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Bad Düben Kegelbahn-Wirt in Düben wirft das Handtuch – was jetzt aus dem Freizeitsport-Verein?
Region Bad Düben Kegelbahn-Wirt in Düben wirft das Handtuch – was jetzt aus dem Freizeitsport-Verein?
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00:27 16.01.2016
René Symalzek will nicht mehr. Am 29. Februar schließt er das Lokal „Zur Kegelbahn“. Quelle: Steffen Brost
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Bad Düben

Die Luft ist raus. Und auch die Lust fehlt. Am 29. Februar schließt René Symalzek seine Gaststätte „Zur Kegelbahn“. 2001 eröffnete der Bad Dübener das Lokal, das sich am Fußballstradion befindet. Das Besondere: Zur Gaststätte gehören eine moderne 5-Bahn-Anlage zum Kegeln und 60 Sitzplätze.

Der Entschluss ist bei dem 50-Jährigen lange gereift. „Seitdem ich hier der Wirt bin, gibt es fasst kein Familienleben, kein Wochenende und keine Feiertage mehr für mich. Nur selten habe ich meine Frau gesehen. Auch meine Töchter Laura und Lilli standen oft hinten an. Ich stand ja fast täglich hinterm Tresen“, begründet Symalzek den Schritt. Über mangelnde Auslastung könne er nicht klagen. „Es ist kein wirtschaftlicher Grund. Es lief bisher richtig gut. Einzig allein die Vorschriften, die man zum Betreiben eines solchen Betriebes braucht, werden immer schlimmer. Ich bin jetzt 50 Jahre und will noch etwas vom Leben haben“, so Symalzek weiter.

Jetzt sucht der Bad Dübener händeringend nach einem Nachfolger für das Lokal. Bis heute habe sich nur ein einziger Interessent auf die Ausschreibung gemeldet. „Das war einer aus Leipzig. Der hatte aber ganz eigenartige Visionen. Letztlich ist nichts daraus geworden.“

Dass sich bis heute kaum Interessenten gemeldet haben, kann der Bad Dübener nicht verstehen. Ein Gastraum mit 45 Sitzplätzen, eine moderne Kegelbahn, ein gemütlicher Freisitz, modern eingerichtete Lager und Küchenbereiche. Alles behindertengerecht ausgebaut. Ideal für einen kleinen Familienbetrieb. Hier wurde schon alles gefeiert, was man feiern kann. Von der Hochzeit über Geburtstage, Familienfeierlichkeiten oder auch Vereine haben regelmäßig Versammlungen abgehalten.

Seinen beiden Angestellten musste Symalzek für Ende Februar kündigen. „Dieser Schritt ist mir schon sehr schwer gefallen. Aber es war jetzt der richtige Zeitpunkt dafür.“ Seine Zukunft sieht er dagegen positiv. „Ich muss jetzt erst einmal auf meine Gesundheit achten. Danach bleibe ich der Selbstständigkeit treu. Nebenbei werde ich aber das Catering weitermachen. Meinen Bierwagen behalte ich nämlich noch und so findet man mich auch in Zukunft vielleicht hin und wieder noch bei manchen Festen“, so der 50-Jährige.

Enorme Auswirkungen hat die Schließung allerdings auch auf den Bad Dübener Freizeitsportverein (FSV). Denn sollte kein Nachmieter gefunden werden, steht die Existenz des Vereins auf dem Spiel. Dieser Sache ist sich Vereinsvorsitzender Siegmar Weber bewusst. Der Verein ist seit vielen Jahren Nutzer der Kegelbahn. „Wir haben drei finanzielle Standbeine. Zum einen die Mitgliedsbeiträge und dann die Vermietung der Kegelbahn an Dritte und die Einnahmen aus der Miete von der Gaststätte. Durch die Schließung brechen zwei Standbeine weg. Die Konsequenz wäre, wir müssten unsere Beiträge so anheben, dass fast alle unserer 240 Mitglieder austreten würden“, weiß Weber. Eigentlich hatte auch Weber vor, bei der Jahreshauptversammlung im April nicht mehr als Vorsitzender zu kandidieren. Denn immerhin ist er schon 78 Jahre. „Ich wollte schon vor 20 Jahren aus der Führungsriege raus. Bis heute hat sich aber kein Nachfolger gefunden. Ich kann das doch nicht bis zum Schluss machen. Aber ich kann auch nicht zusehen, wie der Verein den Bach runtergeht. Immerhin stehe ich mittlerweile 46 Jahre an der Vereinsspitze. Da hängt auch Herzblut dran“, schildert er seine verzwickte Lage. Hoffnung hat Siegmar Weber dennoch, dass sich zum einen bis Ende Februar ein Nachfolger für die Gaststätte samt Kegelbahn sowie auch ein Kandidat für den Vorsitz im Verein findet. „Die Hoffnung stirbt zum Schluss“, sagt er.

Von Steffen Brost

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