen. Wilde Tiere bekommen wir meist gar nicht los", so Albrecht.

40 der derzeit 150 Katzen im Tierheim stammen aus der Bad Dübener Region und warten nunmehr auf eine Vermittlung. Vor zwei Jahren wurden an mehreren Stellen im Windmühlenweg Katzenfallen aufgestellt, um Herr der Lage zu werden. Doch die großräumigen Käfige brachten nicht den erhofften Erfolg. Mittlerweile sind die Käfige wieder verschwunden und die Tierheimmitarbeiter setzen auf konkrete Informationen der Bewohner. Im Windmühlenweg befinden sich jetzt lediglich noch einige Futterstellen für die Mäusefänger. Darum kümmert sich Mitarbeiterin Grit Heintze. "Die Tiere , die sich hier ihr Futter holen, sind kastrierte Katzen. In Windmühlenweg entspannt sich die Situation langsam. Dafür werden wir im Wohngebiet Hüfnermark und Durchwehnaer Straße immer öfter aktiv. Erst kürzlich wurde ein Muttertier mit Jungen gesichtet. Hier müssen wir schnell tätig werden, damit sich die Population nicht ausbreitet", erklärte Heintze.

Auch in Zukunft hoffen die Tierexperten auf die Unterstützung der Bad Dübener. "Die Anwohner sollen uns verwilderte Katzen melden und beim Einfangen behilflich sein. Nur so können wir auf Dauer das unkontrollierte Vermehren beenden", so die Tierheimchefin.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.10.2014
Von Steffen Brost

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